
Mark Zuckerberg und seine Kommilitonen Dustin Moskovitz, Chris Hughes und Eduardo Saverin starten Facebook in ihren Zimmern im Studentenwohnheim der US-Eliteuni Harvard. Das Netzwerk nimmt zunächst nur Studenten auf - das aber in einem rasenden Tempo: am Ende des Semesters hat Facebook bereits 10.000 Mitglieder in über 30 US-Universitäten.
Texte: Wilfried Eckl-Dorna, Michael Kroker
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Im Juni zieht das Unternehmen nach Palo Alto im Silicon Valley um. Zuckerberg investiert 20.000 Dollar seiner eigenen Ersparnisse, um seine Rechnungen für Serverkosten zu begleichen. Einen Block von Zuckerbergs Haus entfernt wohnt Sean Parker, der gemeinsam mit Shawn Fenning die Musiktauschbörse Napster aufgezogen hat. Zuckerberg freundet sich mit Parker an. Parker bringt gute Kontakte zu Silicon-Valley-Größen mit.
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Vor dem Start des neunten Semesters zählt Facebook 200.000 Nutzer. Das ist ein schöner Erfolg für Zuckerberg, bringt aber Facebooks IT-Architektur an den Rand des Zusammenbruchs. Parker macht Zuckerberg mit dem Deutschen Peter Thiel bekannt, einem ehemaligen PayPal-Investor. Thiel ist beeindruckt von Facebooks Wachstum und macht eines der besten Geschäfte der Internet-Geschichte: Er steigt mit 500.000 Dollar bei Facebook ein, was ihm einen Anteil von 10,2 Prozent an dem jungen Unternehmen verschafft. Im April 2005 gibt der Investor Accel Partners Venture Capital Facebook 12,2 Millionen Dollar. Facebook ist auf dem Papier 98 Millionen Dollar wert. Foto: AP

Seit Februar Zuckerberg wird von Investoren heftig umworben. Einer der hartnäckigsten ist Michael Wolf, Präsident des zum Kabelriesen Viacom gehörenden Musik-TV-Senders MTV. Wolf nimmt Zuckerberg in seinem Privatjet mit. Doch trotz eines Angebots von angeblich 800 Millionen Dollar für das gesamte Unternehmen entscheidet sich Zuckerberg gegen Wolfs Offerte.
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Facebook öffnet sich, fortan kann sich jeder beliebige Internet-Nutzer anmelden. Neu ist der Newsfeed, eine Auflistung von Nachrichten und neuen Freundschaften der eigenen Kontakte. Unternehmen bieten hohe Summen für das Start-Up: So will etwa Yahoo Facebook für eine Milliarde Dollar übernehmen. Doch Zuckerberg bleibt standhaft und verkauft nicht. Im Dezember hat Facebook mehr als zwölf Millionen aktive Nutzer.
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Facebook öffnet sich für Programme von Drittanbietern, heute gibt es davon 550 000. Eines der populärsten ist das Bauernspiel FarmVille mit rund 70 Millionen virtuellen Farmern weltweit. Im Oktober schließt Facebook einen Werbevertrag mit Microsoft ab. Der Softwareriese sticht Google aus und steigt mit einem Minderheitsanteil von 1,6 Prozent bei der Internet-Community ein. Microsoft legt dafür 240 Millionen Euro auf den Tisch - und Facebook hält bei einer Bewertung von insgesamt 15 Milliarden Dollar.

Der deutsche Internet-Unternehmer Oliver Samwer investiert mit seinen Brüdern Marc und Alexander rund 15 Millionen Dollar in Facebook. Zwei Monate später startet der deutsche Ableger, kurz darauf ist Facebook in 21 Sprachen verfügbar. Im August hat Facebook 100 Millionen aktive Nutzer.

Facebook hat nun 200 Millionen Nutzer und lässt seine Nutzer mittels eines "Gefällt-mir"-Buttons Inhalte bewerten. Im Mai investiert Digital Sky Technologies 200 Millionen Dollar in das Unternehmen.
