Gefälschter Lebenslauf: Yahoo steht zur Filetierung bereit

13. Mai 2012
Der bisherige Yahoo-Chef Scott Thompson Quelle: dapdBild vergrößern
Nachdem bekannt wurde, dass sein Lebenslauf falsche Angaben beinhaltete, ist Yahoo-Chef Scott Thompson nicht mehr zu halten Quelle: dapd
von Matthias Hohensee

Sein geschönter Lebenslauf hat Scott Thompson den Job gekostet. Für Yahoo ist der Rücktritt eine Katastrophe. Der Medienkonzern steht nun vor der Zerschlagung.

Eine Woche lange hatte Scott Thompson eisern versucht, die Affäre um seinen geschönten Lebenslauf zu befrieden. Seinen Mitarbeitern erklärte der 54-Jährige, dass ihm ein Personalberater schon vor Jahren versehentlich einen Abschluss in Informatik angedichtet hätte und dies von ihm nicht bemerkt worden wäre.

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Doch diese lahme Entschuldigung nutzte nichts – als Chef eines börsennotierten Unternehmens, das sich zudem in einem schmerzhaften Turnaround befindet, war Thompson nicht mehr zu halten.

Zumal sein ärgster Widersacher Daniel Loeb, der die Affäre ins Rollen gebracht hatte und dessen Hedgefond Third Point 5,8 Prozent des Internet-Unternehmens besitzt, unmissverständlich klar gemacht hatte: Thompson muss gehen. Diesem a Damit Loeb Ruhe gibt, soll der Yahoo-Aufsichtsrat nun mit mindestens zwei seiner Vertrauten besetzt werden. Kommissarisch übernimmt Ross Levinsohn, Chef von Yahoos Mediensparte, den Vorstandvorsitz.

Vorzeigeunternehmen wird filetiert und verkauft

Für Yahoo ist der Rücktritt eine Katastrophe. Erst im Januar war nach langem Suchen der ehemalige Paypal-Chef als Nachfolger der wegen Erfolglosigkeit im September 2011 gefeuerten Powerfrau Carol Bartz bestallt worden. Thompson kündigte an, Yahoo wieder stärker als Technologiedienstleister aufzustellen und strich 2000 Jobs. Doch seine Strategie leuchtete selbst seinen Topmanagern nicht ein.

Als Folge verließen weitere hochkarätige Experten wie der langjährige Forschungschef Prabhavar Raghavan frustriert das Unternehmen. Wie viele Ex-Yahoo-Veteranen arbeitet er nun für Google.

Thompsons Rücktritt wird dazu führen, dass das einstige Internet-Vorzeigeunternehmen des Silicon Valley nun doch filetiert und einzeln verkauft wird. Besonders an dessen Asiengeschäft sind Investoren interessiert.

Jerry Yang wird es nicht verhindern können. Der Yahoo-Gründer hat sich schon vor Monaten desillusioniert zurückgezogen. Zwar schreibt Yahoo dank des boomenden Online-Werbemarktes Gewinne. Doch das Unternehmen wird von Wettbewerbern wie Google und Facebook schwer in die Zange genommen.

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