Glasfasernetz: Telekom will mit Energieversorgern kooperieren

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Schnelle Glasfaserkabel sind teuer - deshalb will René Obermann mit Energieunternehmen und vor allem Stadtwerken zusammenarbeiten

von Jürgen Berke

Der Telekom-Chef strebt Kooperationen mit Energieunternehmen an, damit er den Bau schneller Glasfasernetze nicht alleine finanzieren muss. Ein Anfang ist gemacht.

Telekom-Chef René Obermann umwirbt Energieunternehmen, damit er die Milliardeninvestitionen stemmen kann, die für den Neubau superschneller Glasfasernetze anfallen. Vor allem mit Stadtwerken und Kommunen will er enger zusammenarbeiten. Die erste Kooperation startet der Konzern in Chemnitz. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichnete der Telekom-Vorstand in der vergangenen Woche mit dem sächsischen Versorger Eins Energie, der mehrheitlich den kommunalen Stadtwerken gehört. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Verhandlungskreisen. Auf Anfrage wollte sich die Deutsche Telekom nicht dazu äußern.

Nach Informationen der WirtschaftsWoche sieht der Vertrag vor, dass Eins Energie Glasfaser in rund 60.000 Haushalte verlegt und dafür sämtliche Baukosten trägt. Im Gegenzug mietet die Telekom die Netze an und kümmert sich insbesondere darum, dass über die superschnellen Glasfaseranschlüsse auch neue Dienste wie interaktives Fernsehen in die Wohnzimmer kommen.

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Grafik Anteil der Haushalte mit direkter Glasfaseranbindung 2011

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Aus Sicht der Telekom sind solche Kooperationen mit Stadtwerken überaus sinnvoll, da rund 80 Prozent der Kosten beim Verlegen eines Glasfaserausschusses beim Tiefbau entstehen. Die für die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser zuständigen Stadtwerke brauchen die Straße nur einmal aufzureißen. Der Baubeginn in Chemnitz steht allerdings noch unter dem Vorbehalt, dass 80 Prozent der Hauseigentümer mit dem Verlegen der Leitungen einverstanden sind und zehn Prozent der potenziellen Kunden den Glasfaseranschluss vorab verbindlich buchen.

Konzernchef Obermann braucht schnelle Glasfaseranschlüsse in den Städten, um zu verhindern, dass noch mehr Kunden zu den Betreibern von TV-Kabelnetzen wechseln. Allerdings fehlt der Telekom die Ertragskraft, um den Ausbau im Alleingang finanzieren zu können. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Wik-Consult würde ein flächendeckender Glasfaserausbau in Deutschland bis zu 80 Milliarden Euro verschlingen.

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Nur in Ballungszentren würde sich ein Ausbau lohnen. Doch dort sind inzwischen so viele Telekom-Kunden zur Konkurrenz gewandert, dass auch dort die kritische Masse fehlt. Die Folge: Ohne die Telekom als Großinvestor fällt Deutschland weit hinter andere Länder zurück, die zum Teil mit hohen Subventionen den Bau solcher Datenautobahnen anschieben. Bisher ist in Deutschland nicht einmal ein Prozent aller Haushalte an solch ein Netz angeschlossen. Zum Vergleich: In Südkorea sind es fast 60 Prozent (siehe Grafik oben).

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