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Mit 250 Millionen Nutzern im Rücken wagt Facebook seine erste Übernahme: Die Führungsmannschaft um Zuckerberg übernimmt den Web-2.0-Aggregator FriendFeed, einen direkten Twitter-Konkurrenten, für rund 50 Millionen Dollar. 15 Millionen fließen in bar, der Rest wird in Facebook-Aktien gezahlt.

Facebook hat laut Unternehmensangaben mehr als 500 Millionen Nutzer, 50 Prozent aller Nutzer sind täglich aktiv. Es gibt auf Facebook mittlerweile mehr als 25 Milliarden Inhalts-Stücke: von Weblinks über News Stories oder Blogeintägen bis hin zu Fotoalben. Das Unternehmen beschäftigt 1400 Leute. In diesem Sommer dürfte Facbook dank Werbeeinnahmen die Umsatzgrenze von einer Milliarde Dollar durchbrechen. Im vergangenen Jahr hat Facebook laut Unternehmenskreisen 800 Millionen Dollar umgesetzt und dabei einen Nettogewinn im zweistelligen Millionenbereich erwirtschaftet. Nicht schlecht für ein gerade mal fünf Jahre altes Unternehmen.
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Mark Zuckerberg und seine Kommilitonen Dustin Moskovitz, Chris Hughes und Eduardo Saverin starten Facebook in ihren Zimmern im Studentenwohnheim der US-Eliteuni Harvard. Das Netzwerk nimmt zunächst nur Studenten auf - das aber in einem rasenden Tempo: am Ende des Semesters hat Facebook bereits 10.000 Mitglieder in über 30 US-Universitäten.
Texte: Wilfried Eckl-Dorna, Michael Kroker
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Schlechte Nachrichten für Facebook kurz vor dem Börsengang: Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" plant der Opel-Mutterkonzern General Motors, keine Werbung mehr auf dem sozialen Netzwerk zu schalten. Die Marketing-Verantwortlichen des Autobauers seien zu dem Schluss gekommen, dass die Anzeigen die Kunden kaum erreichten, schrieb die Zeitung. Von General Motors war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Für Facebook käme ein solcher Werbestopp zur denkbar schlechtesten Zeit.
Bild: REUTERSPolarisiert gern- und machte Mitte August mit Facebook-Aktien Kasse: Der Finanzinvestor Peter Thiel. Seine Papier waren am Ende pro Stück nur noch noch zwischen 19,27 und 20,69 Dollar wert. Insgesamt bekam er dafür rund 400 Millionen Dollar. Thiel hatte im Jahr 2004, als das Netzwerk noch ganz am Anfang stand, 500 000 Dollar in das Unternehmen gesteckt und dafür einen Anteil von rund zehn Prozent bekommen.
Bild: dapdMark Zuckerberg
Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kontrolliert fast 60 Prozent der Stimmrechte an Facebook. Auch nach Börsengang wird sich daran nichts ändern. An seinem Aktienbestand allerdings schon: Um Steuern zu bezahlen, will sich Zuckerberg von 30 Millionen seiner derzeit 533,8 Millionen Aktien trennen. Bei einem Ausgabekurs von 35 Dollar pro Aktie wäre sein verbliebener Anteil 17,6 Milliarden Dollar wert.
Bild: dapdDustin Moskovitz
Der ehemalige Mitbewohner Zuckerbergs und Mitbegründer von Facebook verließ das Unternehmen bereits 2008. Dennoch behielt er seinen Anteil von 7,8 Prozent. Auch nach Börsengang wird er sich nicht von seinen 133,7 Millionen Aktien trennen, die mit 35 Dollar je Aktie bis zu 4,7 Milliarden Dollar wert sein werden. Damit bleibt Moskovitz nach Angaben des "Forbes Magazine" jüngster lebender Self-made-Milliardär.
Bild: REUTERSSheryl Sandberg
Sheryl Sandberg navigierte Facebook zum Global Player: Die Mutter zweier Kinder gilt als die wichtigste Architektin der Milliardenumsätze des sozialen Netzwerks. Zusammen mit bald fällig werdenden Optionen und Aktien im Wert von 1,4 Milliarden Dollar wird sie der Börsengang zur Milliardärin machen.
