Internetkonzern: Yahoo baut 15 Prozent der Arbeitsplätze ab

Internetkonzern: Yahoo baut 15 Prozent der Arbeitsplätze ab

, aktualisiert 02. Februar 2016, 08:44 Uhr
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Das Yahoo-Logo

Yahoo will Medienberichten zufolge 15 Prozent seiner Arbeitsplätze abbauen. Weiter sollen ganze Unternehmensteile geschlossen werden.

Der Internetkonzern Yahoo plant einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge den Abbau von 15 Prozent seiner Arbeitsplätze. Außerdem sollten Unternehmensteile geschlossen werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Maßnahmen seien Teil eines Kostensenkungsplans. Vom Konzern, der am Dienstag nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen vorlegen will, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Yahoo steckt in der Krise, weil das einst beliebte Online-Portal den Anschluss an Konkurrenten wie die Alphabet-Tochter Google und Facebook verloren hat. Mayer war vor rund drei Jahren angetreten, um das Internet-Urgestein wieder auf Kurs zu bringen. Bislang hatte sie dabei aber keinen Erfolg, was zunehmend für Kritik von Investoren sorgt. Auch andere US-Medien, wie die „New York Post“ und der Branchendienst „The Information“, hatten bereits über einen geplanten Stellenabbau berichtet. Wichtigste Konkurrenten sind die Alphabet-Tochter Google und Facebook.

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Die zehn größten IT-Übernahmen weltweit nach Kaufpreis

  • Platz 10

    Im Jahr 2010 schluckte Microsoft die norwegische Suchmaschine Fast. Das 1997 gegründete Unternehmen ist auf Suchmaschinenprogramme für Firmenkunden spezialisiert. Der Kaufpreis soll 1,2 Milliarden US-Dollar betragen haben.
    Quelle: Statista

  • Platz 9

    2006 übernahm Google Youtube für 1,65 Milliarden US-Dollar. Youtube, damals noch ein defizitäres Start-Up-Unternehmen, war für Google zu diesem Zeitpunkt der teuerste Kauf in der achtjährigen Firmengeschichte.

  • Platz 8

    2014 überrasche Facebook Branchenkenner mit dem Kauf von von Oculus VR. Zwei Milliarden US-Dollar zahlte Facebook für den Hersteller von VR-Brillen, die speziell für PC-Spiele ausgelegt sind. Mit dem Unternehmen hat Mark Zuckerberg großes vor. „Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform überhaupt zu werden“, sagte er anlässlich der Übernahme.

  • Platz 7

    Nur ein Jahr nach der Youtube-Übernahme kaufte Google für sage und schreibe 3,1 Milliarden US—Dollar den Anzeigenriesen Doubleclick. Auch Microsoft, AOL und Yahoo waren interessiert, hatten allerdings das Nachsehen. Schon vor dem Zukauf hatte Google die führende Stellung im Geschäft mit der Internet-Werbung inne. Mit der Übernahme konnte Google diese Position noch weiter ausbauen.

  • Platz 6

    Ähnlich viel wie für Doubleclick zahlte Google für den Kauf Nest Labs: 3,2 Milliarden US-Dollar. Die Firma, die smarte Thermostate und Rauchmelder herstellt hat für Google ein ganz besonderes Potenzial: Sie ermöglicht Google das Sammeln von Daten in der analogen Welt.

  • Platz 5

    Nur einen Monat, nachdem Google Microsoft Doubleclick vor der Nase weg kaufte, legte Microsoft 2007 nach und kaufte für 6,3 Milliarden US-Dollar Aquantive – einen Wettbewerber Doubleclick. Für Microsoft war das bis dato der größte Zukauf der Firmengeschichte. Letztendlich war es ein Flop für Microsoft.

  • Platz 4

    Im Jahr 2013 kaufte Microsoft für 5,4 Milliarden US-Dollar die Handysparte von Nokia. Bereits seit 2011 hatten beide Unternehmen zusammengearbeitet – Nokia war der wichtigste Hersteller für Smartphone mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone.

  • Platz 3

    2011 tätigte Microsoft den bis dato teuersten Kauf seiner Firmengeschichte: Für 8,5 Milliarden US-Dollar übernahm Microsoft den Online-Telefondienst Skype. Rentiert hat sich das bis heute nicht. Skype fehlt es an zahlenden Kunden.

  • Platz 2

    Im August 2011 kündigte Google an, den Mobilfunk-Pionier Motorola Mobility zu übernehmen. Insgesamt 12,5 Milliarden US-Dollar zahlte Google dafür. Interessant seien für Google nach eigenen Angaben vor allem das 17.000 Eintragungen umfassende Patentportfolio Motorolas gewesen. Die Liasion hielt nicht lange. 2014 verkaufte Google das Unternehmen für knapp drei Milliarden US-Dollar an Lenovo.

