Google und Lenovo: Motorola-Verkauf ist eine Win-Win-Situation

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KommentarGoogle und Lenovo: Motorola-Verkauf ist eine Win-Win-Situation

von Thomas Kuhn

Beim Verkauf von Motorolas Handysparte an Lenovo erlöst Google gut neun Milliarden Dollar weniger als es einst dafür gezahlt hat. Doch so desaströs wie er aussieht, ist der Deal nicht. Im Gegenteil: Am Ende profitieren Käufer und Verkäufer.

Fast genau ein Jahr ist es her, da saß ich im Februar 2013 mit Yang Yuanqing auf dem Mobile World Congress in Barcelona zusammen und wir sprachen über seine Wachstumspläne für das Smartphone-Geschäft. Für das kommende Jahr, erzählte der Vorstandschef des chinesischen IT-Riesen Lenovo damals, plane er den Einstieg auf breiter Front ins Handygeschäft in Europa. Die osteuropäischen Märkte liefen bereits sehr gut, 2014 sei dann Westeuropa dran.

Der Zeitpunkt ist jetzt da – auch wenn der „Einstieg“ jetzt nun anders aussieht, als Yuanquing ihn damals skizzierte: Am späten Mittwochabend deutscher Zeit verkündeten Lenovo und Google, dass die Chinesen dem Internetkonzern die erst 2011 übernommene Tochter Motorola Mobility abkaufen. 2,91 Milliarde Dollar zahlen die Chinesen dafür. 2,91 Milliarden Dollar für die defizitäre Smartphone-Sparte? Ein Geschäft, dass Google vor zweieinhalb Jahren selbst noch 12,5 Milliarden Dollar gezahlt hat? Nicht nur auf den ersten Blick sieht das nach einer klassischen Lose-Lose-Situation aus, bei der beide Seiten nur verlieren.

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Verkauft an Lenovo Google trennt sich von Handy-Sparte Motorola

Der teuerste Einkauf der Firmengeschichte hat Google Verluste in Milliardenhöhe beschert. Käufer Lenovo steigt mit dem Deal zum Big Player für Computer und Handys auf.

huGO-BildID: 34914173 epa04047541 (FILE) Signs hang outside for the opening of the new Motorola Flextronics factory in Fort Worth, Texas, USA, 10 September 2013. Google announced on 29 January 2014 that it is selling its Motorola Mobility cell phone unit to China's Lenovo Group for 2.91 billion US dollar - less than two years after it paid 12.5 billion US dollar for the company. Analysts said that the deal did not represent much of a loss for Google, since it will keep the majority of Motorola's patents. It also pocketed 2.9 billion US dollar of Motorola's cash when it originally acquired the company. EPA/LARRY W. SMITH +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Doch der Eindruck täuscht. Am Ende gewinnen beide – wenn auch in unterschiedlichem Maße. Google-Chef Larry Page entledigt sich mit dem Verkauf gleich einer ganzen Reihe von Problemen. Nicht nur, dass er das verlustreiche Handygeschäft wieder los wird, von dem sich schon beim Kauf vor zweieinhalb Jahren jeder fragte, was der Internet- und Software-Riese eigentlich damit anfangen wollte. Er löst auch das Problem, dass Google – trotz aller gegenteiligen Bekundungen – immer bei seinen übrigen Handy-Partnern im Verdacht stand, die eigene Tochter bei der Entwicklung von Android-Smartphones zu bevorzugen.

Vor allem aber behält Google den Zugriff auf den größten Teil der 2011 mit Motorola übernommenen Handy-Patente. Die sind im fortwährenden Konflikt mit den anderen Handy- und Softwareriesen, allen voran Apple und Microsoft, Gold wert. Zieht man vom einstigen Kaufpreis neben dem aktuellen Erlös von 2,91 Milliarden auch noch jene 2,35 Milliarden Dollar ab, die Google Ende 2012 beim Verkauf des einst ebenfalls zu Motorolas Mobility-Sparte gehörenden Set-Top-Boxen-Geschäfts eingenommen hat, so bleibt rechnerisch ein Verlust von 7,2 Milliarden Dollar. Oder eben die Summe, die Google für die verbleibenden Patente tatsächlich hingelegt hat. Und das kann sich Page locker leisten.

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