Fake News, Virtual Reality, Stories: Facebook geht in die Offensive

Fake News, Virtual Reality, Stories: Facebook geht in die Offensive

, aktualisiert 26. Januar 2017, 11:38 Uhr
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Der Facebook-Chef hat sich viel vorgenommen.

von Johannes StegerQuelle:Handelsblatt Online

Wegen dem Umgang mit Fake News stand Facebook immer wieder in der Kritik. Dagegen soll jetzt ein neuer Algorithmus helfen. Und Mark Zuckerberg geht gerade noch einige andere Baustellen im Konzern an.

Die To-Do-Liste von Mark Zuckerberg ist in diesen Tagen ziemlich lang. Doch zumindest drei wichtige Punkte kann der Facebook-Chef jetzt von der Liste streichen: Fake News, Virtual Reality und die aufkommende Konkurrenz von Snapchat. Zumindest vorerst.

Sein Konzern war in den vergangenen Monaten unter Dauerbeschuss: Der Umgang des größten sozialen Netzwerks der Welt mit den sogenannten Fake News sorgte für Kritik von Medien und Politik. Auch in Deutschland herrscht Angst, wie sich diese Märchengeschichten auf die in diesem Jahr anstehenden Wahlen auswirken könnten. Facebook hat reagiert und das Recherchenetzwerk „Correctiv“ ins Boot geholt. Die Journalisten sollen künftig als „Fake“ gemeldete Nachrichten überprüfen und, sollten diese tatsächlich falsch sein, mit einem Hinweis versehen. Doch das reicht noch nicht: Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, hat Facebook noch eine weitere Änderung parat, die die Kritiker verstummen lassen soll.

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In den USA oder Großbritannien bietet das Netzwerk die sogenannte „Trending Box“ an. Ähnlich wie auf Twitter werden dort Nachrichten angezeigt, über die im Netzwerk gerade besonders viele Menschen sprechen. Und da können es natürlich auch die sogenannten Fake News reinschaffen, wenn nur genug Nutzer darüber sprechen. Damit soll Schluss sein: Seit Mittwoch bestimmt ein neuer Algorithmus, was der Nutzer zu sehen bekommt.

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Hugo Barra bei einer Xiaomi-Pressekonferenz Quelle: REUTERS

Während der vorher eine personalisierte Auswahl traf, setzt er nun auf unterschiedliche Kriterien. Entscheidend, so berichtet das „Wall Street Journal“, ist zum Beispiel das „historische Engagement“ des Veröffentlichers – wie lange also seine Präsenz auf dem sozialen Netzwerk vorherrscht. Zudem wird der Algorithmus bewerten, wie viele glaubwürdige Quellen darüber berichten. Nur dann schafft es eine Meldung in die Box. Der persönliche Newsfeed des Nutzers sei von der Änderung allerdings nicht betroffen. Mit der Depersonalisierung will Facebook auch das Entstehen von Filterblasen verhindern, in der gewisse Meldungen nicht zur Kenntnis genommen werden.

Ein weiterer Punkt auf der To-Do-Liste von Mark Zuckerberg: Die Konkurrenz. Zwar ist Facebook unter den sozialen Medien der Platzhirsch, doch die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Sie wächst sogar. Die Macher von Snapchat haben es geschafft, täglich mehr als 150 Millionen Nutzer auf ihre Video- und Bilderschnipsel-App zu ziehen. Getreu dem Motto „Kaufe, was dich zerstören kann“ hatte der Facebook-Chef auch für die App geboten. Die Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy lehnten ab.

Und Snapchat baut seitdem kräftig aus: Es gibt Kooperationen mit Sendern wie MTV oder NBC. Zudem arbeitet Snapchat seit vergangenem Jahr mit dem Marktforscher Nielsen zusammen, um sein Targeting zu verbessern. Im Frühjahr soll das Unternehmen an die Börse gehen. Medienberichten zufolge liegt eine mögliche Börsenbewertung zwischen 20 und 25 Milliarden Dollar.

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