Fusion mit T-Mobile: AT&T fühlt sich ungerecht behandelt

Fusion mit T-Mobile: AT&T fühlt sich ungerecht behandelt

, aktualisiert 02. Dezember 2011, 05:49 Uhr
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AT&T Filiale in New York: Der Konzern wettert gegen die Behörden

von Axel PostinettQuelle:Handelsblatt Online

US-Behörden haben Bedenken gegen die Fusion der Mobilfunkkonzerne AT&T und T-Mobile USA angemeldet. Jetzt hat AT&T mit scharfen Worten reagiert - und wirft den Regulierern Einseitigkeit vor.

San FranciscoAT&T kritisiert in einer Stellungnahme scharf eine Analyse der Telekomaufsichtsbehörde FCC, wonach ein Zusammenschluss mit T-Mobile USA keinen Vorteil für die Allgemeinheit bringen und Arbeitsplätze vernichten werde.

AT&T-Manager Jim Cicconi wirft der Behörde eine einseitige Sicht der Dinge vor:„Aus unserer Sicht stellt sich die Frage, ob die Autoren der Analyse voreingenommen waren“, so Cicconi im Unternehmensblog von AT&T. „Der Report greift einseitig Fakten heraus, die die Sicht der Autoren bestätigen und unterdrückt Fakten, die dagegensprechen.“

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Man habe erwartet, dass der geplante Zusammenschluss der beiden Mobilfunkunternehmen „vorsichtig, abwägend und fair“ geprüft werde. Das sei bei der vorläufigen Stellungnahme der FCC aber nicht der Fall gewesen. Nach Aussagen der  US-Telekomaufsichtsbehörde würde durch den Zusammenschluss der Wettbewerb vermindert und tausende Arbeitsplätze vernichtet.

Außerdem, so die FCC, würde AT&T ohnehin in den Ausbau seines Hochgeschwindigkeitsnetzes LTE investieren, wenn der Zusammenschluss scheitere. Dies geschehe alleine schon aus Wettbewerbsgründen, T-Mobile USA biete attraktive Preise und innovative Produkte und sei somit eine Herausforderung für AT&T.

Für den AT&T-Cheflobbisten sind das reine Spekulationen, die durch keine Fakten untermauert werden können. Teilweise würden sich die vorgebrachten Argumente sogar gegenseitig widersprechen. Unter anderem weist er darauf hin, dass T-Mobile USA kontinuierlich Kunden verliere.


Aufsichtsbehörde weist Vorwürfe zurück

Neil Grace, Sprecher der Aufsichtsbehörde, weist die Anschuldigungen zurück. Die Mitarbeiter würden „leidenschaftslos alle Fakten prüfen einschließlich der jetzt von AT&T geäußerten Bedenken.“ Er betonte, dass sogar von AT&T eingereichte Dokumente, von denen viele als vertraulich behandelt werden müssen, von massiven Arbeitsplatzverlusten sprächen.

„Das war ein ziemlich harter Schlag für AT&T“, kommentiert Paul Gallant, Analyst bei Guggenheim Securities gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Aber die Antwort zeigt auch, dass der Kampf noch lange nicht vorbei ist.“ Eine Einigung mit dem Justizministerium sei unwahrscheinlich, aber vor Gericht bestehe noch eine gewisse Chance.

Im August hatte sich das US-Justizministerium klar gegen den 39-Milliarden-Dollar-zusammenschluss von T-Mobile USA und AT&T ausgesprochen. Ein Gerichtsverfahren ist für Februar 2012 angesetzt.  Mitte der Woche hatte das Wall Street Journal berichtet, die beiden Mobilfunkanbieter würden an einem „Plan B“ arbeiten für den Fall eines Scheitern der Übernahme.

Demnach soll es dann zu einem Joint Venture kommen, in dem die Mobilfunknetze gebündelt werden. Der Bericht wurde am Donnerstag von einem Telekom-Sprecher in Bonn scharf zurückgewiesen. Es geben keinen „Plan B“. Man halte an dem Vorhaben fest.

Quelle:  Handelsblatt Online
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