Hoher Quartalsverlust: Nikon sagt neue Kamera-Reihe ab

Hoher Quartalsverlust: Nikon sagt neue Kamera-Reihe ab

, aktualisiert 13. Februar 2017, 15:13 Uhr
Bild vergrößern

Der Elektronikkonzern verbuchte im vergangenen Vierteljahr einen Verlust von 18,5 Milliarden Yen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Wandel des Fotomarktes stellt Platzhirsche wie Nikon schon lange vor Herausforderungen. Eine Abschreibung auf die Halbleiter-Sparte verschärft die Probleme. Nun wird die neue Kamera-Reihe gestrichen.

TokioNikon hat nach einem verlustreichen Weihnachtsquartal Pläne für eine bereits um Monate verzögerte neue Kamera-Reihe aufgegeben. Die drei Kameras der ursprünglich noch für Juni 2016 angekündigten DL-Serie werden nicht auf den Markt kommen, wie der japanische Konzern am Montag mitteilte. Die DL-Modelle sollten in dem noch Segment der Premium-Kompaktkameras unter anderem gegen Geräte von Sony und Panasonic antreten. Als Grund für die Verzögerung wurden damals Probleme bei der Entwicklung der Fotosensoren angegeben.

Nikon verbuchte im vergangenen Vierteljahr einen Verlust von 18,5 Milliarden Yen (153 Millionen Euro). Den Ausschlag dafür gaben zusätzlich zu den Kosten des bereits im November angekündigten Abbaus von 1000 Arbeitsplätzen vor allem die hohen Abschreibungen in der Halbleiter-Sparte. Sie führten zu einer Belastung von knapp 30 Milliarden Yen (248 Millionen Euro) in den ersten neun Monaten des noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahres.

Anzeige

Nikons Umsatz im Geschäft mit Fotoprodukten brach in dem Ende Dezember abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 122,5 Milliarden Yen (gut eine Milliarde Euro) ein. Mit der Absage der DL-Serie ist der Konzern noch mehr als bisher auf seine Spiegelreflex-Kameras angewiesen, während seine Systemkamera-Reihe Nikon 1 in die Jahre gekommen ist.

Der Fotomarkt ist schon lange ein hartes Pflaster. Erst wurden einstige Platzhirsche der klassischen Fotografie wie Kodak oder Polaroid vom Vormarsch der Digitalkameras überrollt. Inzwischen geraten auch die verbliebenen spezialisierten Anbieter durch die allgegenwärtigen Smartphone-Kameras unter Druck, die für viele Verbraucher einfache „Knipsen“ längst abgelöst haben - und auch eine immer bessere Qualität liefern. Sony besetzte unterdessen weitgehend das Geschäft mit Bildsensoren für Smartphones.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%