Intelligente Systeme: Telekom entdeckt das Geschäft mit Kranken

Intelligente Systeme: Telekom entdeckt das Geschäft mit Kranken

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Finanziell hofft die Telekom durch die Bright One-Übernahme auf einen weiteren Aufschwung.

Die Telekom greift an: Mit dem Kauf von Bright One werden sie zu einem immer größeren Mitstreiter im IT-Gesundheitswesen. Das Ziel - intelligente Krankenhaussysteme, um Kosten zu sparen und Qualität zu verbessern.

Wer im Skiurlaub rasant die Pisten runter fährt, kann sich schnell das Handgelenk brechen oder das Kreuzband reißen. Noch während des Urlaubs findet die Erstversorgung statt: Röntgenbilder, Medikamente und Bandagen. Wären Krankenkassen, Kliniken und Patienten besser vernetzt, könnten die Ärzte daheim über eine Cloud auf Patientendaten zugreifen. Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten, über Allergien und Krankheiten können dann von überall her abgefragt werden. Fertige Röntgenbilder sind mit ein paar Klicks in die Cloud geladen und damit für Ärzte in Deutschland bei der Nachsorge einfach abzurufen.

Diese digitale Revolution des Gesundheitswesens fordern etliche große Unternehmen. Auch die Telekom bringt sich nun mit einem eigenen Ansatz ins Gespräch. Dafür hat die Telekom-Tochter T-Systems von der Aurelius AG das Healthcare IT-Geschäft der Bright One GmbH erworben. „Die Übernahme ist in diesem Jahr der wichtigste Schritt für unser Geschäftsfeld. Damit werden wir in diesem umsatzstarken Bereich einer der führenden Anbieter“, sagt Dr. Axel Wehmeier, Leiter des Geschäftsfeldes Gesundheit von T-Systems. Ziel ist es, die Arbeit von Ärzten und Pflegern zu erleichtern. Gleichzeitig sollen die Kosten im Gesundheitswesen gesenkt werden. Schwerpunkt von Bright One sind die Krankenhaus-Informationssysteme iMedOne und iMedOne mobile. Das Informationssystem verbindet alle Bereiche des Gesundheitswesens. Es regelt die Abrechnung, organisiert das Notfallmanagement, trägt zur Entlastung bei der Pflege bei, optimiert die Behandlungsplanung und erleichtert die Kommunikation zwischen den Krankenhäusern.

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Das Unternehmen hat 200 Krankenhaus-Kunden und über 100.000 Nutzer. Damit belegt Bright One im Healthcare-Bereich Platz vier auf dem deutschen Markt. Zur Konkurrenz zählt unter anderem Siemens. Außerdem versorgt das Unternehmen 550 Krankenhäuser mit Software für Hygiene-Management und ist damit in Deutschland Marktführer.

Experten vermuten, dass die Krankenhaus-Informationssysteme ein Milliardenpotenzial haben. Grund dafür ist der Nutzen: Durch sie können Patientendaten innerhalb und zwischen verschiedenen Kliniken einfach und schnell ausgetauscht werden. Prozesse zwischen Krankenhäusern wären vereinfacht, aber auch andere Bereiche des Gesundheitswesens würden profitieren, so zum Beispiel Produktion, Vertrieb, Verwaltung und Einkauf.  „Auf lange Sicht wollen wir Klinikkunden und deren Kooperationspartner mit E-Health und Telemedizin-Leistungen aus der Wolke versorgen“, sagt Wehmeier.

Vor- und Nachteile von Cloud Computing

  • Abhängigkeit

    Wer all seine Informationen in einer Cloud speichert, ist vom Anbieter abhängig. Sollte der sich möglicherweise nur unzureichend um seine Kunden kümmern, ist ein Wechsel zu einem anderen Anbieter meist schwierig, da die Datenmengen groß sind. Ein weiteres Problem: Für den Fall, das ein Anbieter pleite geht, gibt es keine klaren Regelungen. Erst wenn es Standards gibt, die einen Anbieterwechsel ermöglichen, sinkt die Abhängigkeit.

  • Schutz

    Dienstleister, die Clouds anbieten, beschäftigen sich in der Regel intensiv mit dem Thema Datenschutz. Allerdings sind große Datenmengen auch immer ein attraktives Ziel für Hacker. Die Auslagerung der eigenen Daten in eine Cloud bedeutet somit auch immer einen Kontrollverlust.

  • Anpassung

    Die Menge des Speicherplatzes im Netz kann flexibel angepasst werden. Benötigt man mehr Speicherplatz, kann man einfach die angemieteten Kapazitäten erhöhen, anstatt sich teure Hardware kaufen zu müssen.

  • Aufwand

    Der Administrationsaufwand sinkt, wenn man eine Cloud benutzt. Da die Installation auf dem eigenen Computer entfällt und auch Updates von den Cloud-Anbietern durchgeführt werden, kommt es hier zu einer großen Zeitersparnis.

  • Flexibilität

    Wer mit einer Cloud arbeitet, kann flexibel auf Daten zugreifen. Dabei spiel der Ort keine Rolle. Sowohl von Smartphones, als auch von Tablets und Computern aus können die Informationen abgerufen werden.

Die Cloud würde damit als externes Rechenzentrum fungieren. In ihr würden alle wichtigen Informationen gespeichert werden: Von den Krankenhaus-Informationssystemen bis hin zu Langzeitarchiven der Ärzte und Krankenhäuser. Der Vorteil wäre, dass sich Computer, Tablets und Smartphones von jedem Ort mit der Cloud verbinden lassen. Das würde auch die Visite am Krankenbett erleichtern. „Die Digitalisierung schreitet im Gesundheitsmarkt immer weiter voran. Für T-Systems ist das ein vielversprechendes strategisches Zukunftsfeld. Der Bedarf an IT-Leistungen aus der Cloud wird weiter wachsen. Mit der Übernahme stellen wir uns in diesem Markt stark auf", erklärt Reinhard Clemens, Vorstand Deutsche Telekom T-Systems.

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