Entwicklerkonferenz: Apple präsentiert neue Software - und enttäuscht

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KommentarEntwicklerkonferenz: Apple präsentiert neue Software - und enttäuscht

von Matthias Hohensee

Die Erwartungen an Apple waren hoch. Das Unternehmen stellt sich endlich wieder als Vorreiter auf – beim Nachahmen der Konkurrenz.

Noch vor ein paar Tagen hatte Eddy Cue, bei Apple für Internet-Software und Dienste zuständig, die ohnehin hohen Erwartungen an seinen Arbeitgeber weiter geschürt. „Später in diesem Jahr werden wir die beste Produktpalette haben, die ich in meinen 25 Jahren bei Apple gesehen habe“, prahlte Cue auf der Technologiekonferenz Code. Und erstaunte mit dem Selbstlob sogar Organisator Walt Mossberg, einen langjährigen Beobachter von Apple und guten Bekannten von Mitgründer Steve Jobs. In dem folgenden Schlagzeilen-Gewitter ging unter, dass Apple-Chef Tim Cook eigentlich schon seit Anfang vergangenen Jahres versprach, im gesamten Jahr 2014 großartige Produkte zu präsentieren.

Wer hoffte, auf Apples gerade in San Francisco laufender weltweiten Entwicklerkonferenz zumindest einen klitzekleinen Blick auf diese „großartige Produktpalette“ zu erhaschen oder zumindest zu eigenen Visionen inspiriert zu werden, sieht sich bitterlich enttäuscht. Knapp zwei Stunden präsentierten Cook, sein oberster Software-Chef Craig Federighi und einige Helfer während der Eröffnungsrede am Montagabend deutscher Zeit neue Versionen der Betriebssysteme MacOS X und iOS.

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Und zwar in allen möglichen Details, gewürzt mit gelegentlichen Seitenhieben auf die Windows -und Android Konkurrenz. Hardware? Fehlanzeige. Gemessen an den derzeitigen Erwartungen und den hohen Maßstäben an Apple, war es das Enttäuschendste was ich in mittlerweile 21 Jahren Berichterstattung über den kalifornischen Technologiekonzern erlebt habe. Sicherlich, die weltweite Entwicklerkonferenz dreht sich um Software. Was Apple allerdings in der Vergangenheit nicht daran gehindert hat, dort auch neue iPhone-Modelle zu präsentieren oder den Hochleistungsrechner Mac Pro zu demonstrieren. Die Abwesenheit von iTV, iWatch oder einer neuen Version des Mac Mini ließe sich noch verschmerzen, wenn wenigstens die Software überraschen würde.

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Aber das tut sie nicht. Yosemite, der Nachfolger von Mavericks, und iOS 8 sind sicherlich solide Betriebssysteme und setzen wie immer Maßstäbe bei der Optik. Die neue Programmiersprache Swift mag eine Errungenschaft sein. Aber viele der am Montag so stolz präsentierten neuen Funktionen offeriert die Konkurrenz seit langem. Der Online-Speicher-Service iCloud Drive, der Dokumente auf verschiedenen Geräten miteinander abgleicht? Sieht aus wie Dropbox oder Google Drive nachempfunden. Die neue Funktion Quicktype, die durch Erahnen des nächsten Wortes schnelleres Tippen auf iPhones und iPads  ermöglichen soll? Endlich! Aber auch das ist nur die Kopie eines Verfahrens, das der gestrauchelte Smartphone-Pionier Blackberry vor Jahren in den Markt einführte.

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