Internetriesen: Steuerbehörden rücken Konzernen auf den Leib

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Internetriesen: Steuerbehörden rücken Konzernen auf den Leib

Internetriesen wie Google, Facebook und Amazon zahlen vergleichsweise wenig Steuern. Damit soll nun Schluss sein, fordert der Rechnungsprüfungsausschuss des britischen Parlaments.

Multinationale Konzerne wie Starbucks, Google und Amazon vermeiden nach Ansicht britischer Abgeordneter in unmoralischer Weise das Zahlen von Steuern. Der Rechnungsprüfungsausschuss des britischen Parlaments forderte die Regierung am Montag auf, sie solle deutlicher gegen diese Praktiken vorgehen.

Die Konzerne nutzten die Steuergesetze so aus, dass sie Gewinne, die sie in Großbritannien machten, einfach in andere Länder verlagerten. Dadurch müssten die Konzerne in Großbritannien wenige oder keine Steuern zahlen, erklärte die Labour-Abgeordnete Margaret Hodge. "Das ist eine Beleidigung der britischen Unternehmer und Einzelpersonen, die einen fairen Beitrag leisteten." Bei einer Anhörung im vergangenen Monat seien Vertreter der drei Unternehmen "nicht überzeugend und in einigen Fällen auch ausweichend" gewesen, erklärte Hodge.

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Unternehmenssteuer Apples Strategie zur Vermeidung von Steuern

Apple arbeitet weiter daran, einen US-Gewinnrekord aufzustellen – und zahlt dabei so wenig Steuern wie möglich. Zuletzt zahlte der Konzern auf Auslandsgewinne knapp 1,9 Prozent Steuern. Wie macht Apple das?

huGO-BildID: 26155925 ARCHIV: Wolken ziehen in San Francisco (USA) ueber einen Apple Store (Foto vom 19.10.09). Der US-Technologiekonzern Apple nutzt einem Medienbericht zufolge seine Tochterfirmen etwa in Irland oder den Niederlanden, um jedes Jahr legal Milliarden an Steuern zu sparen. Die "New York Times" schilderte in einem am Sonntag (29.04.12) erschienenen Bericht, welche Moeglichkeiten vor allem international operierende Unternehmen wie Apple haben, um ihre Steuern zu senken. So habe Apple zwar seinen Hauptsitz in Kalifornien, das Unternehmen unterhalte aber auch ein kleines Buero in Reno im Staat Nevada, um dort Gewinne zu verbuchen und Investitionen zu taetigen. In Nevada liege die Koerperschaftssteuer bei null Prozent, in Kalifornien waeren 8,84 Prozent faellig. (zu dapd-Text) Foto: Russel A. Daniels/AP/dapd Quelle: dapd

Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben sich schon gemeinsam dafür ausgesprochen, dass mehr gegen die Strategien der Unternehmen zur Vermeidung von Steuerzahlungen getan wird. Der britische Schatzkanzler George Osborne kündigte am Sonntag, die Steuerbehörde werde mehr Geld bekommen, um gegen die Steuervermeidung der Konzerne vorzugehen. Er werde dies auch zum Thema bei den Beratungen der G-7 und G-8 machen, wenn Großbritannien dort im kommenden Jahr den Vorsitz übernehme.

Weitere Artikel

Die konservative britische Zeitung „The Times“ kommentiert den Bericht des britischen Parlamentsausschusses als längst überfälligen Weckruf. "Die Regierungen haben den Unternehmen immer die falschen Anreize gegeben. In Boomjahren war dies einfach dumm. In schlechten Zeiten ist dies unentschuldbar", heißt es in dem Bericht. Der Parlamentsausschuss betrachte die Steuervermeidung von Unternehmen wie Amazon, Starbucks und Google als unmoralisch und kritisiere die Unternehmen, ausweichende und nicht überzeugende Auskünfte gegeben zu haben.

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