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Groupon-Zahlen: Superstar im freien Fall

von Johannes C. Bockenheimer Quelle: Handelsblatt Online

Das Schnäppchen-Portal Groupon hat sich aus den roten Zahlen herausgekämpft. Dennoch enttäuschen die Quartalszahlen die Anleger: Das US-Unternehmen wächst langsamer als erwartet - die Aktie brach immens ein.

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Zum Start ein Absturz. Noch sind Aktionäre der ersten Stunde weit von ihrem Einstandskurs entfernt.

Einen wahrlich kurzen Kurzbesuch hat Groupon-Chef Andrew Mason Mitte Juli in Berlin hingelegt. Mason war angereist um das neue "Groupon International Headquarter", so hieß es großspurig in der Einladung, in der Hauptstadt einzuweihen. Rund 850 Mitarbeiter sollen künftig in der neuen Zentrale die Geschäfte außerhalb der USA abwickeln. Er sei "super eifersüchtig" auf das neu bezogene Altbauquartier, ließ Mason die Berliner Belegschaft wissen, und verschwand dann auch super schnell nach wenigen Minuten wieder von der Party.

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Nicht mal für die anschließende Pressekonferenz fand er noch Zeit: Mit der Entschuldigung, sein Unternehmen befinde sich gerade in der "Quiet Period" und er könne sich daher nicht zu strategischen Themen äußern, machte sich Mason aus dem Staub. Zwar sieht die US-Börsenaufsicht SEC tatsächlich vor der Veröffentlichung von Geschäftszahlen eine Schweigezeit vor. In aller Regel dauert die bei Quartalszahlen gleichwohl nicht länger als zwei Wochen.

Erst gestern Abend brach Mason dann sein Schweigen. Doch was er zu sagen hatte, sorgte nur für wenige Begeisterung an den Märkten. Zwar gelang es Groupon im zweiten Quartal, den Umsatz um 45 Prozent auf 568 Millionen Dollar zu stemmen. Und für sich genommen mag das auch eine beeindruckende Zahl darstellen. Angesichts von Wachstumsraten von 89 Prozent im ersten Geschäftsquartal und ähnlichen hohen Zuwachsquoten im Geschäftsjahr zuvor geriet aber auch dieser vermeintlich Glanzpunkt zur Enttäuschung.

Auch die gelungene Flucht aus der Verlustzone die Mason erleichtert am Montagabend verkündete, stellte nur auf den ersten Blick einen Erfolg dar. Unter dem Strich verdiente der Börsenneuling 28 Millionen Dollar nach einem Verlust von 107 Millionen Dollar vor einem Jahr. Der Sprung gelang Groupon letztlich allerdings nur durch den Tausch von Anteilen an Firmen in China und einem daraus resultierenden Gewinn.

Kein Wunder also, dass es Mason in Berlin vorzog zu schweigen und es stattdessen Veit Dengler überließ, dem Chef fürs internationale Geschäft, über die Zukunft der Rabatt-Webseite zu plaudern. Und die sah Dengler nicht in der ursprünglichen Geschäftsidee. Groupon solle sich zum Dienstleister für Mittelständler weiterentwickeln, so Dengler. "Wir sehen uns als Marktplatz für den lokalen Handel". Kosmetiksalons oder Restaurants sollen ihr Geschäft in Zukunft über das Portal verwalten können.

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