High-Tech-Strategie: Magere Bilanz

High-Tech-Strategie: Magere Bilanz

von Matthias Kamp

Ein Grund für Chinas Industriespionage sind die schwachen Resultate der eigenen Innovationsoffensive.

Neben geheimen Informationen ausländischer Regierungen haben es Chinas Datendiebe vor allem auf Hochtechnologie westlicher Unternehmen abgesehen. Denn das Reich der Mitte will nicht länger nur die Werkbank der Welt sein, die den Westen mit billigem Spielzeug, Schuhen und T-Shirts versorgt. China, so hat es die Kommunistische Partei vor mehr als einem Jahrzehnt entschieden, soll vor allem mit wissensbasierten Industrien wachsen. Nach dem Vorbild von Samsung aus Südkorea oder Mitsubishi aus Japan will China nationale Champions heranzüchten, die mit ihren Innovationen die Welt erobern. Peking investiert deshalb jedes Jahr Milliardensummen in Forschung und Entwicklung und macht Druck auf die Unternehmen, mehr Patente anzumelden. Ausländischen Firmen räumen die Behörden großzügige Steuervorteile ein, wenn sie in High-Tech-Industrien investieren. Gleichzeitig zwingt Peking Investoren aus dem Westen, ihre Blaupausen offenzulegen.

Chinas Telekom-Gigant Huawei wächst mit 8,6 Prozent

Die Zukunft für Huawei ist rosig: In zehn Jahren dürften doppelt so viele Internetnutzer dreimal mehr Zeit im Netz verbringen. Jeder dritte Mobilfunknutzer wechselt schon heute jedes Jahr sein Handy.

Der chinesische Netzausrüster und Handy-Hersteller Huawei steigert seinen Umsatz um mehr als acht Prozent. Quelle: dpa

Der Erfolg der Kombination aus Milliardenaufwendungen und Fesseln für ausländische Unternehmen ist auf den ersten Blick beeindruckend, auf den zweiten aber nur durchwachsen. Allein 2013 haben Unternehmen aus China zwei Millionen Patente angemeldet, so viele wie kein anderes Land der Welt. Allerdings: Viele davon sind Geschmacks- und Gebrauchsmuster oder kleine Abwandlungen bereits existierender Technologien, oft aus dem Ausland. Mit wirklich bahnbrechenden Erfindungen konnte das Land bisher nicht aufwarten. „Wo ist denn der chinesische Walkman“, fragt sich ein Repräsentant eines deutschen Konzerns in Peking in Anspielung auf Sonys revolutionäre Erfindung. Auch darum versucht das Riesenreich mithilfe seiner Botschaften, Auslandsstudenten und Praktikanten in aller Welt, aber auch mit Unterstützung chinesischer Unternehmen, technisches Know-how bei der Konkurrenz abzuschöpfen.

Anzeige

Weitere Artikel

Längst nicht immer ist der Datenklau von oben verordnet oder organisiert. Oftmals sind es Studenten, die zunächst aus sportlichen Motiven versuchen, sich in die Netze ausländischer Konzerne oder Regierungsstellen einzuloggen und Informationen abzuzapfen. Haben sie Erfolg, bieten sie ihre Beute chinesischen Unternehmen oder Behörden für viel Geld an. Die greifen meist dankbar zu.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%