HTC: Facebook-Phone soll nicht in Europa verkauft werden

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HTC: Facebook-Phone soll nicht in Europa verkauft werden

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HTC-Chef Peter Chou stellt das HTC First in Menlo Park, Kalifornien, vor.

von Meike Lorenzen

Wie ein Lauffeuer geht aktuell die Meldung herum: Der taiwanesische Smartphone-Hersteller HTC steckt angeblich in großen Schwierigkeiten. Mehrere Tech-Portale berichten, dass der Verkaufsstart des Facebook-Handys HTC First in Großbritannien gestoppt worden sei.

Zugegeben, neben 10 Millionen verkauften Samsung Galaxy S4 sieht HTC mit 5 Millionen Einheiten eher schwach aus. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Galaxy erst seit wenigen Wochen auf dem Markt ist. Aber dass es so schlecht um das taiwanesische Unternehmen steht, hätte dann doch niemand gedacht. Gerüchte zufolge läuft der Verkauf des HTC First in den USA äußerst schlecht. Nun soll angelblich auch der Verkauf des Facebook-Handys auf dem britischen Markt auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Vorbestellungen werden derzeit wohl schon annulliert.

Laut engadget.com hat HTC die Entscheidung nicht allein getroffen. Auch auf die beteiligten Telekommunikationsunternehmen EE und Orange geht der Beschluss nicht zurück. Vielmehr sei Facebook die treibende Kraft hinter dem Verkaufsstopp.

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Das Feedback der HTC-Nutzer habe dazu geführt, dass Mark Zuckerberg und sein Team sich zunächst auf weitere Nutzer-Features für das System Home konzentrieren wollen. Home basiert auf Googles Betriebssystem Android und ist eine Oberfläche, die sich wie ein Filter vor die übliche App-Ansicht legt. So bekommt der User seinen Facebook-Newsfeed auf einen Blick angezeigt.

Für HTC ist der Rückzug von Facebook eine echte Schlappe, dürften sich die Taiwanesen von der Kooperation doch einiges versprochen haben. Mit dem Smartphone im Billigpreissegment sollten neue, jüngere Nutzer erreicht werden. Daraus scheint nun erst einmal nichts zu werden.

Turbulente Zeiten
Die schlechte Nachricht trifft HTC in einer turbulenten Zeit. In der vergangenen Woche hatte sich der bisherige Produkt-Chef Kouji Kodera angeblich vom Unternehmen verabschiedet. Kodera war für die HTC-Produktstrategie verantwortlich, entsprechend erstaunlich ist sein Abgang im Zuge der Einführung des Flaggschiffs HTC One. Darüber hinaus soll HTC in den letzten drei Monaten mehrere wichtige Manager und andere Mitarbeiter verloren haben. Darunter Kommunikationschef Jason Gordon, der weltweit die Geräte der Taiwanesen vermarktet hat. Auch Rebecca Rowling, Chefin der Abteilung für die Retail-Vermarktung, Digital-Marketing-Director John Starkweather und Produktstratege Eric Lin haben das Unternehmen verlassen.

Der CEO von HTC Asia, Lennard Hoornik, hat dem Unternehmen ebenfalls den Rücken gekehrt. Er war allerdings bereits seit acht Wochen freigestellt. Hoornik betreute die Märkte Australien, Neuseeland, Thailand, Indien, Malaysia, Indonesien, die Philippinen und Singapur.

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Die massive Umstrukturierung in der Marketing-Abteilung spricht dafür, dass es gerade hier Unstimmigkeiten über den Verlauf des Verkaufs auf dem US-Markt gegeben haben könnte. Grund dafür könnte der neue Marketing-Chef Benjamin Ho sein. Er ist seit Januar im Amt und will wohl einige Bereiche des Unternehmens wieder zurück nach Taiwan holen – zum Missfallen der Kollegen in Seattle.

Trotz guter Kritiken für das HTC One, steht das Unternehmen unter einem massiven Druck. Samsung und Apple dominieren den Smartphone-Markt immer stärker. Die Entscheidung für eine stärkere Zusammenarbeit mit Googles Betriebssystem Android scheint sich derzeit als Fehler herauszustellen. Google stellt das System zwar offen zur Verfügung, lässt aber nur wenig gestalterischen Spielraum zu, mit dem HTC sich von der Konkurrenz absetzen könnte.

Falls überhaupt jemand noch Einfluss hat, dann ist es Samsung. Schließlich waren es die Südkoreaner, die Andorid mit ihrer Galaxy-Reihe zum Erfolg verholfen hat. Genau das soll einer der Gründe gewesen sein, aus dem sich Nokia mit seiner Lumia-Reihe bewusst gegen Android entschieden hat. Die Finnen arbeiten mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone 8.  

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