Flüchtlingshilfe: Deutsche Telekom stellt Flüchtlingen Gebäude zur Verfügung

exklusivFlüchtlingshilfe: Deutsche Telekom stellt Flüchtlingen Gebäude zur Verfügung

von Jürgen Berke

Die Deutsche Telekom bereitet nach Informationen der WirtschaftsWoche umfangreiche Hilfe für Flüchtlinge vor.

Eine unternehmensinterne Arbeitsgruppe unter der Leitung von Personalvorstand Christian Illek hat gestern ein Sechs-Punkte-Programm verabschiedet, um „möglichst rasch und unbürokratisch“ die Hilfsverbände und staatlichen Stellen bei der Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge zu unterstützen. Das Programm sieht unter anderem vor, dass die Telekom den Gemeinden leer stehende Verwaltungs- und Technikgebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellt. Nach Informationen der WirtschaftsWoche besitzt die Telekom derzeit rund 40 ungenutzte Immobilien, die sich als Notunterkunft eignen.

Über das Mittelmeer nach Europa: Zahlen zu Flüchtlingen

  • Flucht nach Europa

    Trotz der lebensgefährlichen Fahrt über das Mittelmeer wagen viele Tausend Menschen die Flucht nach Europa. 219.000 Menschen flohen laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR 2014 über das Mittelmeer nach Europa; 2015 waren es bis zum 20. April 35.000.

  • Tot oder vermisst

    3.500 Menschen kamen 2014 bei ihrer Flucht ums Leben oder werden vermisst; im laufenden Jahr sind es bis zum 20. April 1600.

  • Zahl der Flüchtlinge in Europa

    170.100 Flüchtlinge erreichten 2014 über das Meer Italien (Januar bis März 2015: mehr als 10.100); weitere 43.500 kamen nach Griechenland, 3.500 nach Spanien, 570 nach Malta und 340 nach Zypern.

  • Syrer

    66.700 Syrer registrierte die EU-Grenzschutzagentur Frontex 2014 bei einem illegalen Grenzübertritt auf dem Seeweg, 34.300 Menschen kamen aus Eritrea, 12.700 aus Afghanistan und 9.800 aus Mali.

  • Asylantrag

    191.000 Flüchtlinge stellten 2014 in der EU einen Asylantrag (dabei wird nicht unterschieden, auf welchem Weg die Flüchtlinge nach Europa kamen). Das sind EU-weit 1,2 Asylbewerber pro tausend Einwohner.

  • 123.000 Syrer...

    ...beantragten 2014 in der EU Asyl (2013: 50.000).

  • Asylbewerber in Deutschland

    202.700 Asylbewerber wurden 2014 in Deutschland registriert (32 Prozent aller Bewerber), 81.200 in Schweden (13 Prozent) 64.600 in Italien (10 Prozent), 62.800 in Frankreich (10 Prozent) und 42.800 in Ungarn (7 Prozent).

  • Steigende Zahl der Asylbewerber

    Um 143 Prozent stieg die Zahl der Asylbewerber im Vergleich zu 2013 in Italien, um 126 Prozent in Ungarn, um 60 Prozent in Deutschland und um 50 Prozent in Schweden.

  • Aufnahme der Flüchtlinge

    Mit 8,4 Bewerbern pro tausend Einwohner nahm Schweden 2014 im Verhältnis zur Bevölkerung die meisten Flüchtlinge auf. Es folgten Ungarn (4,3), Österreich (3,3), Malta (3,2), Dänemark (2,6) und Deutschland (2,5).

  • Überfahrt nach Italien oder Malta

    600.000 bis eine Million Menschen warten nach Schätzungen der EU-Kommission allein in Libyen, um in den nächsten Monaten die Überfahrt nach Italien oder Malta zu wagen.

„Die Deutsche Telekom hat viele Liegenschaften, die durch den technischen Wandel längst nicht mehr in dem Maße genutzt werden wie früher“, sagte Personalvorstand Illek der WirtschaftsWoche. „Nicht jede ist für die Unterbringung von Flüchtlingen geeignet, aber dort wo wir helfen können, sind wir gerne bereit, das zu tun.“ Sofern technisch möglich, will die Deutsche Telekom alle Flüchtlingsunterkünfte mit WLAN versorgen. Die meist kostenlosen Hotspots sind für die Flüchtlinge die einzige Möglichkeit, per E-Mail oder Messenger-Dienste mit ihren Verwandten in Kontakt zu treten. „Deswegen unterstützen wir die Hilfsorganisationen und die öffentliche Hand beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur“, sagt Illek.

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Gleichzeitig bietet die Deutsche Telekom der Bundesregierung an, einen größeren Teil der beim konzerneigenen Personaldienstleister Vivento geparkten Beamten an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu entsenden. Sie sollen beim Prüfen der Asylanträge helfen. Erste Beamte hätten spontan ihre Bereitschaft erklärt und würden eingearbeitet. Über die Plattform workeer.de will die Deutsche Telekom Flüchtlingen auch Praktikanten-Plätze anbieten.

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