Interview mit Martin Ott: "Facebook ist nicht nur ein Social Network"

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Martin Ott besetzt als Nordeuropa-Direktor eine Spitzenposition in Europa und kümmert sich um die Geschäfte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien.

Kolumne von Franziska Bluhm

Facebook hat es geschafft, seine mobilen Werbeumsätze stark zu steigern. Wie das funktioniert und wie das Unternehmen sich die Werbung der Zukunft vorstellt, beantwortet Nordeuropa-Chef Martin Ott.

Sie sind jetzt seit einem Jahr Nordeuropa-Chef von Facebook und damit für die Geschäfte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien zuständig. Was hat sich denn seitdem getan?

Martin Ott: Viel. Zum einen konnten wir in diesem Jahr ein Nutzerwachstum verzeichnen. Das belegen unsere gerade veröffentlichten Zahlen – und steigert auch die Akzeptanz am Markt. Das liegt natürlich auch daran, dass wir immer viele Neuerungen herausbringen: neue Features, vereinfachte Werbeformate, jede Menge Produktupdates. Wenn man so im Thema ist wie wir, fällt einem das nicht immer auf, aber bei den zahlreichen Werbeprodukten war es für unsere Kunden nicht immer leicht den Überblick zu behalten. Deswegen haben wir in den vergangenen Monaten daran gearbeitet diese zu vereinfachen.

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Wie meinen Sie das?

Facebook ist nicht nur einfach ein soziales Netzwerk, Facebook kann Unternehmen relevante Geschäftskennzahlen liefern. Sei es bei der Steigerung der Markenbekanntheit oder auch bei der Steigerung des Abverkaufs – online und stationär. Dies den Unternehmen zu verdeutlichen, ist unsere Aufgabe.

Kurz nach dem Börsengang wurde kritisiert, dass Facebook zwar eine hohe mobile Reichweite aber kaum Werbeumsätze hat. Mittlerweile steigen die Umsätze stark. Was sind die Gründe?

Wir haben vor 18 Monaten entschieden, eine „Mobile-First“-Firma zu sein. Das heißt: Wir entwickeln und denken als erstes für die mobilen Geräte. Das war vielleicht etwas spät, aber rechtzeitig. Daraufhin haben wir auch unsere Werbeformate angepasst. Es macht keinen Sinn, irgendwelche lustigen Banner am unteren Rand oder Superstitials einzubauen, bei denen man das Kreuz zum Wegklicken suchen muss. Bei uns ist die Werbung ganz natürlich im Newsfeed eingebaut. Mit Erfolg: Mittlerweile liegt der mobile Anteil am Werbeumsatz weltweit bei 41 Prozent, im letzten Quartal waren das noch 30 Prozent.

Wie weit können die Umsätze noch steigen? Der Platz im Newsfeed ist ja durchaus begrenzt.

Uns ist es sehr wichtig da eine saubere Balance zu halten. Wir arbeiten immer daran, den Nutzern relevante und qualitativ hochwertige Inhalte zu liefern. Da ist sicherlich noch Luft. Außerdem entdecken viele Unternehmen Facebook gerade als Reichweiten- und Performancekanal.

Deswegen haben Sie Anfang der Woche auch erstmals Ihre mobile Reichweite kommuniziert.

Ja, wir haben uns früher immer zurückgehalten, detailliertere Zahlen zu veröffentlichen. Doch wir müssen uns nicht verstecken. Bei Facebook sind mehr als 25 Millionen Deutsche aktiv, 19 Millionen jeden Tag. 18 Millionen nutzen Facebook pro Monat über mobile Geräte und 13 Millionen täglich – das ist mehr als die Zahl der Zuschauer einer guten „Wetten-dass..?“-Sendung oder die Leser der Top-3-Tageszeitungen zusammen. Unsere Kunden sollen verstehen, dass Facebook eine große Reichweite hat und die Menschen bei uns viel Zeit verbringen.

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