Facebook & Co.: Die Aktien der jungen Internetfirmen
38 Dollar betrug der Ausgabepreis der Aktie des sozialen Netzwerks Facebook beim Börsengang. Am 18. Mai 2012 startete das US-Unternehmen an der Technologiebörse Nasdaq - die Aktie verlor bereits in den folgenden drei Wochen rund ein Drittel des Wertes. Die Kritiker sehen sich bestätigt – die Unternehmensbewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar hat sich binnen weniger Tage als Luftschloss erwiesen.
Auch beim Facebook-Partner Zynga läuft es nicht gut. Schon beim Börsenstart am 16.12.2011 war das Papier des Onlinespiele-Spezialisten kein Grund zum Jubeln: Die Aktie fiel am ersten Handelstag bereits um fünf Prozent unter den Ausgabepreis. Die zehn Dollar pro Aktie hat das Unternehmen seither nur noch selten erreicht.
Zynga und Facebook haben eine fast symbiotische Verbindung: Über das Soziale Netzwerk kommen die meisten Spieler zu Zynga. Der Entwickler verdient sein Geld dabei mit dem Verkauf virtueller Güter wie Traktoren in Farmville oder Gebäuden in Cityville. Facebook bekommt einen Anteil an diesen Einnahmen.
Deutlich besser ist der Restaurant-Bewerter Yelp bei seinem Börsenstart am 2. März 2012 weggekommen. Wegen der großen Nachfrage hatte das Unternehmen, über das Nutzer Geschäfte, Restaurants und Dienstleistungen bewerten und ihre Erfahrungen teilen können, zuvor den Ausgabepreis von 14 auf 15 Dollar erhöht. Der Kurs der Aktie schoss nach Handelsbeginn gleich um mehr als 60 Prozent nach oben.
Der Online-Rabattdienst Groupon ist sehr gut an der Börse gestartet. Beim Börsengang am 4.11.2011 rissen sich die Anleger um die Papiere, der Ausgabepreis lag bei 20 Dollar. Mittlerweile sinkt aber nicht mehr nur der Stern des Unternehmens, das Rabattgutscheine für Geschäfte, Restaurants und Dienstleistungen vertreibt, auch der Aktienkurs fällt stetig.
Ganz anders entwickelt sich der Kurs der Aktie des Karrierenetzwerks LinkedIn. Am 18.5. startete das Unternehmen an der New York Stock Exchange mit einem Ausgabepreis von 45 Dollar je Aktie. Seit dem geht es - unterbrochen von kleinen bis mittleren Ausreißern - stetig nach oben.
38 Dollar betrug der Ausgabepreis der Aktie des sozialen Netzwerks Facebook beim Börsengang. Am 18. Mai 2012 startete das US-Unternehmen an der Technologiebörse Nasdaq - die Aktie verlor bereits in den folgenden drei Wochen rund ein Drittel des Wertes. Die Kritiker sehen sich bestätigt – die Unternehmensbewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar hat sich binnen weniger Tage als Luftschloss erwiesen.
Amerikaner lieben es, ihre Helden zu demontieren. Derzeit ist Mark Zuckerberg dran. Im Silicon Valley wächst der Groll auf den Gründer des sozialen Netzwerks und vor allem auf seine Wagnisfinanzierer und Berater. Eigentlich sollte der Börsengang des sozialen Netzwerks als leuchtendes Vorbild für eine neue Generation von Internet-Startups dienen, die nicht nur Visionen verkünden, sondern harte Dollar verdienen. Und die vor allem den Kleinanlegern, die sich schon mal im Dot.com-Boom kräftig die Finger verbrannt hatten, wieder Lust aufs Investieren in Internet-Unternehmen machen. Nun ist das Gegenteil eingetreten.
Seit dem Börsengang im Mai hat die Facebook-Aktie fast 50 Prozent an Wert eingebüßt. Wer zum Spitzenkurs von 45 Dollar 100.000 Dollar in Facebook investierte, hat seitdem also fast 50.000 Dollar verloren. Das schmerzt.
