Indischer IT-Dienstleister: Infosys plant radikalen Umbau

Indischer IT-Dienstleister: Infosys plant radikalen Umbau

, aktualisiert 17. Dezember 2011, 15:17 Uhr
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Infosys hat ehrgeizige Pläne.

von Jens Koenen und Susanne SchierQuelle:Handelsblatt Online

Mit der Übernahme von Routineaufgaben wie dem Betrieb von Rechnerzentren ist der indische Konzern Infosys groß und reich geworden. Nun will der Outsourcer mehr vom Kuchen und steckt sich hierfür ehrgeizige Pläne.

FrankfurtMit der Übernahme von Routineaufgaben wie dem Betrieb von Rechnerzentren (Outsourcing) sind indische Konzerne wie Wipro, Tata oder Infosys groß und reich geworden. Nun wollen die Outsourcer mehr vom Kuchen. „Infosys will künftig nicht nur im Bereich IT-Dienstleistungen, sondern auch in der Beratung weltweit führend sein“, sagte Franz-Josef Schürmann, Deutschland-Chef, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Der Umbau ist radikal und mutig zugleich. Dienstleister wie Infosys, Tata oder Wipro haben sich über die Jahre in der westlichen Welt als sogenannter Outsourcer einen Namen gemacht. Die Anbieter übernehmen IT-Routine-Aufgaben für große und kleine Unternehmen. Dazu zählen der Betrieb eines Rechenzentrums, aber auch komplette Prozesse wie etwa das Rechnungsmanagements. Die IT-Dienstleister profitieren dabei von niedrigeren Nebenkosten in Indien. Als Beratungsspezialisten sind die indischen IT-Konzerne dagegen bislang weniger bekannt.

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Infosys will genau das ändern. Das Unternehmen will die Wertschöpfungskette in der IT weiter nach oben klettern und tritt damit mehr und mehr mit Riesen wie Accenture, Capgemini und IBM in den Wettbewerb. Doch Sorge vor einer übermächtigen Konkurrenz hat Schürmann nicht. „Wir haben über die Jahre in unserem Outsourcing-Bereich viel Erfahrung mit Geschäftsprozessen gesammelt. Neben unserer Innovationskraft ist dieses Wissen selbstverständlich die Basis für unseren Erfolg als Beratungsunternehmen“, kontert er.

Die Pläne von Infosys sind vor allem deshalb ehrgeizig, weil sie über die reine Informationstechnologie hinausgehen. Infosys-Manager Andreas Börner nennt ein Beispiel aus seiner Praxis: Eine französische Heimwerkerkette plant den Einstieg in den indischen Markt. Infosys bietet vom grundsätzlichen Konzept über Marktstudien, der Suche nach geeigneten Standorten bis hin zur Abwicklung der Routine-Aufgaben alles aus einer Hand. „Das schrittweise Vorgehen mindert das Risiko für Unternehmen“, erläutert Börner das Vorgehen. „Sie müssen bei der Expansion nicht sofort von Null auf Hundert durchstarten.“


Krisenstimmung kommt nicht auf

Infosys baut solche Plattform-Angebote derzeit sukzessive für mehrere Industrien auf. „Der Vorteil ist, dass die Kosten für einen Markteintritt flexibler zu steuern sind. Ein Unternehmen kann so in einem neuen Markt viel schneller und wesentlich sicherer die Gewinnschwelle erreichen“, sagt Schürmann. Auch für etablierte Märkte will Infosys den Unternehmen solche Rundum–Pakete anbieten. Dann geht es vor allem um Spezialfragen wie die Effizienzsteigerung bei bestimmten Prozessen.

Hinweise darauf, dass indische Beratungskompetenz bei westlichen Kunden kaum bekannt sei, wischt Schürmann mit einer vehementen Handbewegung beiseite. „Wir sind kein reiner IT-Anbieter, wir werden in letzter Zeit immer häufiger von Unternehmen angesprochen, ob wir sie nicht bei großen Projekten insgesamt begleiten können – und eben nicht nur im Bereich IT.“

Zugleich hält er mit handfesten Zahlen gegen. „Wir haben in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren eine zweistellige Zahl an Neukunden im Zielsegment mittlerer und großer Industrieunternehmen hinzugewonnen“, sagt Schürmann.

„Zum Ende des zweiten Quartals haben wir festgestellt, dass wir die Umsätze in den vergangenen 24 Monaten in Deutschland verdoppeln konnten“, ergänzt Schürmann. Konzernweit lagen die Umsätze im vergangenen Geschäftsjahr bei etwa sechs Milliarden Dollar. Das Wachstum soll im nächsten Jahr anhalten.

Krisenstimmung kommt deshalb bei Schürmann nicht auf. Infosys profitierte davon, dass es bei vielen Unternehmen in der vergangenen Krise zu einem Investitionsstau kam. „Der wird immer noch abgearbeitet. Die Unternehmen müssen in IT investieren.“

Wenn es darum gehe, Prozesskosten und Lieferketten zu optimieren, seien viele Firmen trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten bereit, Geld in den Ausbau ihrer IT-Infrastruktur zu stecken. Zudem haben viele Unternehmen ein radikales Interesse an Vereinfachung. „Heute geht es in vielen Unternehmen vor allem darum, Komplexität aus den IT-Systemen herauszunehmen“, erklärt Schürmann.

Quelle:  Handelsblatt Online
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