Hewlett-Packard: HP macht Fortschritte - aber nur beim Sparen

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Hewlett-Packard: HP macht Fortschritte - aber nur beim Sparen

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Der IT-Gigant Hewlett-Packard (HP) hat gestern Abend seinen Finanzbericht für das zweite Geschäftsquartal von Februar bis April 2013 vorgelegt.

von Michael Kroker

Erstmals seit langem zeigt sich HP-Chefin Meg Whitman verhalten positiv. Doch der Blick in wichtige IT-Märkte zeigt, wie sehr der US-Konzern weiterhin hinterhinkt.

Der amerikanische IT-Gigant Hewlett-Packard (HP) hat gestern Abend seinen Finanzbericht für das zweite Geschäftsquartal von Februar bis April 2013 vorgelegt. Weil der weltgrößte Computerbauer aber nicht nur vom Branchenwandel weg von PCs hin zu Smartphone und Tablets hart getroffen ist, sondern zugleich seit geraumer Zeit mitten in einem großangelegten Konzernumbau steckt, muss man die Zahlen genauer unter die Lupe nehmen.

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Auf den ersten Blick zeigen sie das Bild eines Unternehmens, dessen Niedergang sich gerade beschleunigt: Umsatz minus zehn Prozent auf 27,6 Milliarden Dollar, Nettogewinn minus 32 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar; zugleich bricht der Absatz von Tischrechnern um 18 Prozent ein und der von Notebooks gar um 24 Prozent – kurzum: Praktisch überall rückläufige Zahlen.

In den Augen von HP-Chefin Meg Whitman dennoch alles halb so wild: „Wir machen Fortschritte“, lässt sich Whitman zitieren – und verweist auf leicht verbesserte Gewinnmargen durch die Rosskur, die sie dem Unternehmen seit ihrem Amtsantritt im September 2011 verordnet hat. Bis 2014 baut HP weltweit rund 29.000 Jobs ab. Whitman beteuerte, man sehe nun die ersten Erfolge jenes Sparkurses – und hob trotz des Gewinneinbruchs die Prognose fürs Gesamtjahr.

So weit, so verwunderlich – denn ein dritter Blick auf HP zeigt: Außer eisernem Sparen fällt Whitman und ihrem Management-Team nicht viel ein. Dies beweist vor allem ein Vergleich mit dem chinesischen Rivalen Lenovo, der seit mehreren Quartalen am HP-Thron als Weltmarktführer im PC-Geschäft rüttelt.

Hewlett Packard HP erhöht Prognose trotz Gewinneinbruch

Smartphones und Tablet-Computern machen PC-Herstellern schwer zu schaffen. Besonders heftig trifft es Hewlett-Packard. Der Gewinn des Unternehmens brach um 32 Prozent ein. Trotzdem bleibt HP optimistisch.

Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard bekommt den Wandel in der Branche mit voller Wucht zu spüren. Im zweiten Geschäftsquartal (Februar bis April) schmolz die Zahl der abgesetzten Tischrechner um 18 Prozent und die der Notebooks um 24 Prozent. Die Zahl der verkauften Drucker sank um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Quelle: AP

Die jüngsten unabhängigen Zahlen über den PC-Markt hat das amerikanische IT-Analysehaus IDC Anfang April veröffentlicht. Demnach sind die Verkäufe herkömmlicher Computer im ersten Quartal 2013 um satte 14 Prozent eingebrochen – der größte jemals von IDC binnen 20 Jahren verzeichnete Rückgang. Der Absatz in Stückzahlen von HP ist in jenem Zeitraum freilich um fast 24 Prozent eingebrochen. Rivale Lenovo dagegen hat seine Verkäufe dagegen im Jahresvergleich sogar konstant halten können.

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Soviel zum Hinterhinken von HP im Altgeschäft. Schaut man auf neue Märkte, wirkt der Konzern sogar noch weiter abgeschlagen. Laut jüngsten Zahlen liegt der Markt für Tablet-Rechner bereits bei rund zwei Drittel des PC-Geschäfts. HP spielt dort jedoch nach dem Desaster um das zugekaufte Mobilbetriebssystem WebOS keine Rolle. Ebenso die Situation bei den boomenden Smartphones – von HP ist dort weit und breit nichts zu sehen.

Stellt sich die Frage, wie Whitman in jenen wichtigen Märkten zurück in die Offensive gelangen will. Mit einem Sparprogramm nach dem nächsten und einer seit Jahren demotivierten Mannschaft jedenfalls nicht.

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