  • Platz 1

    Im Februar 2014 kündigte Facebook an, den Messanger-Dienst Whatsapp zu übernehmen. Der damalige Kaufpreis: 19 Milliarden US-Dollar. Facebook hat Whatsapp wegen des schnell Nutzerzuwachs übernommen. Mittlerweile hat Whatsapp 700 Millionen Nutzer weltweit.

Zum Amtsantritt als Yahoo-Chefin wurde die erfolgreiche Google-Managerin Marissa Mayer als Retterin gefeiert. Rund dreieinhalb Jahre später ist die Stimmung zur Vorlage der Zahlen für 2015 an diesem Dienstag ganz anders. Die Aktie verlor in einem Jahr ein Drittel ihres Werts, Top-Manager gehen, Anleger sind verärgert über den Zick-Zack-Kurs beim Verkauf der milliardenschweren restlichen Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba. Ein aggressiver Finanzinvestor fordert bereits lautstark Mayers Ablösung.

Die Zahlen sprechen gegen Mayer

Die 40-Jährige gab rund drei Milliarden Dollar für Zukäufe aus, lautet ein Kritikpunkt. Allein rund eine Milliarde kostete die Übernahme der Blogplattform Tumblr, um mehr jüngere Nutzer ins Yahoo-Universum zu holen. Aber das Geschäft ist nicht gewachsen und Yahoo wird bei seiner wichtigsten Geldquelle, der Online-Werbung, von Facebook und Google abgehängt.

Die Zahlen sprechen bislang eine klare Sprache: Im dritten Quartal vergangenen Jahres machte Yahoo einen Umsatz von 1,22 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal 2012, zu Mayers Amtsantritt, waren es ebenfalls rund 1,2 Milliarden. Bei Facebook sprang der Quartalsumsatz in dieser Zeit von 1,3 auf 4,5 Milliarden Dollar hoch, beim Web-Primus Google rückte er von 14 auf fast 19 Milliarden Dollar vor.

Google-Imperium: Das ist die Alphabet-Holding

  • Alphabet

    Das Dach der einzelnen Google-Einheiten bildet in Zukunft die neue Holding Alphabet. Die Unternehmensspitze besteht aus Larry Page (CEO), Sergey Brin (Präsident, Eric Schmidt (Chairman) und Ruth Porat (CFO).

  • Google

    Unter dem angestammten Namen des Konzerns sind die Internet-Suchmaschine, das Werbe-Geschäft sowie YouTube und Android gebündelt. Google ist damit eine Tochterfirma von Alphabet. Noch immer ist Google aber der wichtigste und wirtschaftlich stärkste Bereich.

  • X

    In Googles Innovationslabor werden unter anderem selbstfahrende Autos, Drohnen und Ballons zur Internet-Versorgung entlegener Gebiete aus der Luft entwickelt.

  • Nest

    Das Automatisierungsunternehmen Nest baut vernetzte Thermostaten, die über Apps gesteuert werden können. Auch Rauchmelder sind im Programm. Google kaufte das Unternehmen Anfang 2014 für mehr als drei Milliarden Dollar.

  • Calico

    Die Gesundheitsfirma Calico - kurz für California Life Company - soll vor allem das Altern erforschen - um es eventuell bremsen zu können. Das Unternehmen wurde 2013 von Google gegründet.

  • Fiber

    In den USA bietet der Konzern unter diesem Namen in mehreren Städten ultra-schnelle Internet-Zugänge über Glasfaser-Anschlüsse an.

  • Sidewalk Labs

    Der Spezialist Sidewalk ist auf die Infrastruktur moderner Städte fokussierte. Es geht unter anderem darum, den Verkehr effizienter zu machen, Energieverbrauch und Lebenshaltungskosten zu senken oder die Stadtverwaltung zu verbessern.

  • Google Ventures

    Über Google Ventures investiert der Konzern in Start-ups, unter anderem den umstrittenen Fahrdienst-Vermittler Uber.

Yahoo entstand 1994 aus der Idee, alle Websites in eine Art riesigen Katalog zu packen. Einst stand das Unternehmen als Synonym für das Web. Doch das Netz wurde schnell zu groß für den Ansatz. Viele Nutzer wandten sich ab, gleiches galt für die Werbekunden.

Yahoo tut sich auch unter Mayers Regie schwer mit der zentralen Frage, an der schon mehrere ihrer Vorgänger scheiterten: Wie münzt man die Reichweite von mehreren hundert Millionen Nutzern in ein profitables Geschäft um? Zu Mayers Antwort gehörte ein Ausbau des Mediengeschäfts mit Investitionen in Themen-Websites und Video-Inhalte. So ließ sie die im TV abgesetzte Serie „Community“ online wieder aufleben, bei der sie auf eine eingefleischte Fangemeinde hoffte. Dennoch brachte die Video-Offensive einen Verlust von 40 Millionen Dollar ein.

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