Gefloppter Kartendienst: Apple-Chef Cook schmeißt Manager raus

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Gefloppter Kartendienst: Apple-Chef Cook schmeißt Manager raus

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Vorstandschef Tim Cook hat den für das Kartengeschäft verantwortlichen Manager Scott Forstall entlassen. Der Manager war seit 15 Jahren bei Apple beschäftigt.

Tim Cook zeigt erneut Härte. Der Jobs-Nachfolger baut die Apple-Spitze rigoros um. Dem für den Kartendienst zuständigen Manager Scott Forstall gab er nun den Laufpass.

Tim Cook zeigt erneut Härte. Der Apple-Chef zieht Konsequenzen aus dem Reinfall seines Kartendienstes und entließ den verantwortlichen Manager Scott Forstall. Forstall hat praktisch sein gesamtes Berufsleben mit dem verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs zusammengearbeitet, erst bei dessen Firma Next und dann bei Apple. Forstall zählte zu den Architekten des Computer-Betriebssystems OS X, das Apples Macs antreibt, und entwickelte daraus auch federführend die iOS-Software, mit der die iPhones und iPads laufen. Das machte ihn zur logischen Besetzung für den iOS-Chefposten.

Allerdings soll es laut US-Medienberichten Spannungen zwischen dem Chef-Designer Jonathan Ive und Forstall gegeben haben, dem auch Ambitionen für den Chefposten nachgesagt wurden. Doch sein Weggang zeichnete sich über Jahre ab, wie Unternehmenskenner berichteten. So habe er mit seinem aggressiven Auftreten andere Manager verschreckt und nach Jobs' Tod im vergangenen Jahr nur noch wenige Verbündete an der Firmenspitze gehabt.

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Forstalls Abteilung war für ein Software-Update im September zuständig, mit dem Google Maps auf iPhones und iPads durch Apples erste eigene Kartenanwendung ersetzt wurde. Apple musste dafür heftige Kritik von Kunden einstecken. Nutzer und Experten zeigten sich über peinliche Fehler und das Design der Anwendung überrascht, die in einigen Punkten hinter der Software von Google zurückblieb. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten nun, Forstall habe sich geweigert, die Verantwortung zu übernehmen und eine öffentliche Entschuldigung des Unternehmens zu unterschreiben. Stattdessen bat Cook selbst Ende September um Vergebung und empfahl Nutzern, etwa Landkarten von Konkurrenten wie Google, Microsoft oder Nokia zu verwenden.

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Wenn Apple ein neues Produkt auf den Markt bringt, stehen die Kunden Schlange. Am 21. September kommt das iPhone 5 voraussichtlich in die deutschen Geschäfte. Zum Verkaufsstart rechnen Analysten mit bis zu 10 Millionen verkauften Exemplaren weltweit. Quelle: dapd

Cook machte dem Drama nun ein Ende. Forstall scheidet im kommenden Jahr aus. Bis zu diesem Zeitpunkt wird er als Berater von Apple-Chef Cook fungieren. Seine bisherigen Aufgaben übernimmt Craig Federighi, der schon für Mac OS verantwortlich ist und nun auch die Entwicklung von iOS voranbringen soll. Apple erklärte, der Chefdesigner Jony Ive werde die äußere Erscheinung der Apple-Software verantworten. Der Leiter der Sparte Online-Dienste und iTunes, Eddy Cue, übernimmt zusätzlich den Kartendienst und Siri, den "virtuellen Assistenten" auf iPhones und iPads.

Cook besetzt wichtige Position neu

Mit Vertriebschef John Browett scheidet nach nur sechs Monaten im Amt ein weiterer Spitzenmanager aus. Browett war im April von der britischen Elektronikkette Dixons Retail zu Apple gewechselt, wo die Apple Stores in seinen Zuständigkeitsbereich fielen. Browett verringerte die Personalausstattung in den Apple-Geschäften, was das Unternehmen später rückgängig machte und als Fehler bezeichnete. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, Browett habe nicht zu Apple gepasst. Analysten zufolge will Firmenchef Cook Apple mit dem Management-Umbau seinen Stempel aufdrücken. "Vielleicht war er von den Maps-Problemen enttäuscht und hat Forstall zum Sündenbock gemacht", sagte Ben Wood von CCS Insight.

Als Cook die Leitung des Apple-Konzerns übernahm, trauten ihm viele nicht zu, die großen Fußstapfen auszufüllen in die er trat. Jahrelang stand Cook im Schatten des "iGod" Jobs. Bei seinen ersten Auftritten wirkte er nüchterner, und nicht halb so charismatisch wie der Apple-Gründer. Cook ist weder Visionär noch Entertainer doch als Apple-Chef beweist er Führungsstärke und rüttelt nun auch am personellen Erbe seines Vorgängers, der sich gerne mit Weltklasseleute umgab.

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