Interview mit Travis Kalanick: »Ohne Portemonnaie«

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InterviewInterview mit Travis Kalanick: »Ohne Portemonnaie«

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Travis Kalanick, Uber: Mit seiner Limousinen-App hat der 37-jährige Studienabbrecher aus Los Angeles eine halbe Million Kunden in 67 Städten weltweit gewonnen, darunter auch in Berlin und München. Inzwischen macht er rund 100 Millionen Dollar Umsatz im Monat. Seine Wagen mit Chauffeur sind kaum teurer als ein Taxi. Heute liegt der Unternehmenswert bei gut 3,5 Milliarden Dollar.

von Thomas Stölzel

Der Gründer des Online-Fahrdienstes Uber will mit schönen Autos, flexiblen Preisen und Bezahlkomfort das Taxi-Gewerbe ausbremsen.

WirtschaftsWoche: Mister Kalanick, mit Ihrer App sollen Kunden in jeder Stadt der Welt Limousinen mit Chauffeur bestellen können. Wann erreichen Sie dieses Ziel?

Travis Kalanick: Im Moment kommen etwa fünf bis sechs Städte im Monat dazu – in allen Teilen der Welt. Das ist für uns nicht sehr kapitalintensiv. Wir besitzen keine eigenen Autos, und die Fahrer sind nicht bei uns angestellt. In 24 Ländern sind wir bereits aktiv.

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In vielen Städten haben Sie Ärger. Warum?

In Paris beispielsweise gibt es eine Gesetzesinitiative, nach der der Fahrgast 15 Minuten warten soll, bevor er in eines unserer Autos steigen darf. Das heißt, wenn er einen Wagen bestellt und der nach fünf Minuten da ist, muss er minutenlang das Auto anstarren. Die Regierung versucht so, die Taxiindustrie zu schützen.

In Deutschland sind Sie erst in Berlin und München vertreten. Wie wollen Sie hier expandieren?

Wir nutzen Sportevents, Kulturveranstaltungen, Restaurants und Nachtclubs, um das Produkt vorzustellen. Viele Berliner nutzen heute Taxis. Nun stellen Sie sich vor, das Auto wäre schön. Das klingt doch wie ein gutes Angebot.

Deutsche Taxis sind nicht schön?

Sie sind unkomfortabel. Hinzu kommt das Temperament des Taxifahrers. Er ist nicht grundsätzlich immer der Allerfreulichste. Übernachten Deutsche manchmal in guten Hotels? Ja. Warum sollen sie sich also nicht auch mal eine schöne Autofahrt gönnen?

Trotzdem ordern die meisten Deutschen eher ein Taxi als einen Limousinenservice.

Aktuell haben wir in Berlin nur ein Produkt; das ist sehr hochwertig und funktioniert nur einigermaßen. Wir wollen deshalb dort ein billigeres Produkt anbieten. Wir reduzieren die Klasse der Autos. Statt des Mercedes-Top-Modells S-Klasse gibt es dann einen E-Klasse- oder nur einen C-Klasse-Mercedes. Die Fahrer und Eigentümer der Limousinen sind ja unsere Partner. Wenn wir in eine Stadt gehen, versuchen wir mit ihnen gemeinsam, den idealen Preis für den Markt zu finden.

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