Facebook kauft Whatsapp: Das Imperium kauft ein

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Facebook kauft Whatsapp: Das Imperium kauft ein

, aktualisiert 20. Februar 2014, 07:15 Uhr
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Whatsapp-Gründer Jan Koum verspricht, dass sich durch die Facebook-Übernahme für die Nutzer nichts ändern wird.

von Matthias Hohensee und Jana Reiblein

Für 19 Milliarden Dollar erwirbt Facebook-Chef Zuckerberg mit Whatsapp sein eigenes Twitter – und gewinnt einen weiteren Studienabbrecher als Weggefährten für seinen Verwaltungsrat.

Selbst für Silicon-Valley-Verhältnisse ist es ein Mega-Deal, für den es nichts Vergleichbares gibt. 19 Milliarden Dollar (umgerechnet 14 Milliarden Euro) lässt Facebook für den gerade mal fünf Jahre alten Kurzmitteilungsdienst Whatsapp springen – die teuerste Übernahme in der Geschichte des Sozialen Netzwerks. Der Rekordwert entspricht zudem ungefähr dem derzeitigen Börsenwert des Kurznachrichtendienstes Twitter. Oder – in traditionellen Industrien – in etwa dem der Commerzbank. Vier Milliarden Dollar sollen in Bar fließen, dazu kommen Facebook-Aktien im Wert von zwölf Milliarden Dollar. In den kommenden Jahren sollen dann zusätzlich Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar für die Whatsapp-Gründer und -Mitarbeiter fließen, womit sich der Gesamtpreis von 19 Milliarden Dollar ergibt.

Bei Whatsapp handelt es sich um eine beliebte App für Smartphones, bei der die Nutzer Nachrichten, Fotos und Videos über das Internet austauschen können. Der Dienst hat mittlerweile der althergebrachten SMS den Rang abgelaufen: 18 Milliarden Nachrichten werden täglich versendet. Facebook hat bereits einen eigenen Nachrichtendienst namens "Facebook Messenger" mit ähnlichen Funktionen; dieser soll auch weiterentwickelt werden. Mit dem Dienst können allerdings nur Facebook-Nutzer untereinander kommunizieren.

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Kroker's Look @ IT Facebook schluckt Whatsapp – der 19-Milliarden-Dollar-Deal

Rund 450 Millionen Menschen nutzen die Messaging-App – bei Facebook waren es zum gleichen Zeitpunkt erst gut 135 Millionen. Der Deal unterstreicht – einmal mehr – den Stellenwert des mobilen Internets.

Facebook WhatsApp Quelle: dpa

Die Whatsapp-Gründer und ehemaligen Yahoo-Mitarbeiter Jan Koum und Brian Acton steigen aus dem Stand zu Internet-Milliardären auf. Und ihr Risikokapitalgeber Sequoia Capital, der im Frühjahr 2011 in der einzigen bislang bekannten Finanzierungsrunde acht Millionen Dollar investierte, hat nach seiner Investition in Google den nächsten großen Internet-Jackpot geknackt. Eine satte Bewertung für ein Unternehmen mit gerade mal rund 50 Mitarbeitern. Der Kauf des Fotodienstes Instagram mit seinen 12 Mitarbeitern im April 2012, der Facebook rund 750 Millionen Dollar kostete, mutet dagegen wie ein Schnäppchen an.

Doch die Whatsapp-Gründer und ihre kleine Mitarbeiterschar haben es in Rekordzeit geschafft, mit ihrem Service eine Art modernen SMS-Dienst zu schaffen, der weltweit von 450 Millionen Mitgliedern genutzt wird, darunter etwa 30 Millionen in Deutschland. Jeden Tag kommen rund eine Million neue Nutzer weltweit hinzu. "So etwas hat zuvor noch niemand anderes in der Weltgeschichte geschafft", schwärmte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg am Mittwoch auf seiner Homepage. „Whatsapp ist auf dem Weg, eine Milliarde Menschen miteinander zu verbinden“, begründet Zuckerberg seine Entscheidung. Das Unternehmen werde dem Facebook-Imperium nun "dabei helfen, unsere Mission zu erfüllen, die ganze Welt zu vernetzen".

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Zuletzt hatte es immer wieder Berichte gegeben, dass Facebook gerade die jungen Nutzer davonlaufen und lieber zu alternativen Diensten wie Twitter oder eben Whatsapp wechseln. Ob die Nutzer bei Whatsapp aber tatsächlich durchgehend jünger sind als bei Facebook, ist unklar. „Der Dienst fragt nicht nach dem Alter, wenn man sich anmeldet“, sagte Facebook-Finanzchef David Ebersmann. Man wisse bisher auch nicht, wie groß die Überschneidung zwischen den Nutzer-Gemeinden sei.

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