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Internet: Fest im Sattel

von Matthias Hohensee

Das Umsatzwachstum von Facebook flaut bereits ab. Das soziale Netzwerk spielt in einer anderen Liga als Google.

Facebook Hauptqaurtier Quelle: dapd
Facebook ist wohl das heißeste Unternehmen des Silicon Valley seit Google und will voraussichtlich im Frühjahr unter dem Kürzel FB in New York an die Börse gehen. Es wäre einer der größten Börsengänge aller Zeiten. Quelle: dapd

Die Rechner der SEC ächzten am vergangenen Mittwoch schwer unter der Last der Anfragen aus aller Welt. Um 16:48 Uhr New Yorker Zeit stellte die US-Börsenaufsicht ein Dokument bereit, dem Millionen von Investoren seit Monaten entgegenfieberten: Dem Börsenprospekt des sozialen Netzwerks Facebook, dem heißesten Unternehmen des Silicon Valley seit der Suchmaschine Google. Das will voraussichtlich im Frühjahr unter dem Kürzel FB in New York an die Börse gehen und dabei mindestens fünf Milliarden Dollar einsammeln. Es wäre einer der größten Börsengänge aller Zeiten. Der laut Schätzungen von Vermögensberatern mindestens ein Drittel der 3200 Facebook-Mitarbeiter aus dem Stand zu Millionären macht.

Doch große Geheimnisse bietet der rund 200 Seiten starke Prospekt nicht. Eher eine Enttäuschung. Analysten hatten gewettet, dass Facebook im vergangenen Jahr die vier Milliarden Dollar Grenze beim Umsatz klar übersprungen hatte. „Wir hatten 4,2 Milliarden Dollar erwartet“, sagt Debra Wilson vom Marktforschungsunternehmen eMarketer.

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Facebook

Mit den Unterlagen zum Börsengang hat Facebook Anfang Februar zum ersten Mal ausführliche Zahlen zu seinem Geschäft veröffentlicht. Daraus ist zu entnehmen, dass das Unternehmen schon seit Jahren profitabel ist: 2011 gab es eine Milliarde Dollar Gewinn, im Jahr davor 606 Millionen und 2009 auch schon 229 Millionen Dollar. Im Jahr 2008 lag der Verlust bei 56 Millionen Dollar und 2007 bei 138 Millionen Dollar.

- Facebook ist inzwischen ein außerordentlich lukratives Geschäft. Den Milliardengewinn 2011 schaffte das Online-Netzwerk mit nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz.

Quelle: dpa

Tatsächlich waren es 3,7 Milliarden Dollar, bei einem Gewinn von einer Milliarde Dollar. Obwohl es Gründer Mark Zuckerberg gelang, ein weltweit bekanntes Unternehmen mit 845 Millionen Nutzern quasi aus dem Nichts zu schaffen, machen die nun vorliegenden Zahlen klar, dass es in einer anderen Liga als das Internet-Imperium Google spielt.

Denn Google konnte dank seiner populären Suchmaschine im Jahr 7 nach Start 6,1 Milliarden Dollar Umsatz und 1,46 Milliarden Dollar Gewinn einspielen. Das war 2005. Bei Facebook sind es im siebten Jahr nach Schöpfung 3,7 Milliarden Dollar, also 40 Prozent weniger.

Und das, obwohl die Budgets für Online-Werbung und die allgemeine Akzeptanz des Internets in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen haben. Ganz zu schweigen, dass es inzwischen mehr Internet-Nutzer gibt. Vor allem aber hat sich das Facebook-Wachstum bereits abgeschwächt. Von 2009 bis 2010 waren es noch 154 Prozent, danach sank es auf 88 Prozent ab.

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