Gesunkene Erwartungen: Kabel Deutschland senkt Prognose nach Übernahme durch Vodafone

Gesunkene Erwartungen: Kabel Deutschland senkt Prognose nach Übernahme durch Vodafone

Die Übernahme durch Vodafone drückt auf das Ergebnis von Kabel Deutschland. Im Zuge der Übernahme entstünden außerplanmäßige Aufwendungen von etwa 205 Millionen Euro, die den Jahresüberschuss belasteten.

Kurz nach der knapp elf Milliarden Euro teuren Übernahme durch Vodafone schraubt Kabel Deutschland seine Erwartungen nach unten. Der Umsatz werde im Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende März) ohne Einspeiseentgelte von ARD und ZDF nur noch um fünf bis sechs Prozent steigen, teilte der mit 8,5 Millionen Kabel-Haushalten größte Netzbetreiber Deutschlands am Mittwochabend mit. Bislang hatte Kabel Deutschland ein Plus von acht Prozent erwartet. Nach einem schwachen ersten Quartal sei der Umsatz auch im zweiten Vierteljahr bereinigt nur um knapp sechs Prozent gestiegen.

Die großen deutschen Kabelnetzbetreiber

  • Kabel Deutschland

    Firmensitz: München
    Umsatz (2012/13): 1,83 Milliarden Euro

    Gewinn (2012/13): 247 Millionen Euro

    Kunden: 8,5 Millionen

  • Unitymedia KabelBW

    Firmensitz: Köln

    Umsatz (2012): 1,8 Milliarden Euro

    Gewinn (2012): 260 Millionen Euro

    Kunden: 7 Millionen

  • Tele Columbus

    Firmensitz: Berlin

    Umsatz (2012): 237 Millionen Euro

    Gewinn (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen): 94 Millionen Euro

    Kunden: 2,1 Millionen

Zudem führt die Übernahme durch Vodafone zu außerplanmäßigen Kosten von rund 205 Millionen Euro, die den Gewinn belasteten. Unter anderem müssten die Kredite wegen des neuen Eigentümers neu finanziert werden. Die steuerlichen Verlustvorträge ließen sich nicht mehr nutzen und würden damit wertlos. Eine konkrete Gewinnprognose nannte Kabel Deutschland nicht.
Das Unternehmen aus Unterföhring bei München setzte ein Fragezeichen hinter die Dividende: Wie viel für 2013/14 an die Aktionäre ausgeschüttet werde, sei ungewiss. Bislang hatte der Kabel-Marktführer eine Gewinnbeteiligung versprochen, die mindestens auf dem letztjährigen Niveau von 2,50 Euro je Titel liegen sollte. Das wird die Aktionäre, die am Donnerstag auf der Hauptversammlung zusammenkommen, nicht freuen. Vodafone hält nach dem Übernahmeangebot gut drei Viertel der Anteile.

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Im zweiten Quartal kletterte der bereinigte Umsatz um 5,7 Prozent auf 471 Millionen Euro. Dabei rechnet der Konzern die Effekte heraus, die sich aus dem Wegfall der Einspeisegebühren der öffentlich-rechtlichen Sender ergaben. Die öffentlich-rechtlichen Sender zahlten früher 60 Millionen Euro pro Jahr an die Kabelnetzbetreiber, damit diese ihre Programme in die Wohnzimmer bringen. Angesichts knapper Kassen beendeten ARD und ZDF Ende 2012 die Praxis und kündigten die Verträge. Im Gegenzug kippten Kabel Deutschland und Unitymedia einige Sender aus dem Netz. Zudem wird der Clinch vor Gerichten in ganz Deutschland ausgefochten. Die Kabelfirmen fürchten bei einem Erfolg von ARD und ZDF, dass die Privatsender nachziehen.
Die Erwartungen für die bereinigte Umsatzrendite (Ebitda-Marge), die Investitionen (Capex) und den Verschuldungsgrad bestätigte Kabel Deutschland. 2013/14 soll die operative Umsatzrendite auf 48 von 47,1 Prozent im Vorjahr steigen.

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