Gerüchteküche brodelt: Tüftelt Apple am Elektroauto?

Gerüchteküche brodelt: Tüftelt Apple am Elektroauto?

, aktualisiert 14. Februar 2015, 11:04 Uhr

Seit Tagen wird in US-Blogs spekuliert, Apple könnte ein Auto bauen. Jetzt stimmen Zeitungen mit ein. Laut „Wall Street Journal“ entwerfen mehrere Apple-Mitarbeiter ein Elektroauto - und das schon seit Monaten.

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Angeblich bastelt Apple an einem Auto mit Elektroantrieb

Apple entwickelt laut einem Zeitungsbericht ein Elektroauto. Das gewöhnlich sehr gut informierte „Wall Street Journal“ schrieb am späten Freitagabend, mehrere hundert Beschäftigte arbeiteten daran in einem geheimen Labor in Kalifornien.

Apple-Chef Tim Cook habe das Projekt mit dem Codenamen „Titan“ bereits vor knapp einem Jahr gebilligt, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Es werde von Apple-Veteran Steve Zadesky geleitet, der schon am iPod und iPhone mitgearbeitet habe und einst bei Ford gewesen sei.

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Zunächst werde an einem Design gearbeitet, das einem Minivan ähnlich sehe, berichtete das „Wall Street Journal“. Es könne sein, dass Apple sich am Ende aber auch gegen eine Fortführung des Projekts entschließe, hieß es einschränkend. Zudem ist Apple bekannt dafür, viele Prototypen zu testen, die nicht zu fertigen Produkten werden.

So gibt es zum Beispiel immer noch keinen Apple-Fernseher, über den schon vor Jahren spekuliert wurde. Allerdings schrieb die Zeitung auch, Zadesky dürfe ein Team von bis zu 1000 Leuten aufbauen. Bei dieser Dimension wäre es ein sehr ernsthaftes Projekt.

Stunden zuvor hatte am Freitag die „Financial Times“ berichtet, Apple heuere Autoingenieure an, und ein geheimes Team aus Dutzenden Mitarbeitern arbeite an „automobilen Produkten“. Es ist der Höhepunkt mehrtägiger Spekulationen über ein mögliches Apple-Auto. Sie gingen los, als bekanntwurde, dass ein in Kalifornien gesichteter schwarzer Van mit ungewöhnlichen Kamera-Aufbauten von Apple geleast wurde.

Zunächst war vermutet worden, dass Apple mit dem Wagen neue Aufnahmen für seinen Kartendienst mache. Doch nach und nach nahmen in den Berichten Hinweise auf ein eigenes Autoprojekt des iPhone-Riesen zu.

Apple-Manager seien nach Österreich geflogen, um sich mit Auftragsfertigern zu treffen, unter anderem mit Magna Steyr, schrieb das „Wall Street Journal“. Der Konzern hoffe, das Geschäft mit Elektroautos ähnlich prägen zu können wie einst den Smartphone-Markt mit dem iPhone, wurde eine der Quellen zitiert.

Die größten Hersteller von Elektroautos in Deutschland

  • Platz 10

    Ford: 59 zugelassene Elektroautos

    Seit 2013 hat Ford den Focus Electric im Angebot. Doch der große Erfolg blieb dem E-Focus bislang verwehrt: In Deutschland wurden bis zum ersten Halbjahr 2014 gerade einmal 59 Fahrzeuge zugelassen.

  • Platz 9

    Tesla: 638 zugelassene Elektroautos

    Mit dem Roadster wurde Tesla einst als Elektropionier gefeiert, auch das aktuelle Model S sorgt für Furore. Doch der Aufschwung scheint gerade erst zu kommen: Bereits im ersten Halbjahr 2014 wurden mehr als doppelt so viele Elektroautos von Tesla verkauft als im ganzen Jahr 2013.

  • Platz 8

    Mitsubishi: 926 zugelassene Elektroautos

    Mitsubishi zehrt bei den Elektroautos noch von den Erfolgen des iMiev aus dem Jahr 2011. Damals konnten die Japaner mangels Konkurrenz fast 700 Elektroautos verkaufen. Doch seitdem hat das Interesse am iMiev in Deutschland stark abgenommen, weshalb bis heute nur noch knapp 200 weitere Fahrzeuge dazugekommen sind.

  • Platz 7

    Citroën: 948 zugelassene Elektroautos

    Wie bei Mitsubishi ist die erste Welle des Elektro-Erfolgs bei Citroën wieder abgeklungen. Kein Wunder, schließlich ist der C-Zero der Franzosen mit dem Mitsubishi iMiev baugleich. Er hatte 2012 sein bestes Jahr, danach retteten noch einige Zulassungen für das Citroën-eigene Carsharing die Statistik.

  • Platz 6

    Opel: 1450 zugelassene Elektroautos

    Kein Elektroauto verkaufte sich so gut wie der Opel Ampera. Leider gilt das nur für das Jahr 2012. Seitdem ging es mit den Ampera-Zulassungen bergab, von 828 im Jahr 2012 auf 335 im Jahr 2013. Seit Jahresbeginn 2014 fanden nur noch 46 Amperas einen Käufer.

