Internet: So teuer wird das Internet

Internet: So teuer wird das Internet

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Die Deutsche Telekom will die Preise für den Internetzugang erhöhen.

von Jürgen Berke

Die Deutschen nutzen gerne datenintensive Dienste wie Youtube und Spotify. Deshalb sollen höhere Tarife mehr Geld in die Kasse der Telekom spülen, damit sich die Investitionen rechnen. Wie teuer wird das Internet?

Es war der schwarze Montag in der Unternehmensgeschichte. Binnen Sekunden wurde aus der Deutschen Telekom das Schimpfwort „Drosselkom“. Und es dauert nicht lange, bis eine Kundin mit getürktem Gipsbein und magentafarbenem Schild im Internet ätzte: „Ich bin gedrosselt“ – „mit Modemgeschwindigkeit durchs Netz humpeln.“

Der Spottsturm im Web, der am 22. April 2013 die Deutsche Telekom erfasste, ist inzwischen zwar abgeklungen. Auslöser war die Ankündigung des Bonner Konzerns, von 2016 an die Flatrates im Festnetz abzuschaffen, Vielsurfern zusätzliche Gebühren in Rechnung zu stellen oder das Übertragungstempo zu reduzieren. Nach anhaltenden Protesten und einem Gerichtsurteil verzichtete Deutschland-Chef Niek Jan van Damme schließlich darauf.

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Wie teuer das Internet künftig wird, diese Frage ist mit van Dammes Kotau vor seinen Kunden aber nicht vom Tisch – im Gegenteil. Das Thema steht ganz oben auf der Agenda des Telekom-Vorstandes. Mit Sorge beobachtet die Konzernspitze, wie dramatisch der Datenverkehr ansteigt. Auf YouTube die neuesten Videos und alte Kinofilme anschauen; die jüngste Ausgabe der „Tagesschau“ auch unterwegs auf dem Smartphone anklicken; über die Musik-App Spotify Oldies und aktuelle Hits auf den Kopfhörer spielen: Der Datenverkehr, den solche Anwendungen bedingen, steigt so explosionsartig an, dass sich erste Engpässe im Internet abzeichnen. Investitionen in die Fest- und Mobilfunknetze in Milliardenhöhe sind erforderlich, die am Ende der Verbraucher bezahlen muss.

Dabei spielt die Deutsche Telekom eine entscheidende Rolle. Der Marktführer im Mobilfunk und Festnetz ist immer noch der mit Abstand größte Netzbetreiber in Deutschland und wickelt den größten Teil des hierzulande anfallenden Datenverkehrs ab. Ziel des Ex-Monopolisten ist es, den Preiskampf beim Zugang zum Internet zu beenden und künftig mehr dafür zu verlangen. Fieberhaft sucht der Konzernvorstand deshalb nach einer neuen Strategie, Preiserhöhungen für Vielsurfer geschickter als bisher zu verpacken. „Wir werden in Zukunft einige Dinge anders machen“, deutet van Damme an.

Wie viele Flatrate-Tarife es dann noch geben wird und wie hoch diese dann sein werden, das will die Telekom erst in den nächsten Monaten entscheiden. Fest steht nur, dass sie den Trend zu immer preiswerterem Internet durchbrechen will. „Wir werden mehr in den Netzausbau investieren“, kündigt van Damme an. „Das Geld müssen wir auch zurückverdienen können.“

Wie stark der globale Datenverkehr bis 2016 ansteigt (zum Vergrößern bitte anklicken)

Wie stark der globale Datenverkehr bis 2016 ansteigt

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Riesige Datenpakete

In welche Richtung der Riese vom Rhein marschiert, zeichnet sich inzwischen in Konturen ab. Wer schneller durchs Internet surft und ständig riesige Datenpakete im Web absaugt oder verschickt, so viel ist gewiss, der soll auch mehr bezahlen. Neben den Flatrate-Tarifen, bei denen der Kunde einen festen Betrag pro Monat entrichtet, will die Telekom wieder verstärkt traditionelle Volumentarife einführen. Bei diesen tickt dann der Bit-Zähler, und von einer bestimmte Datenmenge an werden zusätzliche Gebühren fällig. Hinzu kommt, dass superschnelle Internet-Anschlüsse mehr kosten sollen. Ein Aufschlag von fünf bis zehn Euro, lassen Telekom-Manager hinter vorgehaltener Hand durchblicken, müsste es schon sein, um die Milliardeninvestitionen in schnellere Netze wirtschaftlich zu rechtfertigen.

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