Der Bastler: Linus Torvalds
„Ich aß, ich schlief. Vielleicht ging ich zur Uni“, beschrieb Linus Torvalds einmal seine Zeit als Student. Nebenbei allerdings schuf er noch etwas, das die IT-Welt für immer verändern sollte: Den frei verwendbaren Betriebssystem-Kern Linux. Vor 20 Jahren machte sich der finnischer Student daran, die Möglichkeiten damaliger Computerchips zu erkunden. In einer Newsgroup kündigte er den Beginn der Arbeit an seinem Betriebssystem Linux mit folgenden Worten an: „Ich arbeite an einem (freien) Betriebssystem (nur ein Hobby, wird nicht groß und professionell...).“ Er sollte sich irren. Das freie Betriebssystem wurde so erfolgreich, dass es heute aus dem Server- und Mobilbereich nicht mehr wegzudenken ist. Auf den Servern – seien es Internet-Dienste oder die Server in Unternehmen – ist es heute das mit Abstand beliebteste Betriebssystem. Auch Googles Smartphone- und Tablet-System Android basiert auf dem Linux-Kernel.
Torvalds gilt vielen als Prototyp eines Nerds, hat aber auch eine sehr emotionale Seite. Die zeigte er kürzlich vor Studenten, als er auf Probleme mit Treibern für die Grafikkarten von Nvidia angesprochen wurde. Der Grafikkartenhersteller sei die schlimmste Firma überhaupt, was die Zusammenarbeit mit den Kernel-Entwicklern betrifft, wütete Torvalds. Unterstrichen hat er die Aussage mit einem beherzten „Fuck you, Nvidia!“ und einer eindeutigen Geste.