Facebook & Co.: Internetfirmen zwischen Boom und Bluff

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Facebook & Co.: Internetfirmen zwischen Boom und Bluff

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Internet-Genie oder Fantast? Path-Gründer Morin auf dem Balkon seines Büros in San Francisco.

von Matthias Hohensee

Der geplante Börsengang des größten sozialen Netzwerks hat den Traum der kalifornischen IT-Hochburg vom gigantischen Reichtum durch das Internet neu belebt. Doch der Grat zwischen Bluff und Boom ist schmal.

Der imposante Blick aus den Panoramafenstern im 22. Stock auf die Bay Bridge und die Bucht von San Francisco taugt für eine Postkarte. Doch danach steht den 35 Leuten, die hier in der obersten Etage des schwarz verglasten Bürohochhauses in der Howard Street werkeln, nicht der Sinn.

Sie wirken eher wie in einem Rausch. Ihr loftartiges Großraumbüro quillt fast über vor Schreibtischen und Flachbildschirmen, flankiert von Wandtafeln mit Kritzeleien wie „Priorität 1: Kunden gewinnen“. Zwei große Tische dienen der Nahrungsaufnahme. Das Essen wird geliefert, damit niemand zur Mittagszeit Zeit vertrödelt.

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Das Büro mit dem Millionen-Dollar- Blick gehört zu Path, dem zurzeit heißesten Startup in der US-Internet-Hochburg Silicon Valley. Das knapp eineinhalb Jahre junge Unternehmen hat ein soziales Netzwerk für Fotos entwickelt und baut es gerade aus. Die Path-App ermöglicht es Smartphone-Besitzern, mit ihrem Gerät Fotos aufzunehmen, zu bearbeiten und mit Freunden sowie Angehörigen in einem mobilen sozialen Netzwerk zu teilen. Der britische Multimilliardär Richard Branson beteiligte sich gerade an einer 30 Millionen Dollar schweren Finanzierungsrunde für Path. „Dave ist ein Internet- Genie“, lobt er Path-Chef Dave Morin, der das Unternehmen zusammen mit seinen Geschäftsfreunden Dustin Mireau und Shawn Fanning gründete.

Bei Path passiert gerade im Kleinen, was seit rund einem Jahr die US-Internet-Branche elektrisiert. Damals ging das Business-Netzwerk LinkedIn an die Börse und war plötzlich aus dem Stand mehr wert als internationale Konzerne wie die Deutsche Lufthansa. Ein neuer Höhepunkt wird nun am 18. Mai erreicht, wenn das soziale Netzwerk Facebook sein Börsendebüt feiert und dabei mit bis zu 100 Milliarden Dollar bewertet werden soll.

Historische Chance

Facebook wirkt wie ein Brandbeschleuniger. Denn mit dem eingesammelten Kapital der Anleger werden Startups aufgekauft. Schon liefern sich Google-Chef Larry Page und Facebook, aber auch Veteranen wie Apple, Amazon und Ebay einen Bieterwettstreit um die besten Kandidaten. Schon wieder wird der wirtschaftliche Erfolg nicht an Umsatz und Profit gemessen, sondern an der Übernahmesumme.

Der Wert von Startups mit einer Handvoll Mitarbeitern und Minimalumsätzen wird deshalb von Investoren wieder auf Milliarden Dollar taxiert. Spitzenreiter ist der Kurznachrichtendienst Twitter mit rund zehn Milliarden Dollar, obwohl es vermutlich nur 140 Millionen Dollar umsetzt und ein richtig zündendes Geschäftsmodell seit Jahren auf sich warten lässt. Der Online-Bezahl-Anbieter Square sieht sich vier Milliarden Dollar wert, obwohl die Branche heiß umkämpft ist und die Margen dünn. Airbnb – die moderne Version einer Zimmervermittlungsbörse – geht mit einem Unternehmenswert von 1,5 Milliarden Dollar hausieren.

„Wir erleben einen Boom“, sagt John O’Farrell, dessen Wagniskapitalunternehmen Andreessen Horowitz in Stars wie Facebook, Zynga und Twitter investiert hat. Gründer und Investoren strömen nach San Francisco und Umgebung, um ihr Glück zu versuchen. Geld gibt es genug. Dank einem neuen US-Gesetz können nicht nur Multimillionäre, sondern auch Kleinanleger direkt in Jungunternehmen investieren und vom schnellen Reichtum träumen.

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