Huawei: „Microsoft muss schneller werden“

InterviewHuawei: „Microsoft muss schneller werden“

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Huawei-Handy-Chef Richard Yu.

von Thomas Kuhn

Der Handy-Chef des chinesischen Kommunikationsriesen Huawei, Richard Yu, fordert Samsung heraus. Im Interview erklärt er außerdem, warum Microsoft auf seinen Smartphones derzeit keine Chance hat.

WirtschaftsWoche: Herr Yu, in der Klasse meiner Tochter gelten iPhones als Handy der Wahl und Samsung-Geräte als noch akzeptabel. Mit Huawei-Telefonen ist bei dieser künftigen Kundschaft nichts zu reißen. Vom erklärten Ziel, Premiummarke zu werden, sind Sie also noch ein Stück entfernt. Wo klemmt’s?

Yu: Wir fertigen zwar seit mehr als zehn Jahren Mobiltelefone für andere Marken und Netzbetreiber – aber erst seit vier Jahren verkaufen wir Handys offensiv unter unserer eigenen Marke. Gemessen daran sind wir extrem erfolgreich: Nach Stückzahlen sieht uns der Marktforscher Trendforce weltweit auf Rang drei hinter Apple und Samsung, während andere traditionelle Handymarken verlieren. Trotzdem: Bei jüngeren und vor allem weiblichen Zielgruppen haben wir noch nicht das Image, das wir haben wollen.

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Zur Person

  • Yu Chengdong

    Yu Chengdong, 46, genannt Richard, arbeitet seit 1993 bei Huawei und leitet seit 2012 als CEO das Endkundengeschäft. Der Elektroingenieur ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Woran liegt das?

Heute verkaufen wir Telefone mit viel Leistung zu sehr günstigen Preisen und erreichen vor allem technikorientierte Leute; in erster Linie Männer. Um für Käuferinnen interessanter zu werden, müssen wir mehr Augenmerk auf Eleganz legen und Handys nicht nur leistungsstark machen, sondern auch modisch.

Chinas Telekom-Riese Huawei wächst um 20 Prozent

Das Wachstum hat sich noch verdoppelt. Die Aufrüstung zu schnelleren Mobilnetzen und der Boom bei Smartphones lassen bei Huawei die Kassen klingeln. Chinas Telekom-Gigant steckt Milliarden in Innovation.

Das Wachstum hat sich noch verdoppelt. Die Aufrüstung zu schnelleren Mobilnetzen und der Boom bei Smartphones lassen bei Huawei die Kassen klingeln. Chinas Telekom-Gigant steckt Milliarden in Innovation. Quelle: REUTERS

Für viele Technikkonzerne heißt das nur, ein paar rosafarbene Produkte anzubieten.

Das geht intelligenter. Bei unserem neuen Top-Modell, dem P8, haben wir viel Arbeit darauf verwendet, nicht nur einen schnellen Prozessor und ein erstklassiges Display einzubauen, sondern das Gerät auch besonders schlank und leicht zu machen. Das sind Dinge, die für viele Frauen zählen.

Reicht das, um die Marktführer einzuholen?

Alleine nicht. Aber wir investieren enorm in Innovation; 14 Prozent vom Umsatz gehen in Forschung und Entwicklung. Kaum ein Konkurrent hat eine Fertigungstiefe wie wir – von der Elektronik in den Geräten bis zur Infrastruktur für die Mobilfunknetze. Im professionellen Geschäft sind wir etabliert. Jetzt muss sich das nur noch bei Endkunden herumsprechen. Wir arbeiten daran, etwa durch Sponsoring in der Fußballbundesliga oder im Motorsport, und gewinnen konstant Marktanteile. In drei bis vier Jahren halte ich Platz zwei im Smartphone-Geschäft weltweit für uns erreichbar.

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