Google: Suchmaschine bestreitet EU-Wettbewerbsvorwürfe

Google: Suchmaschine bestreitet EU-Wettbewerbsvorwürfe

Im Streit mit Google sind der EU-Kommission vor allem die prominent platzierten Treffer aus der Preissuchmaschine Google Shopping ein Dorn im Auge. In dem Wettbewerbsverfahren hat der Konzern nun seine Sicht vorgelegt.

Google geht in dem langjährigen europäischen Wettbewerbsverfahren auf Konfrontationskurs zur EU-Kommission. Die Vorwürfe der Brüsseler Wettbewerbshüter seien ungerechtfertigt, erklärte der Internet-Konzern in einem Blogeintrag am Donnerstag. Google sorge im Gegenteil für mehr Auswahl für europäische Verbraucher.

Die Kommission hatte Google im April formell vorgeworfen, in der Suchmaschine den eigenen Shopping-Dienst mit Links zu Online-Händlern zu bevorzugen. Konkurrierende Preissuchmaschinen würden dadurch benachteiligt. In dem Verfahren droht in letzter Konsequenz ein milliardenschweres EU-Bußgeld. Auch Auflagen für Googles Geschäftsmodell in Europa sind möglich.

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Google in Zahlen

  • Gesamtumsatz

    Der Umsatz des Internet-Giganten lag im vierten Quartal 2014 bei 18,1 Milliarden Dollar. Den größten Teil seiner Umsätze (12,4 Milliarden Dollar) erzielte Google dabei auf den eigenen Seiten, den Rest (3,7 Milliarden Dollar) auf den Webseiten von Geschäftspartnern.

  • Haupteinnahmequelle

    Wenn es um das Geldverdienen geht, ist Google quasi ein „One-Trick Pony“, also ein Zirkuspferd, das nur einen einzigen Trick beherrscht, nämlich Werbung. Von den 18,1 Milliarden Dollar Umsatz im vierten Quartal 2014 entfielen gut 16,1 Milliarden auf Online-Werbung.

  • Weitere Einnahmequellen

    In der Google-Bilanz wird neben Online-Werbung nur noch ein Umsatz-Segment mit dem Namen „Other“ (Anderes) aufgelistet. Hinter diesen Umsätzen von knapp zwei Milliarden Dollar, die Google nicht weiter aufschlüsselt, stehen nach Experten-Einschätzung vor allem die Gebühren aus dem Play Store, die der Internet-Riese von den Entwicklern von Android-Apps und Unterhaltungsanbietern verlangt.

  • Die Dienste des Internet-Giganten

    Google Suche, G-Mail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play: Die Liste der Google-Dienste wird von Jahr zu Jahr länger. In seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern außerdem bereits an weiteren Produkten wie einem selbstfahrenden Auto oder Heißluft-Ballons, über die auch entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgt werden sollen.

Die Behörde bestätigte, sie habe die Antwort des Konzerns auf die Vorwürfe erhalten. „Vor einer Entscheidung zum weiteren Vorgehen werden wir die Antwort von Google sorgfältig prüfen...“, sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager auf dpa-Anfrage in Brüssel. Zum weiteren Zeitplan gab es keine offiziellen Angaben. Laut Wettbewerbsexperten dürfte der Fall erst 2016 abgeschlossen werden.

Sie befürchte, Google habe sich „einen unfairen Vorteil verschafft“, hatte Vestagher im April gesagt. In Wettbewerbsverfahren drohen als letzte Konsequenz Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes - üblicherweise wird dieser Rahmen aber nicht ausgeschöpft. Google hatte 2014 Erlöse von 66 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Google hatte nach zwei Fristverlängerungen bis 31. August Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Der Konzern habe die Besorgnis der Kommission, „dass unsere Innovationen wettbewerbsfeindlich sind“, ernstgenommen, hieß es in dem Blogeintrag. Daten zeigten aber, dass viele Nutzer über Google zu den Preissuchmaschinen gelangt seien. Außerdem habe die Kommission den Einfluss von Handelsplattformen wie Amazon und Ebay auf die Wettbewerbssituation nicht berücksichtigt.

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Google lehnte kategorisch den Vorschlag der Kommission ab, den konkurrierenden Shopping-Suchmaschinen Anzeigen-Plätze auf der Webseite abzutreten. Verbrauchern würden dadurch für sie weniger relevante Werbung zu sehen bekommen - und auch die Kommission sehe ein, dass Google dazu nicht verpflichtet sei.

Google hatte sich im Zuge des Wettbewerbsverfahrens mehrfach zu Zugeständnissen bereiterklärt, die Vestagers Vorgänger Joaquín Almunia ausreichend fand. In der Kommission gab es jedoch Widerstände gegen eine Einstellung des Verfahrens. Konkurrenten und Unternehmen aus der Medienbranche gingen die Zugeständnisse nicht weit genug. Sie wollen unter anderem einen prominenteren Platz in Suchergebnissen.

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