  • Platz 5

    Nissan: 1712 zugelassene Elektroautos

    Bei Nissan sind die Zulassungszahlen für den Leaf konstanter. Nach dem Anlauf-Jahr 2012 fanden im vergangenen Jahr 855 Leafs einen Abnehmer. Im ersten Halbjahr 2014 waren es wieder knapp 400, womit das Gesamtjahr auf dem Vorjahresniveau liegen könnte.

  • Platz 4

    Renault: 1801 zugelassene Elektroautos

    Mit ihrer Submarke Renault Z.E. gelten die Franzosen als Vorreiter im Elektromarkt. Neben den 1532 Zoe haben seit der Erfassung 2011 auch 269 Fluence Z.E. einen Käufer gefunden. Doch der Erfolg könnte noch größer sein: Der ausgefallene Twizy taucht in der Statistik nicht auf – er zählt offiziell als Quad.

  • Platz 3

    BMW: 1935 zugelassene Elektroautos

    Quasi aus dem Stand schafft es BMW auf das Treppchen. Obwohl der i3 erst im November 2013 auf den Markt gekommen ist, brachte er es bis Jahrsende auf 559 Zulassungen. Bis Ende Juni 2014 kamen 1376 weitere dazu.

  • Platz 2

    Volkswagen: 2050 zugelassene Elektroautos

    Beim größten deutschen Autohersteller wurde die Elektromobilität lange stiefmütterlich behandelt. Doch mit dem Start des E-Up und des E-Golfs stiegen die Zulassungen rapide an. Im ersten Halbjahr 2014 lagen beide Modelle mit knapp über 500 Zulassungen fast gleichauf. Der E-Up konnte aber 2013 schon 785 Zulassungen absahnen, als der Elektro-Golf noch gar nicht auf dem Markt war.

  • Platz 1

    Daimler: 3612 zugelassene Elektroautos

    Die Kleinwagenmarke Smart führt Daimler an die Spitze. Die drei Zulassungen des sündhaft teuren Elektro-SLS sind vernachlässigbar, ebenso die Elektro-B-Klasse. Den Großteil holt Daimler mit dem Smart electric drive, von dem alleine 2013 fast 1900 Exemplare zugelassen wurden. Daran ist das hauseigene Carsharing Car2go nicht unschuldig.

    Quelle: Statista.de, Stand 1. Halbjahr 2014

Die Entwicklung eines Autos dauert mehrere Jahre und verschlingt viel Geld. Aktuell erforsche das Team unter anderem verschiedene Metalle und andere Materialien für die Autoproduktion. Apple kann sich teure Experimente leisten: Der Konzern sitzt auf einem Geldberg von 178 Milliarden Dollar und fährt vor allem dank des iPhone-Erfolgs einen Milliardengewinn nach dem anderen ein.

Apple entwickelt die Software CarPlay für eine bessere Integration des iPhones in die Unterhaltungsanlagen von Autos. Nach Darstellung der „Financial Times“ wiesen einige Neueinstellungen aber darauf hin, dass die Ambitionen darüber hinausgehen könnten. Zu den von Apple angeheuerten Mitarbeitern gehörten auch Autodesigner und Spezialisten für Fahrzeugdynamik, hieß es in dem Bericht.

Bekannt ist, dass der Chef des kalifornischen Entwicklungszentrums von Mercedes, Johann Jungwirth, bereits im vergangenen September zu Apple wechselte. Laut seinem Profil beim Karriere-Netzwerk LinkedIn geht es in seinem neuen Job aber um die Entwicklung von Mac-Systemen.

Seit Januar arbeitet bei Apple auch der Manager Robert Gough, der zuvor beim Autozulieferer Autoliv war. Er gibt als seinen neuen Arbeitsplatz via LinkedIn eine Gruppe für Spezialprojekte an.

Der Chef des benachbarten Elektroauto-Herstellers Tesla aus Palo Alto, Elon Musk, hatte vor kurzem in einem Interview gesagt, Apple werbe bei ihm Mitarbeiter ab. Zugleich gibt es im Silicon Valley aber auch insgesamt einen scharfen Wettbewerb um Talente - und bei Tesla arbeiten inzwischen nach einer Auswertung des Finanzdienstes Bloomberg derzeit schon rund 150 ehemalige Apple-Beschäftigte. Apples Suche nach Batteriespezialisten wurde bisher eher als Zeichen für die Forschung nach besseren Akkus für Apple-Geräte interpretiert.

Weitere Artikel

Ein mögliches iCar wäre nicht das erste Auto aus dem Silicon Valley. Der Internet-Riese Google arbeitet schon lange an der Technologie für selbstfahrende Autos und stellte im vergangenen Jahr ein erstes Fahrzeug aus eigener Entwicklung vor. Es ist ein Zweisitzer mit Elektroantrieb, der komplett vom Computer gesteuert werden und ganz ohne Lenkrad und Pedale auskommen soll.

Google erklärte, man wolle damit den Verkehr in den Städten revolutionieren. Für Apple sei ein selbstfahrendes Auto hingegen aktuell nicht Teil der Pläne, schrieb das „Wall Street Journal“.

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