Internet: Diese Männer greifen nach Ihrem Geschäft

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Internet: Diese Männer greifen nach Ihrem Geschäft

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von Matthias Hohensee

Thermostate, Diagnosegeräte, Bildung - das Web wird jede Nische des persönlichen und wirtschaftlichen Lebens erobern: über die großen Trends bis 2020 und die Player, die etablierten Unternehmen Konkurrenz machen.

Er war gerade 22, pausbäckig, mit vollem dunkelblondem Haar, liebte Shorts, T-Shirts und Sandalen und hatte sein Informatikstudium frisch beendet. Die Idee, die er von dort mitbrachte, sollte dem Internet endgültig zum Durchbruch verhelfen: ein sogenannter Browser, der es Computerbesitzern ermöglichte, im seinerzeit noch rudimentären Netz komfortabel zu surfen und Web-Sites aufzurufen. Die Erfindung stempelte ihn und seine Firma Netscape zum Pionier des World Wide Web.

Das war vor 20 Jahren. Lange Haare hat Marc Andreessen heute längst keine mehr. Und in der IT-Hochburg Silicon Valley im US-Bundesstaat Kalifornien gilt der 1,93 Meter große Hüne, der auch Facebook und Twitter mit hoch brachte, inzwischen als einer der einflussreichsten Wagniskapitalgeber und Ikone.

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Doch fertig mit dem Internet ist der heute 42-Jährige allerdings noch lange nicht. „Wir stehen immer noch am Anfang“, sagt Andreessen und gerät ins Schwärmen. Jedermann werde künftig mit einer Art Supercomputer in der Jackentasche unterwegs jederzeit im Internet sein – und dies bis Ende dieses Jahrzehnts und überall auf der Welt.

Wo dies hinführt und wer die neuen Player sind, die mithilfe des Internets die Wirtschaft über alle Branchen hinweg verändern und viele der heute etablierten Unternehmen künftig angreifen werden, schildert die WirtschaftsWoche anhand der fünf großen Trends, die sich im Online-Geschäft für die kommenden fünf Jahre abzeichnen.

Die Treiber der Trends

  • Preiswerte Chips

    Die Kosten für Speicherplatz fallen. Gleichzeitig können Daten durch leistungsstärkere Prozessoren schneller abgerufen und verarbeitet werden.

  • Starke Mobilnetze

    Die drahtlose Datenübertragung wird weltweit so aufgerüstet, dass sie nicht nur schneller, sondern auch besser in Gebäuden funktioniert.

  • Günstige Sensoren

    Fühltechnik jeder Art wird so preiswert, dass sich immer mehr Daten von Gegenständen, Apparaten und Geräten über das Web verbreiten lassen.

  • Ständige Ortung

    Die Möglichkeit zur Lokalisierung von Kunden via Smartphone und sozialer Netzwerke erlaubt Firmen die direkte Ansprache über das Internet.

1. Das Internet revolutioniert die Werbung.

Brian Wong ist dünn, schlaksig und wirkt trotz seiner 22 Jahre wie ein Teenager, der gerade der Pubertät entwachsen ist.

Doch sobald der gebürtige Kanadier die Bühne betritt und über sein Lieblingsthema, die Zukunft der Werbung, doziert, begeistert er alle Anwesenden mit Charisma, Witz und Schlagfertigkeit. „Brian ist nicht nur einer der jüngsten, sondern auch einer der ambitioniertesten Gründer des Silicon Valley“, sagt High-Tech-Konferenzveranstalter und Autor Tony Perkins, bekannt als Schöpfer des Begriffs der „Internet-Blase“.

Wong übersprang mehrere Schulklassen und schaffte mit 18 Jahren den Uni-Abschluss in Politik und Marketing in seiner Heimatstadt Vancouver. Dann ging er ins Silicon Valley, wo er nach einer Station beim Startup Digg mit 19 Jahren als einer der jüngsten Unternehmer des Tals Risikokapital für ein eigenes Unternehmen einwarb. Seit drei Jahren führt er den Anzeigendienstleister Kiip, für den er bislang 15 Millionen Dollar Investorengelder erhielt.

Kiip platziert bereits für Konzerne wie Amazon, Pepsi, Procter & Gamble und Walt Disney Werbung in Smartphone-Spielen. Allerdings schaltet das Unternehmen keine ordinäre Online-Bannerwerbung, sondern Gutscheine, die je nach Fortschritt in den Spielen erst nach und nach freigeschaltet werden. Das können fünf Dollar Rabatt bei Amazon sein oder ein Coupon für eine Gratisbrause. „Ich bin überzeugt, dass wir Kunden für ihre Aufmerksamkeit entlohnen müssen“, sagt Wong. Ihn stört generell, dass Werbung so einen schlechten Ruf hat. „Wenn wir hinnehmen, dass unsere Dienstleistung als lästiges Übel empfunden wird, haben wir als Branche ein Problem.“

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