iPhones und Macbooks: Apple-Mania in China   

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iPhones und Macbooks: Apple-Mania in China   

von Philipp Mattheis

Schon wieder hat sich bei einem Apple-Zulieferer in China ein tödlicher Unfall ereignet. Dem Erfolg der Marke aber schaden die Vorfälle kaum. China ist im Apple-Rausch.

 

Minderjährige auf dem Fabrikgelände, Menschen mit zittrigen Händen, weil sie bei der Arbeit mit Chemikalien in Kontakt gekommen waren, verzweifelte Wanderarbeiter, die sich im Starbucks treffen, um sich zu organisieren - als der Radio-Autor Mike Daisey für den amerikanischen Sender "This American Life" Apple-Zulieferer Foxconn in China besuchte, bestätigte sein Bericht die finsteren Vorahnungen der amerikanischen Hörer: Apple lässt unter quasi unmenschlichen Bedingungen in China produzieren. Am iPhone klebt Blut.

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Das Problem an Daiseys Geschichte: Sie war erfunden. Dass sich Wanderarbeiter mit einem Einkommen von ein paar hundert Euro ausgerechnet im Starbucks treffen, um dort Kaffee zu trinken, machte andere China-Korrespondenten stutzig. Am Ende musste sich Daisy öffentlich entschuldigen und zugeben, dass er nie eine Foxconn-Fabrik von innen gesehen hatte.

Dass Apple ein Problem mit den Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in China hat, entspricht allerdings trotz der Daisey-Ente den Tatsachen. Am vergangenen Donnerstag explodierte bei der Firma "Catcher Technology" eine Gas-Leitung. Ein Arbeiter starb, vier weitere wurden verletzt. Bereits im Oktober musste ein anderes Werk der Firma in Suzhou geschlossen werden, weil sich Anwohner über Gas-Geruch beschwert hatten. Die Firma stellt Gehäuse für Macbooks her.

Nach einer Reihe von Selbstmorden beim Zulieferer Foxconn 2010 hatte das teuerste Unternehmen der Welt zugesichert, sich besser um die Arbeitsbedingungen seiner Zulieferbetriebe zu kümmern. Doch die Kette der Skandale riss nicht ab: Im selben Jahr erkrankten 40 Arbeiter bei Wintek, das Touchscreens herstellt, weil sie in Berührung mit giftigen Chemikalien gekommen waren. Im Mai vergangenen Jahres kam es zu einer Explosion bei einem Foxconn-Werk in Chengdu - drei Menschen starben, 16 wurden verletzt.

All dies mag die Kunden im Westen erzürnen, dem Erfolg von Apple innerhalb von Chinas scheinen die Vorfälle nicht zu schaden. "Ich habe davon gehört", sagt Schülerin Li Yanyu aus Schanghai. "Aber ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll." Die 17-jährige hat ein iPhone4.

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