Bild: APSean Parker
Der Gründer von Napster ist auch nach seinem Rausschmiss bei Facebook gut im Geschäft. Wegen Kokainbesitzes musste Parker, damals Facebooks erster Präsident, das Unternehmen verlassen. Seine 69,6 Millionen Aktien behielt der „Bad Boy“ allerdings. Und kann sich nun über einen Wert von 2,4 Milliarden Dollar freuen.
Bild:Yuri Milner
Der russische Internet-Investor der Firma DST wird mit dem Börsengang Facebooks richtig Kasse machen: Er will ein Fünftel seines Aktienbestands von derzeit 131,3 Millionen verkaufen und daran knapp eine Milliarde Dollar verdienen. Der teure und späte Einstieg bei Facebook hat sich damit auf alle Fälle bezahlt gemacht.
Bild: dapdAccel Partners & James Breyer
Zusammen mit der Investmentfirma Accel Partners war James Breyer (r.) einer der ersten Geldgeber Facebooks: 12,7 Millionen Dollar investierten die Partner 2005 in das soziale Netzwerk. Mit 201,34 Millionen Aktien hat sich dieses Investment auf jeden Fall gelohnt. Zum Börsengang planen die Geldgeber jetzt 38,2 Millionen Aktien davon zu verkaufen – und würden damit 1,34 Milliarden Dollar einstreichen.
Bild: dapdDer irische Musiker Bono (Sänger der Band U2) kaufte sich mit seiner Firma Elevation Partners für 176 Millionen Dollar bei Facebook ein. Die Private-Equity Firma hält 2,3 Prozent von Facebook. Nach der IPO sind diese Anteile nun 1,65 Milliarden Dollar wert. Bono ist jetzt der reichste Musiker der Welt - noch vor Paul McCartney.
Polarisiert gern- und machte Mitte August mit Facebook-Aktien Kasse: Der Finanzinvestor Peter Thiel. Seine Papier waren am Ende pro Stück nur noch noch zwischen 19,27 und 20,69 Dollar wert. Insgesamt bekam er dafür rund 400 Millionen Dollar. Thiel hatte im Jahr 2004, als das Netzwerk noch ganz am Anfang stand, 500 000 Dollar in das Unternehmen gesteckt und dafür einen Anteil von rund zehn Prozent bekommen.
Werbung ist die Haupteinnahmequelle von Facebook, allerdings beachten die User die Werbung kaum: Im Durchschnitt sind auf Internetseiten 0,1 Prozent der Klicks Werbeklicks. Bei Google sind es 0,4 Prozent und bei Facebook nur 0,051 Prozent. General Motors, einer der größten Werbetreibenden in den Vereinigten Staaten, reichte das nicht. Ein solcher Schritt könnte möglicherweise Signalwirkung haben. GM überprüfe gerade seine Werbung auf Facebook, sagte Marketingchef Joel Ewanick der Zeitung. Den Werbestopp bestätigte er indes nicht.
Das weltgrößte Werbekonglomerat, WPP, hat dagegen entschieden seine Werbeausgaben bei Facebook zu verdoppeln. Allerdings sagt WPP-Chef Martin Sorrell auch, dass das Werbebudget bei Facebook vor allem deshalb steige, weil seine Kunden – die Marketingchefs von Konzernen – sich unter Druck fühlten. Sie glaubten, auf Facebook vertreten sein zu müssen. Erst recht, seit die Wall Street dem Börsengang entgegenfiebert. Dabei sei noch zu wenig bekannt darüber, wie Kaufentscheidungen in sozialen Netzwerken ablaufen und ob diese von Werbung beeinflusst werden können. Dagegen gilt es als bewiesen, dass eine Google-Kampagne den Absatz von Produkten tatsächlich ankurbelt. Die unternehmenseigenen Facebook-Seiten sind dagegen für die Kommunikation äußerst nützlich. Unabhängig von klassischen Anzeigen betreibt auch GM eine eigene Facebook-Website. Deren Inhalte seien „effektiv und wichtig“, sagte Ewanick.
























