Investor gefunden: Chinas Internetriese Baidu steigt bei Uber ein

Investor gefunden: Chinas Internetriese Baidu steigt bei Uber ein

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Chinas Internetriese Baidu steigt bei Uber ein.

Uber setzt bei seiner rasanten Expansion auf das Milliardenreich China. Der Internetkonzern Baidu hilft dabei. Baidu hat das Geschäft mit Taxi-Apps verschlafen und will nun auf die privaten Chauffeure von Uber setzen.

Der chinesische Online-Gigant Baidu investiert in den umstrittenen Fahrdienst-Vermittler Uber. Das gab der größte chinesische Suchmaschinen-Betreiber bekannt.

Uber soll Geld und Zugang zu den Online-Diensten von Baidu bekommen, und etwa das Kartenprogramm von Baidu oder den Suchdienst in seine Programme integrieren dürfen. „Diese Kooperation ist ein Meilenstein für Uber“, sagte Firmenchef Travis Kalanick laut Mitteilung. Baidu machte keine Angaben zur Höhe der Investitionen. Chinesische Medien bezifferten den Deal auf 600 Millionen Dollar.

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Baidu ist von seinen Konkurrenten im Geschäft mit Taxi-Apps auf Smartphones abgehängt worden. Tencent und Alibaba dominieren den Markt. Über Monate hatten die Firmen mit Rabattschlachten um Marktanteile gerungen.

In einigen Städten konnten Nutzer über Wochen bei Benutzung der Apps kostenlos mit Taxis fahren. Mittlerweile gibt es fast keine Rabatte mehr, und die Programme beider Hersteller teilen sich weitgehend den Markt.

Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

Mit der Kooperation mit Uber sucht Baidu nach einem neuen Markt neben den Taxi-Apps. „Wir sind begeistert über diese wegweisende strategische Partnerschaft“, sagte Baidu-Chef Robin Li laut Mitteilung. Vergangene Woche war bereits über eine Kooperation zwischen Baidu und Uber spekuliert worden.

Uber befindet sich auf rasantem Expansionskurs und ist nach eigenen Angaben bereits in 250 Städten aktiv - 9 davon in China. Uber sammelte erst Anfang des Monats 1,2 Milliarden Dollar von Investoren ein. Das Startup aus San Francisco wurde dabei laut Medienberichten mit insgesamt rund 40 Milliarden Dollar bewertet. Bereits im Frühjahr hatte sich der Dienst eine weitere Milliarde besorgt.

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Uber vermittelt mit Hilfe einer Smartphone-App Fahrten mit Chauffeuren, aber auch mit privaten Fahrern. Taxi-Gewerbe und Behörden werfen Uber vielerorts unfairen Wettbewerb vor, weil der Dienst geltende Bestimmungen zur Personenbeförderung aushebele.

Das Milliardenreich China ist die größte Internetnation der Welt. Neben Baidu dominieren die chinesischen Firmen Tencent und Alibaba das Geschäft mit Produkten und Dienstleistungen für die mehr als 600 Millionen Onlinenutzer.

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