Gescheiterter Verkauf an AT&T: Rückschlag für Telekom-Chef Obermann

KommentarGescheiterter Verkauf an AT&T: Rückschlag für Telekom-Chef Obermann

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Chef der Deutschen Telekom René Obermann hat auf dem amerikanischen Markt einen Rückschlag erlitten.

von Angela Hennersdorf

Nach andauernden Bedenken der US-Wettbewerbshüter hat der US-Konzern AT&T den Kauf von T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar abgesagt. Das Scheitern ist für Telekom-Chef Rene Obermann ein herber Rückschlag. Amerika bleibt für den Bonner Dax-Konzern ein riskantes und teures Abenteuer mit ungewissem Ausgang.

Zuletzt blieb den Bonnern in den USA nur noch eines: In Stellenanzeigen suchten sie verzweifelt nach gewieften Anwälten. Sie sollten als Lobbyisten in der US-Hauptstadt Washington bei der mächtigen Telekommunikationsbehörde FCC und dem US-Justizministerium die richtigen Strippen ziehen und dafür sorgen, dass der Verkauf von T-Mobile USA an den Konkurrenten AT&T doch noch klappt.

Doch schon seit Wochen galt der Verkauf in Washington als praktisch tot. „Da muss schon noch ein Wunder geschehen“, hieß es in Lobbyisten-Kreisen in der amerikanischen Hauptstadt.

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Das Wunder ist nicht geschehen. Schon als AT&T vor neun Monaten den Kauf von T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar bekannt gab, meldete die mächtige US-Telekommunikationsbehörde FCC unmittelbar massive Bedenken gegen den Verkauf an.

Auch das US-Justizministerium stemmte sich gegen den Deal. Im August klagte das Ministerium gegen das Vorhaben der beiden Konzerne. Eine Fusion gehe zu Lasten des Wettbewerbs in den meisten der über 100 regionalen Mobilfunkmärkte, so die Aufsichtsbehörden in den USA, und führe zu höheren Preisen. Mit den 33,7 Millionen Kunden von T-Mobile hätte AT&T in den USA einen Marktanteil von 39 Prozent.

T-Mobile darf Netz mitbenutzen

Jetzt muss AT&T an die Deutschen eine Entschädigung zahlen. Rund drei Milliarden Dollar in bar hatten die Amerikaner der Deutschen Telekom für den Fall eines Scheiterns der Transaktion versprochen. Offenbar reißt diese Summe aber kein Riesenloch in die Kassen von AT&T. Nach Analysteninformationen hieß es, AT&T könne diese Summe steuerlich geltend machen.

Außerdem darf T-Mobile USA nun das Netz von AT&T teilweise mitnutzen. Die Deutschen erhalten außerdem ein Paket von Mobilfunk-Frequenzen, die nach Unternehmensangaben ebenfalls einen Wert von rund drei Milliarden Dollar haben.

Richtig happy kann Telekom-Chef René Obermann damit aber nicht sein. Im Gegenteil: Der geplatzte Deal ist für Obermann ein herber Rückschlag. Unbedingt will er das Amerika-Geschäft endlich loswerden. Mit dem Erlös aus dem Verkauf an AT&T sollte der Schuldenabbau des Konzerns vorangetrieben werden. Doch daraus wird jetzt erst einmal nichts.

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