Geschäftszahlen: Blackberrys schwarzer Freitag

Geschäftszahlen: Blackberrys schwarzer Freitag

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John Chen hat nach Thorsten Heins das Ruder bei Blackberry übernommen.

von Meike Lorenzen

Der Smartphone-Konzern muss Ende der Woche wieder seine Q3-Zahlen vorlegen. Und langsam wird die Luft für die Kanadier dünn. Nun soll der Konzern auch noch zwei weitere hochrangige Manager entlassen haben.

Mit dem schlimmsten rechnen Analysten und Branchenkenner für den kommenden Freitag, wenn Blackberry seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vorlegt. In nahezu allen Sparten werden sich die Zahlen verschlechtert haben, mutmaßt die Branche. Verbrenne das Unternehmen weiter in diesem Ausmaß Geld, wird es ohne Zweifel nicht mehr lange überleben können. Vielleicht steht Blackberry noch in diesem Jahr das Aus bevor, heißt es. Beim Blick auf die Blackberry-Bilanz der vergangenen Jahre mag niemand so richtig an eine Kehrwende glauben. Alleine im vergangenen Quartal musste der Konzern eine Milliarde US-Dollar Verlust verbuchen. Analysten rechnen fest damit, dass die Talfahrt weiter geht. Zu schlecht läuft das einstige Vorzeige-Geschäft mit Smartphones.

Der amtierende Interim-Chef John Chen stemmt sich gegen die schlechte Stimmung. Anfang November hat er das Ruder bei Blackberry übernommen und soll es nun herumreißen.

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Dabei schaut er deutlich mehr nach innen als nach außen und strukturiert das Unternehmen kräftig um. Nach einem Berichts des Wall Street Journal müssen zwei weitere Topmanager und Urgesteine bei Blackberry gehen. Demnach verlassen sowohl Rick Costanzo, verantwortlich für den weltweiten Vertrieb, und Chris Wormald, strategische Allianzen, den Konzern. Constanzo soll anfänglich Anfang des Jahres bei Blackberry ausscheiden, Wormald schon im Dezember. Das Unternehmen hat die Meldung bisher nicht bestätigt.

Bereits am 25. November wurde Chen aktiv und entließ Kristian Tear, verantwortlich für das operative Geschäft, und Marketing-Chef Frank Boulben. Auch Finanzchef Brian Bidulka hat sein Amt bereits abgegeben.

London 2013 Blackberry-Launch - die Droge wirkt wieder

RIM hat seine neuen Blackberrys vorgestellt. Für den angeschlagenen Smartphone-Trendsetter ist es vermutlich die letzte Chance, auf die Erfolgsspur zurückzufinden. Die Chancen stehen besser als erwartet.

huGO-BildID: 29653479 Thorsten Heins, CEO of Research in Motion, announces that the company will now be known as BlackBerry, Wednesday, Jan. 30, 2013 in New York. The new BlackBerry smartphone is promising a speedy browser, a superb typing experience and the ability to keep work and personal identities separate on the same phone, the fruit of a crucial, long-overdue makeover for the Canadian company. (Foto:Mark Lennihan/AP/dapd) Quelle: dapd

Was Chen bisher verpasst, ist die Chance die interne Neuausrichtung auch nach außen gut zu verkaufen. Er setzt auf Zurückhaltung und meldet sich nur selten zu Wort.

Lediglich in einem öffentlichen Brief an alle Geschäftskunden schrieb er Anfang des Monats, dass Blackberry wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren und Unternehmen vor allem Service bieten wolle. Doch mit dieser Idee ist Blackberry nicht alleine. Auch der IT-Gigant Microsoft will dieses Feld stärker für sich ausschlachten, nachdem das Geschäft mit Software-Lizenzen in der Folge des Smartphone- und Tablet-Booms immer weiter einbricht.

Während Microsoft auf ein neues Geschäftsfeld im Bereich Cloud-Services setzt, will Blackberry vor allem abhörsichere Smartphones auf den Markt bringen. Als erstes Unternehmen stellte der Konzern zum Beispiel die neuen Telefone für die Bundesregierung vor, mit denen Nachrichten besser verschlüsselt werden sollen.

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Investoren haben auf Chens Schreiben eher skeptisch reagiert. Überhaupt wird ihm seitens der Investoren nicht zugetraut, Blackberry neu ausrichten zu können. Seit er im Amt ist, ist die Aktie am Nasdaq um etwa 22 Prozent gefallen. Der Absturz hat sicher auch damit zu tun, dass der Plan des früheren Blackberry-Chefs Thorsten Heins nicht aufgeht, mit einer neuen Smartphone-Generation endlich wieder erfolgreich zu sein. Als Heins die Firma verließ, hinterließ er eine Milliarde unverkaufte Z 10.

Interim-Chef Chen ist in dieser Situation um seine Aufgaben nicht zu beneiden. Viele Optionen bleiben ihm nicht. Die Smartphone-Sparte komplett zu schließen wäre überaus kostspielig. Noch teurer – vielleicht kaum zu finanzieren wäre es, Blackberry komplett dichtzumachen, sagt Citigroup Analyst Ehud Gelblum gegenüber dem Wall Street Journal.

Er vermutet, dass die Abwicklung des Unternehmens etwa vier Milliarden US-Dollar kosten würde. Das ist mehr als Blackberry gerade zur Verfügung steht. Dabei hatte die Fairfax Financial Holding gerade erst eine Milliarde US-Dollar in den Konzern gepumpt. Mehr als Zeit scheint damit jedoch nicht gekauft worden zu sein. 

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