Gratis Streaming: Wie sich die Telekom gegen die Discounter wehrt

Gratis Streaming: Wie sich die Telekom gegen die Discounter wehrt

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Deutsche Telekom setzt auf Leistung anstatt Preisminderung.

von Jürgen Berke

Die Telekom will mit kostenlosen Musik- und Videoangeboten den viel erfolgreicheren Discountern auf dem eigenen Netz das Wasser abgraben.

Wenn die Deutsche Telekom ihre Mobilfunktarife attraktiver gestalten will, dann senkte sie bisher nicht die Preise, sondern steigerte lieber die Leistung. Mal wurde das Datenvolumen erhöht, das nächste Mal die Geschwindigkeit. Nur die Tarife blieben immer gleich. Die Preise für drei wichtigsten Flatrates – Magenta Mobil S (34,95 Euro), Magenta Mobil M (44,95 Euro) und Magenta Mobil L (54,95) – hielten den Abstand von zehn Euro ein.

Jetzt schert die Telekom zum ersten Mal aus diesem Schema aus. Denn die Formel „mehr Leistung zum gleichen Preis“ bekommt ab Mitte April eine neue Spielart. Die Telekom packt jetzt kostenlos abrufbare Inhalte dazu, nennt das neue Angebot „StreamOn“ und fordert die Kunden auf, dies kostenlos dazu zu buchen.

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Im Tarif Magenta Mobil M mit einem Datenvolumen von drei Gigabyte können die Kunden künftig kostenlos Musik streamen, im Tarif Magenta L mit einem Datenvolumen von sechs Gigabyte auch Videos. Eine für den Start durchaus beachtliche Zahl von Partnern wie den Bezahlsender Sky, die Videoplattform Netflix oder den Fernsehsender ZDF konnte die Telekom für dieses Projekt gewinnen.

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Die Telekom verfolgt mit dieser Strategie vor allem ein Ziel: Mit der Kombination Vertrag plus schicken Inhalt will Deutschland-Chef Niek Jan van Damme vor allem die eigene Kundenbasis stärken. Denn die Zuwachsraten waren im Geschäftsjahr 2016 nicht mehr so, wie sich der Marktführer mit dem „besten Netz“ das eigentlich vorgestellt hat.

Die Telekom hat zwar 1,5 Millionen Vertragskunden in Deutschland im vergangenen Jahr dazugewonnen. Doch diese an sich sehr schöne Wachstumszahl verdeckt, dass nur noch 40 Prozent der Neukunden ihren Vertrag direkt bei der Deutschen Telekom abgeschlossen haben. Die überwiegende Mehrheit – immerhin 900.000 der 1,5 Millionen Kunden – geht offenbar lieber zu günstigeren Diensteanbietern wie mobilcom-debitel, klarmobil oder Lebara.

Diesen halbeigenen Kunden will die Telekom jetzt einen zusätzlichen Anreiz bieten, das „beste Netz“ doch bitteschön direkt beim magenta-farbenen Original zu buchen – und nicht bei den preiswerteren Kopien.

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Quelle: Pressebild, Montage
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