Rote Zahlen durch höhere Ausgaben
Am Donnerstag hatten viele im Silicon Valley gehofft, dass das Wunderkind Zuckerberg ungewöhnlich gute Quartalszahlen verkünden und damit alle überraschen würde. Doch Zuckerberg kann nicht zaubern. Zwar wuchsen die Werbeeinnahmen des sozialen Netzwerks von April bis Juni mit 28 Prozent weitaus stärker als von der Wall Street erwartet. Deren Analysten hatten mit bis zu 20 Prozent gerechnet. Inklusive Provisionseinnahmen – etwa durch Online-Spiele – konnte Facebook seinen Umsatz sogar um 32 Prozent steigern.
Bild: dapdFoursquare
Das soziale Netzwerk Foursquare könnte sich besonders für Groupon lohnen. Foursquare ist standortbezogen, das heißt, dass die Nutzer per GPS ihren aktuellen Standort kommunizieren können. Für jeden Check-in an einem Ort gibt es Punkte. Außerdem können die Foursquare-Nutzer Tipps und to-do-Listen zu den Orten veröffentlichen, wie beispielsweise Restaurantkritiken oder Empfehlungen für Geschäfte. Und hier käme Groupon ins Spiel. Mehr als 20 Millionen Menschen nutzen Foursquare. Geschätzt wird der Wert des dienstes auf rund eine Milliarde Dollar.
Bild: ScreenshotAirbnb
Luftmatratze oder Klappsofa statt Hotelbett, dafür gemeinsames Frühstück mit dem Gastgeber: Hinter Airbnb steckt ein Unternehmen, dass Couchtouristen und potentielle Gastgeber zusammenführt. Wie bei Hotelportalen können die Anbieter von Gästezimmern bewertet und kommentiert werden, so dass der Reisende erfährt, was ihn wo erwartet. Mehr als 900.000 Menschen sind mittlerweile bei airbnb registriert und mieten und vermieten Unterkünfte rund um den Globus. 112 Millionen Dollar hat das Unternehmen bisher an Investorengeldern eingesammelt. Für Hotelketten oder Portale wäre airbnb eine gute Investition.
Bild: dpaSpotify
Der Musikdienstleister Spotify ist hat im vergangenen Juni von Investoren rund 100 Millionen Dollar von verschiedenen Investoren eingesammelt. Damit und zusammen mit seinen zehn Millionen Nutzern in mehr als zehn Ländern dürfte Spotify etwas teurer werden als eine Milliarde Dollar. Für Apple beispielsweise wäre Spotify aber eine nette Ergänzung zum iStore.
Bild: ScreenshotBleacher Report
Die Sportseite Bleacher Report gibt es erst seit 2007. Mittlerweile besuchen rund 25 Millionen Nutzer pro Monat die Homepage, um sich Videos, Analysen und Hintergrundberichte zu verschiedensten Sportthemen anzusehen. Die Zahl der sogenannten unique user macht den bleacher report zur viertgrößten Sport-Website im Netz. Für Nachrichtendienste ohne Sportberichterstattung wäre der Kauf von br also eine Überlegung wert.
Bild: ScreenshotFab
Bei der Shopping-Community Fab macht pro Tag rund 300.000 Dollar Umsatz. Die mehr als drei Millionen Nutzer können über Fab nach ihren Lieblings-Designer-Stücken suchen und beim Einkauf bis zu 70 Prozent sparen. Das Unternhemen hinter der Community hat bereits 50 Millionen Dollar Investorengelder einsammeln können und ist derzeit um die 200 Millionen Dollar wert. Für Groupon oder andere Schnäppchen-Anbieter wäre Fab eine gute Ergänzung.
