Intel: "Es gibt eine Menge Vorurteile"

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Intel: "Es gibt eine Menge Vorurteile"

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Intel-Chef Eul möchte im Tablet-Markt aufholen und mit Vorurteilen ausräumen

von Matthias Hohensee

Hermann Eul Der Chef der Intel-Mobilsparte erklärt, warum der weltgrößte Chiphersteller bei Smartphones und Tablets hinterherhinkt und wie er den Rückstand aufholen will.

WirtschaftsWoche: Herr Professor Eul, wie konnte es passieren, dass Intel nach der Dominanz bei Prozessoren für Personalcomputer nun bei Smartphones und Tablets nur ganz geringe Marktanteile hat?

Hermann Eul: Wir sind spät in den Markt gestartet. Aber wir haben das Tempo angezogen und werden unsere Marktanteile in diesem Jahr erheblich ausbauen. Unser Ziel ist, mindestens 40 Millionen Tablets in diesem Jahr mit Intel-Prozessoren auszustatten, ungefähr viermal so viele wie im Vorjahr.

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Intel hat in den vergangenen Jahren mehrfach angekündigt, bei Smartphones und Tablets endlich Gas zu geben, ohne dass danach viel passiert ist. Warum sollte es diesmal klappen?

Weil im gesamten Unternehmen das Bewusstsein geschärft ist, wie wichtig Erfolge im Smartphone- und Tablet-Geschäft für die Gesamtstrategie von Intel sind. Beispielsweise auch, um im wachsenden Markt des Internets der Dinge Erfolg zu haben, wo Gegenstände miteinander kommunizieren. Es ist nicht einfach, seinen Fokus von einem großen, umsatzstarken Geschäft auf ein kleineres, wenn auch wachsendes zu richten.

Was hat Intel-Chef Brian Krzanich konkret dazu beigetragen?

Brian hat klare Vorgaben beim Wachstum und bei den Prioritäten festgelegt und die neue Richtung vorgegeben. Wir haben das Tempo bei unseren Produkten angezogen und suchen den stärkeren Schulterschluss mit unseren Kunden, den Herstellern. Wir haben beispielsweise langjährige Lieferverträge mit ihnen abgeschlossen, die stärker auf die wachsende Produktpalette abgestimmt sind, anstatt ein Chipmodell durch das nächste abzulösen.

Experten werfen Intel vor, bei Chips für Mobilgeräte zu zögern, weil die Preise der Prozessoren für traditionelle PCs viel höher sind und das Unternehmen dieses Stammgeschäft nicht selber untergraben will. Machen Sie mit Prozessoren für Smartphones und Tablets überhaupt Gewinn?

Winzling im Mobilfunk

Winzling im Mobilfunk. Marktanteile von Intel-Prozessoren weltweit

Natürlich. Richtig ist aber auch, dass für Konkurrenten wie Qualcomm, die nicht über so ein erfolgreiches PC-Geschäft wie Intel verfügen, der Schwenk auf die Mobilstrategie einfacher war. Intel steckte im klassischen sogenannten Innovators Dilemma, das heißt im Übergang von einem erfolgreichen Markt in einen neuen. Ich kann versichern, dass wir mit voller Kraft dabei sind.

Warum konzentrieren Sie sich so stark auf Marktanteilsgewinne bei Tablets und nicht bei Smartphones?

Tablets sind dichter an unserem traditionellen Geschäft mit Desktop-PCs und Notebooks. Dort verschwimmen die Grenzen immer mehr. Vor allem aber sind die Marktanteile noch nicht so zementiert wie bei Smartphones, wo derzeit Apple und Samsung dominieren. Im Tablet-Geschäft ist viel mehr Dynamik. Ich sehe auch mehr Einsatzmöglichkeiten für Tablets, beispielsweise als Benutzeroberfläche für Kassensysteme oder für medizinische Geräte. Größere Displays und Rechenkraft haben hier Vorteile gegenüber Smartphones. Wir stehen da noch ganz am Anfang und wollen dort treibende Kraft sein.

Bei Smartphones sehen Sie für Intel keine Chancen mehr?

Doch, wir fokussieren uns derzeit auf den sogenannten Mainstream- und Performance-Markt, also auf Smartphones oberhalb der günstigsten Einstiegsgeräte. Hier arbeiten wir beispielsweise mit unserem chinesischen Kunden Lenovo zusammen, dem weltgrößten PC-Hersteller, der ja bereits die Nummer drei im Smartphone-Geschäft ist. Interessant ist auch das Wachstumspotenzial bei Einstiegsgeräten im Niedrigpreisbereich, beispielsweise in Schwellenländern.

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