Führungswechsel: Deutscher soll RIM retten

Führungswechsel: Deutscher soll RIM retten

Es ist das Ende für die Doppelspitze: Mike Lazaridis und Jim Balsillie geben die Führung des kanadischen Blackberry-Hersteller an Thorsten Heins ab. Damit steht nun ein Deutscher an der Spitze von Research in Motion (RIM). Der Ingenieur lernte sein Handwerk bei Siemens. 2007 wechselte Heins zu RIM.

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Auf ihn wartet eine schwierige Aufgabe: Thorsten Heins wird Chef des angeschlagenen Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM).

„Es gibt eine Zeit in der Entwicklung eines jeden Unternehmens, wo die Gründer die Notwendigkeit erkennen müssen, den Stab an eine neue Führung weiterzureichen“, sagte Mitgründer Mike Lazaridis. Die Zeit scheint nun gekommen zu sein. Der Deutsche Thorsten Heins löst mit sofortiger Wirkung das zuletzt viel kritisierte Führungsduo Lazaridis und Jim Balsillie ab, wie das Unternehmen am Sonntag am Sitz im kanadischen Waterloo mitteilte. Lazaridis zieht sich auf den Posten des stellvertretenden Verwaltungsratschefs zurück. Balsillie, der später zu RIM dazugestoßen war, wird einfaches Mitglied des Kontrollgremiums.

Damit endet eine Ära: Lazaridis und Balsillie hatten nicht nur RIM groß gemacht, sie hatten auch maßgeblichen Anteil daran, dass das Smartphone als solches populär geworden ist. Die E-Mail-Maschine Blackberry wurde zum Statussymbol der Manager weltweit. Mit dem Siegeszug von Apples' iPhone und später der Android-Smartphones sank der Stern jedoch.

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RIM war noch vor wenigen Jahren Marktführer bei Smartphones, hat aber derzeit heftig unter den neuen Konkurrenten Apple und Google zu leiden. Die Marktanteile schrumpfen vor allem in den USA seit längerem und damit taumelte auch der Aktienkurs. Deshalb fordern einflussreiche RIM-Aktionäre seit Monaten Konsequenzen in der Führungsetage. „Wir haben aus den Herausforderungen gelernt“, sagte der 54-jährige Thorsten Heins,„Wir müssen unser Marketing verbessern. Wir müssen mehr auf die Kunden zugehen.“

Heins hat sein Handwerk in der früheren Kommunikationssparte von Siemens gelernt, bevor er 2007 zu RIM wechselte, dessen Sitz im kanadischen Waterloo in der Provinz Ontario liegt. Zuletzt leitete der 54-Jährige zusammen mit einem Kollegen das Tagesgeschäft des Blackberry-Herstellers. Die Ernennung des Deutschen weckte bei Branchenexperten jedoch umgehend Zweifel, ob RIM die Wende schaffen kann - sie hatten auf ein neues Gesicht von außerhalb des Konzerns gehofft. „Ich bin mir nicht sicher, ob ein Ingenieur als neuer Chef wirklich die zentralen Probleme von RIM angehen kann“, sagte etwa Analyst Michael Urlocker von GMP Securities.

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