Bild: dapdRovio
Die Macher des Spiels "Angry birds" haben im Jahr 2010 rund fünf Millionen Dollar Umsatz gemacht, drei Millionen davon waren Gewinn. Durch Investoren bewegt sich das Kapital des Jungunternehmens derzeit bei rund 200 Millionen Dollar. Für andere Spielehersteller wie Zynga dürfte Rovio eine gelungene Investition sein.
Bild: ScreenshotPath
Mit der App Path können Nutzer private Momente, Bilder und Videos mit ihren Freunden teilen. Path funktioniert quasi wie ein Tagebuch, das ein bestimmter Kreis von Menschen lesen darf und von dem bestimmte Einträge auch bei Twitter, Foursquare, Facebook oder Tumblr veröffentlicht werden können. Rund drei Millionen Menschen nutzen das soziale Netzwerk für unterwegs. Google hatte schon einmal bei Erfinder Dave Morin angeklopft und ein 100 Millionen Dollar für Path geboten. Morin lehnte jedoch ab.
Bild: ScreenshotSquare
Wer sich bei Square registriert, brauch nie mehr irgendeine Kreditkarte benutzen, sondern kann sein Handy dafür benutzen. Außerdem gibt es fürs eigene Gerät einen Kreditkartenleser. Erfunden hat das mobile Bezahlsystem der Twitter-Mitgründer Jack Dorsey. Für Visa oder Mastercard wäre Square eine schöne Bereicherung. Sie müssten allerdings mindestens eine Milliarde Dollar hinblättern, einige schätzen den Wert des Dienstes auch auf zwei Milliarden.
Bild: dpaPinterest
Immer mehr Menschen nutzen die virtuelle Pinnwand des sozialen Online-Netzwerks Pinterest. Für Google oder Facebook dürfte Pinterest ein interessantes Startup sein. Wert: Derzeit rund eine Milliarde Dollar, Investoren schätzen, es könnten demnächst mehr als fünf Milliarden werden.
Bild: ScreenshotYammer
Yammer funktioniert wie Twitter für Firmen und wird für die private Kommunikation innerhalb der Unternehmen genutzt. Die Zugänge zu einem Yammer-Netzwerk werden streng personalisiert, so dass auch nur Leute einer Firma in einem Netzwerk sind. Das Ganze lässt sich natürlich auch auf einzelne Abteilungen oder Teams herunter brechen.
Foursquare
Das soziale Netzwerk Foursquare könnte sich besonders für Groupon lohnen. Foursquare ist standortbezogen, das heißt, dass die Nutzer per GPS ihren aktuellen Standort kommunizieren können. Für jeden Check-in an einem Ort gibt es Punkte. Außerdem können die Foursquare-Nutzer Tipps und to-do-Listen zu den Orten veröffentlichen, wie beispielsweise Restaurantkritiken oder Empfehlungen für Geschäfte. Und hier käme Groupon ins Spiel. Mehr als 20 Millionen Menschen nutzen Foursquare. Geschätzt wird der Wert des dienstes auf rund eine Milliarde Dollar.
Doch Wettbewerber Google konnte im gleichen Zeitraum 21 Prozent zulegen – bei einem Umsatz mit 10,96 Milliarden Dollar fast zehnmal mehr als Facebook mit 1,18 Milliarden Dollar. Wenn man die Google-Tochter Motorola einbezieht, sogar das 12fache.
Mehr noch: Während Google am 19. Juli einen Gewinn von 2,7 Milliarden Dollar vermelden konnte, schreibt Facebook wegen höherer Ausgaben für Datenzentren, Aktienoptionen und Personal rote Zahlen in Höhe von 157 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 240 Millionen Dollar Gewinn. Der Verlust wäre unproblematisch, wenn das soziale Netzwerk dreistellige oder zumindest hohe zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz vorweisen könnte. Doch das ist nicht der Fall. Nach Bekanntgabe der Zahlen rutschte die Facebook-Aktie nach Börsenschluss um mehr als zehn Prozent in den Keller und damit auf ein neues Allzeittief von knapp 24 Dollar.
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