Facebook und AT&T: Antreiber für das Supernetz zum Billigtarif

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Facebook und AT&T: Antreiber für das Supernetz zum Billigtarif

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Das Ende der Glasfaser-Technologie: AT&T will mit seiner AirGig (r.) genannten Technik, die Stromtrassen nutzt, vor allem ländliche Gebiete erschließen

von Thomas Kuhn, Jürgen Berke und Matthias Hohensee

Unterirdisch Glasfaser zu verlegen ist ein teures Unterfangen. AT&T und Facebook fordern die Telekommunikationsbranche in Deutschland mit günstigen Alternativen zu Glasfaseranschlüssen heraus.

Hängt Deutschlands Wohl an der Glasfaser? Der Eindruck drängt sich auf angesichts des Streits in der Branche um die Technik, die Bürgern und Unternehmen flächendeckend ultraschnelles Internet bringen soll. Die Deutsche Telekom setzt darauf, Kupferleitungen aus analogen Telefonzeiten technologisch aufzurüsten. Konkurrenten wie die Netzbetreiber im Bundesverband Glasfaseranschluss wollen uns hingegen über Glasleiter ins Netz bringen.

Teuer wird beides. Nach Hochrechnungen reichen die Kosten für flächendeckendes Highspeed-Internet in Deutschland bis zu 80 Milliarden Euro. Womöglich aber geht es auch weit billiger. Dafür sprechen zwei neue Technologien für ultraschnelle Internetzugänge, an denen der US-Kommunikationsanbieter AT&T und der Internetkonzern Facebook arbeiten. Beide haben vergangene Woche die Fachwelt in Erstaunen versetzt.

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AT&T will mit seiner AirGig genannten Technik, die Stromtrassen nutzt, vor allem ländliche Gebiete erschließen. Die Entwickler aus Facebooks Connectivity Lab arbeiten daran, die Breitbandversorgung in Städten drastisch zu verbessern. Sie setzen auf drahtlose Sender, die – von nur einem Glasfaseranschluss ausgehend – ganze Stadtviertel per Funk ans Turbonetz anschließen.

Setzen sich die Vorhaben durch, könnten die Gesetzmäßigkeiten der Branche neu geschrieben werden. Denn nicht nur die Netzbetreiber, sondern auch Ausrüster wie Nokia, Ericsson oder Huawei kämen durch die neue Konkurrenz unter Druck.

Beide Ansätze eint, dass sie Funkübertragungen mit dem Tempo von Glasfaseranschlüssen ermöglichen sollen. Preislich aber wären sie drastisch günstiger, weil dafür keine Leitungen verbuddelt werden müssten – Kostentreiber der Breitbanderschließung. Bis zu 70.000 Euro braucht es auf dem Land in Deutschland, um einen Kilometer Glasfaser zu verlegen. Beträge, die sich dort kaum refinanzieren lassen.

Ausgerechnet die altertümliche Infrastruktur von Mast zu Mast gespannter Stromleitungen könnte eine Alternative sein. Zwar liegen 89 Prozent der deutschen Stromanschlüsse in Städten und Dörfern unter der Erde. Doch in den digital unterversorgten ländlichen Regionen gibt es noch 128.000 Kilometer Freileitungen, für die der Turbofunk von AT&T den ersehnten Einstieg ins Internetzeitalter bieten könnte.

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