Israel: Neue staatliche Sendeanstalt startet Betrieb

Israel: Neue staatliche Sendeanstalt startet Betrieb

, aktualisiert 15. Mai 2017, 18:36 Uhr
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Die Einrichtung von Kan war schon 2014 beschlossen worden, weil ein externer Ausschuss zu dem Schluss gekommen war, die altbackene IBA könne nicht mehr reformiert werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Fast ein halbes Jahrhundert lang war Israel Broadcast Authority (IBA) die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt Israels. Nach jahrelangem Gezerre wird dies nun der Sender „Kan“ (hebräisch für: hier) übernehmen.

Tel AvivNach jahrelangem Gezerre hat Israels neue öffentlich-rechtliche Sendeanstalt am Montag offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Der Sender Kan (hebräisch für: hier) löst die Israel Broadcast Authority (IBA) ab, die fast ein halbes Jahrhundert nach ihrer Gründung von der Regierung geschlossen worden war. Das Parlament hatte in der Nacht zum Donnerstag ein Gesetz verabschiedet, das den Weg für die neue Sendeanstalt freimachte. Es sieht aber auch die Ausgliederung einer unabhängigen Nachrichtenabteilung vor, die später starten soll.

Die Einrichtung von Kan war schon 2014 beschlossen worden, weil ein externer Ausschuss zu dem Schluss gekommen war, die altbackene IBA könne nicht mehr reformiert werden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versuchte jedoch seit vergangenem Jahr immer wieder, die neue Sendeanstalt zu stoppen. Gegner warfen ihm vor, er halte Kan für zu regierungskritisch und wolle die Medien kontrollieren. Im Streit zwischen Netanjahu und dem Finanzminister Mosche Kachlon wurde sogar mit Neuwahlen gedroht.

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Laut dem Kompromiss soll Kan im Zuge der Strukturreform jetzt die Programme des Ersten Fernsehens und mehrerer Radiosender übernehmen. Kan soll für sechs Radiosender, arabischsprachige Medien sowie Fernsehsendungen zuständig sein. Den Nachrichtenbereich des Ersten Fernsehens, des bisherigen israelischen Rundfunks und die digitalen Medien soll dann die neue Nachrichtenabteilung übernehmen.

Mehr als 1000 Mitarbeiter haben nach Medienberichten am 15. Mai ihren Arbeitsplatz bei der IBA verloren. Nur etwas mehr als die Hälfte davon soll künftig bei Kan arbeiten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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