Ende der Suche: Nadella wird neuer Microsoft-Chef

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Ende der Suche: Nadella wird neuer Microsoft-Chef

, aktualisiert 04. Februar 2014, 19:59 Uhr
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Microsoft hat Satya Nadella als neuen Chef bestätigt.

Der Software-Konzern Microsoft hat einen neuen Chef in den eigenen Reihen gefunden. Der bisher für das Firmenkunden- und Cloud-Geschäft zuständige Satya Nadella übernimmt die Führung des Windows-Herstellers.

Microsoft braucht für seine Updates immer etwas länger. Seit einem halben Jahr laboriert der Softwarekonzern nun an der Suche nach einem Nachfolger für seinen scheidenden ChefSteve Ballmer herum. Nun ist sie beendet: Satya Nadella auf den Spitzenjob berufen, wie der Windows-Konzern mitteilte. Er war zuletzt für das Firmenkunden-Geschäft und die Cloud-Dienste zuständig. Über Nadella als wahrscheinlichen Kandidaten hatten US-Medien bereits vergangene Woche berichtet.

1967 in Hyderabad geboren, hat der gebürtige Inder fast sein gesamtes Berufsleben bei Microsoft verbracht. Seit 22 Jahren ist der Elektroingenieur für den Softwarekonzern tätig, arbeitete unter anderem an Microsofts Bürosoftwarepaket Office, der Suchmaschine Bing und trieb das Unternehmensgeschäft voran. 
Seit Juli vergangenen Jahres ist er für Cloud Computing zuständig und verantwortet damit eine der größten Herausforderungen für Microsoft. Denn der Konzern, der mit dem Verkauf von Software groß und einflussreich wurde, muss sein Geschäftsmodell auf deren Vermietung umstellen. Weil Nadella das bislang ganz gut in den Griff bekommen hat und deshalb innerhalb von Microsoft hoch angesehen ist, galt er frühzeitig als einer der führenden Kandidaten für die Ballmer-Nachfolge. 

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Satya Nadella Neuer Microsoft-Chef kurz vor der Berufung

Microsofts Cloud-Computing-Chef soll angeblich den Vorstandsvorsitz von Steve Ballmer übernehmen. Bei dem wichtigsten Update seit 14 Jahren bleibt der Aufsichtsrat konservativ.

Quelle: dpa

Trotzdem ist seine Berufung eine Überraschung. Microsoft ist eine der bekanntesten Marken der Welt. Doch Nadella ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt und hat vor allem keine Erfahrung mit der Wall Street. Offenbar soll der Industrieveteran und Microsoft-Aufsichtsrat John Thompson, der als ehemaliger Chef des Computersicherheitskonzern Symantec Erfahrung im Umgang mit Wall-Street-Analysten und Investoren hat, bei letzterem Nadella zur Seite stehen. Thompson ist nicht nur im Silicon Valley, sondern auch in politischen Kreisen gut vernetzt und angesehen. Für Barack Obama veranstaltete er in Anwesenheit des US-Präsidenten Fundraiser in seiner Villa im Silicon Valley. Er war einer der wenigen Afroamerikaner an der Spitze eines US-Konzerns.

Die Berufung von Nadella macht zwei Sachen deutlich: Zum einen scheint der Aufsichtsrat keinen Bedarf zu sehen, Microsoft völlig umzukrempeln. Denn sonst wäre ein Außenstehender verpflichtet worden, um frischen Wind hereinzubringen. Zudem glaubt man wohl daran, das Geschäftsmodell nach und nach auf das Vermieten statt den Verkauf von Software umstellen zu können. Diesen schrittweisen Übergang hatte der neue Chef vor Geschäftskunden propagiert. Unklar ist, was die Personalie für die Hardwaresparte von Microsoft bedeuten könnte. Analysten sehen in dem Wechsel eine Chance für den Softwaregiganten, der seit geraumer Zeit mit einem schrumpfenden PC-Geschäft den Absatz seiner Windows-Betriebssysteme gefährdet sieht. Im Internet überließ der Konzern zudem Google den Suchmaschinen-Markt. Einige technologische Entwicklungen verpasste Microsoft nach Meinung von Beobachtern schlichtweg, etwa bei iPhones, iPads und Geräten mit dem Betriebssystem Android.

„Wir wollen keine Fortsetzung der bisherigen Geschäftsführung sehen“, sagte Rick Sherlund von der Finanzgruppe Nomura. „Deshalb ist es wichtig, dass Herr Nadella frei ist, um Dinge zu ändern.“ Viel Hoffnung ruht jetzt vor allem auf dem Cloud-Geschäft, das ursprünglich keine Priorität des Softwareentwicklers war. Unter Nadellas Führung wuchs diese Sparte mit ihrem Dienst namens Windows Azure stark und wird von einigen als der Wachstumstreiber der kommenden Jahre gesehen. Sie könnte dann möglicherweise auch negative Einflüsse aus erfolgloseren Geschäftssparten, etwa dem Ausflug in die Welt der Tablets abfedern. Die Konkurrenz heißt aber auch hier Google sowie Amazon, IBM und Salesforce.

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