Henrique de Castro: Marissa Mayers Topmanager geht

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Henrique de Castro: Marissa Mayers Topmanager geht

von Axel PostinettQuelle:Handelsblatt Online

Rückschlag für Yahoo: Einer der Top-Manager des strauchelnden Internetkonzerns streicht nach nur einem Jahr die Segel. Damit wächst auch der Druck auf die junge CEO Marissa Mayer. Es war ihr Kandidat.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer muss sich nach einem neuen Topmanager umschauen. Nach lediglich einem guten Jahr bei dem Internetkonzern geht der fürs Tagesgeschäft verantwortliche Henrique de Castro. Er werde das Unternehmen an diesem Donnerstag verlassen, teilte Yahoo am Mittwoch in einer Börsenmitteilung mit.

Es ist eine Meldung mit Symbolkraft für Yahoo und weit mehr. Ende der Woche wird de Castro das Haus verlassen, zusammen mit einer Schubkarre voll Dollars: rund 62 Millionen Dollar Gesamtvergütung wurden ihm vor 14 Monaten zugesagt, Laufzeit vier Jahre. Auf einen Großteil davon, meist in Form von Aktien, hat er jetzt ein Anrecht. Allein Aktienoptionen im Wert von rund 20 Millionen Dollar werden zum Zeitpunkt seiner Kündigung laut Anstellungsvertrag sofort fällig. Der nicht ganz unerwartete, aber doch plötzliche Abgang wirft aus mehreren Gründen ein unangenehm grelles Schlaglicht auf die charismatische CEO Marissa Mayer.

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Marissa Mayer Wie die neue Yahoo-Chefin tickt

Wo die Stärken und Schwächen von Marissa Mayer liegen, wer zum Netzwerk der neue Yahoo-Chefin zählt und welche Visionen sie für die einstige Web-Ikone hat.

Marissa Mayer  Quelle: REUTERS

Zum einen war de Castro ihre ureigene Wahl und eine ihrer ersten und höchst-profiliertesten Neueinstellungen. Kurz nachdem sie selbst von Google gewechselt hatte, holte sie den Werbespezialisten de Castro nach. Daneben kommt die Bekanntgabe der Trennung, bzw. wohl Rauswurfs, nur wenige Tage vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen Yahoos. Allgemein wird erwartet, dass Mayer erneut Verluste oder bestenfalls geringe Zuwächse bei der Online-Werbung melden wird, während die Konkurrenten wie Google, Facebook oder Twitter satte Zuwächse verbuchen. Seit ihrem Amtsantritt hat es Marissa Mayer nicht geschafft, Yahoo auf den Wachstumspfad zurück zu bringen.

Während sie Unsummen für Akquisitionen wie der Blogplattform Tumblr oder des Nachrichtensammler Sumly ausgab, brach das Kerngeschäft weiter weg. Erst im Oktober senkte sie erneut die Gesamtaussichten für das Finanzjahr 2013. Ein massiver Kursanstieg auf rund 40 Dollar pro Yahoo-Aktie wird praktisch alleine einem Aktienpaket am chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba zugeschreiben. Der könnte bei einem Börsengang bis zu 20 Milliarden Dollar wert sein, schätzen Analysten. Das wäre rund die Hälfte der derzeitigen Börsenkapitalisierung von Yahoo.

Gründe für den Abgang de Castros nennt Yahoo nicht, aber seit Monaten hatten sich Gerüchte über Probleme hartnäckig gehalten. Nicht zuletzt, weil Mayer Erfolge sehen muss und nicht bekam. Im Gegenteil. 2013 löste Facebook Yahoo als die Nummer zwei im US-Online-Werbemarkt hinter Google ab, schätzt eMarketer. Im September dann holte Mayer den früheren AOL-Topmanager Ned Brody als Amerika-Chef. Zwischen den beiden habe ebenfalls die Chemie nicht mehr gestimmt, berichten Medien.
Wer auf de Castro folgen wird, ist noch unklar. Die Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2013 werden für den 28. Januar erwartet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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