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Facebook: Zuckerberg kann nicht zaubern

von Matthias Hohensee

Die Aktie von Facebook stürzt und stürzt. Der Groll auf den einstigen Hoffnungsträger wächst. Das macht den Job von Gründer Zuckerberg noch schwerer. Zumal in drei Wochen die nächste Bewährungsprobe bevorsteht.

Facebook & Co. Die Aktien der jungen Internetfirmen

38 Dollar betrug der Ausgabepreis der Aktie des sozialen Netzwerks Facebook beim Börsengang. Am 18. Mai 2012 startete das US-Unternehmen an der Technologiebörse Nasdaq - die Aktie verlor bereits in den folgenden drei Wochen rund ein Drittel des Wertes. Die Kritiker sehen sich bestätigt – die Unternehmensbewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar hat sich binnen weniger Tage als Luftschloss erwiesen.

Amerikaner lieben es, ihre Helden zu demontieren. Derzeit ist Mark Zuckerberg dran. Im Silicon Valley wächst der Groll auf den Gründer des sozialen Netzwerks und vor allem auf seine Wagnisfinanzierer und Berater. Eigentlich sollte der Börsengang des sozialen Netzwerks als leuchtendes Vorbild für eine neue Generation von Internet-Startups dienen, die nicht nur Visionen verkünden, sondern harte Dollar verdienen. Und die vor allem den Kleinanlegern, die sich schon mal im Dot.com-Boom kräftig die Finger verbrannt hatten, wieder Lust aufs Investieren in Internet-Unternehmen machen. Nun ist das Gegenteil eingetreten.
Seit dem Börsengang im Mai hat die Facebook-Aktie fast 50 Prozent an Wert eingebüßt. Wer zum Spitzenkurs von 45 Dollar 100.000 Dollar in Facebook investierte, hat seitdem also fast 50.000 Dollar verloren. Das schmerzt.

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Rote Zahlen durch 
höhere Ausgaben

Am Donnerstag hatten viele im Silicon Valley gehofft, dass das Wunderkind Zuckerberg ungewöhnlich gute Quartalszahlen verkünden und damit alle überraschen würde. Doch Zuckerberg kann nicht zaubern. Zwar wuchsen die Werbeeinnahmen des sozialen Netzwerks von April bis Juni mit 28 Prozent weitaus stärker als von der Wall Street erwartet. Deren Analysten hatten mit bis zu 20 Prozent gerechnet. Inklusive Provisionseinnahmen – etwa durch Online-Spiele – konnte Facebook seinen Umsatz sogar um 32 Prozent steigern.

Foursquare
Das soziale Netzwerk Foursquare könnte sich besonders für Groupon lohnen. Foursquare ist standortbezogen, das heißt, dass die Nutzer per GPS ihren aktuellen Standort kommunizieren können. Für jeden Check-in an einem Ort gibt es Punkte. Außerdem können die Foursquare-Nutzer Tipps und to-do-Listen zu den Orten veröffentlichen, wie beispielsweise Restaurantkritiken oder Empfehlungen für Geschäfte. Und hier käme Groupon ins Spiel. Mehr als 20 Millionen Menschen nutzen Foursquare. Geschätzt wird der Wert des dienstes auf rund eine Milliarde Dollar.

Bild: dapd

Doch Wettbewerber Google konnte im gleichen Zeitraum 21 Prozent zulegen – bei einem Umsatz mit 10,96 Milliarden Dollar fast zehnmal mehr als Facebook mit 1,18 Milliarden Dollar. Wenn man die Google-Tochter Motorola einbezieht, sogar das 12fache.
Mehr noch: Während Google am 19. Juli einen Gewinn von 2,7 Milliarden Dollar vermelden konnte, schreibt Facebook wegen höherer Ausgaben für Datenzentren, Aktienoptionen und Personal rote Zahlen in Höhe von 157 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 240 Millionen Dollar Gewinn. Der Verlust wäre unproblematisch, wenn das soziale Netzwerk dreistellige oder zumindest hohe zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz vorweisen könnte. Doch das ist nicht der Fall. Nach Bekanntgabe der Zahlen rutschte die Facebook-Aktie nach Börsenschluss um mehr als zehn Prozent in den Keller und damit auf ein neues Allzeittief von knapp 24 Dollar.

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