IT-Unternehmen: HP hat ein Innovations-Problem

KommentarIT-Unternehmen: HP hat ein Innovations-Problem

Bild vergrößern

Früher war der IT-Konzern für seinen Pioniergeist berühmt. Doch schon seit Jahren fehlt es dem US-Konzern an innovativen Ideen

von Michael Kroker

Der weltgrößte IT-Konzern hat Massenentlassungen bis 2014 angekündigt. Doch das wahre Problem der Amerikaner sind nicht die Kosten, sondern fehlende Innovationen – und das bereits seit Jahren.

Erste Gerüchte über einen Stellenabbau im gigantischen Stil bei Hewlett-Packard (HP) machten bereits in der vergangenen Woche die Runde. Der weltgrößte IT-Konzern wolle bis zu 30.000 Stellen abbauen, das wären fast zehn Prozent seiner rund 320.000 Mitarbeiter.

Ganz so schlimm kommt es nicht – aber doch eben fast: Wie das Unternehmen gestern nach Börsenschluss bekannt gab, will HP bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 rund 27.000 Mitarbeiter loswerden, durch Frühpensionierungen wie auch Entlassungen – also rund acht Prozent der Belegschaft. Pro Jahr verspricht sich der PC-Gigant davon Einsparungen zwischen 3,0 und 3,5 Milliarden US-Dollar. „Die Schritte mögen schmerzhaft sein, sind aber notwendig, um die langfristige Gesundheit unseres Unternehmens zu sichern“, lässt sich Konzernchefin Meg Whitman zitieren.

Anzeige

Konkurrenz ist doppelt so profitabel

Auf den ersten Blick scheint der Schritt sinnvoll, so hart er für jeden einzelnen Betroffenen natürlich ist. So musste HP für das zweite Quartal seines laufendes Geschäftsjahres einen gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar gesunkenen Umsatz sowie einen um satte 31 Prozent eingeschmolzenen Gewinn von rund 1,6 Milliarden Dollar vermelden.

Laut einer heute vom Datenportal Statista veröffentlichten Grafik hat HP in der Tat ein Kostenproblem: Demnach beträgt der Gewinn je Mitarbeiter bei den Kaliforniern rund 20.200 Dollar. IBM, der ewige Rivale von der amerikanischen Ostküste, ist mit 36.600 Dollar Gewinn je Beschäftigten fast doppelt so profitabel.

Zu geringe Ausgaben für Forschung und Entwicklung

Das freilich ist nur die halbe Wahrheit. Die andere lautet: Das einstmals für seinen Pioniergeist gerühmte US-Unternehmen, das ja so etwas ist wie die Gründungsikone des Silicon Valley, leidet seit Jahren unter Innovationsmangel. So hat HP in wichtigen Märkten wie Tablet-Rechnern und Smartphones den Anschluss verpasst, weil das Unternehmen – das ja immer noch der weltgrößte PC-Hersteller ist – bis heute keine Antwort auf den grundlegenden Wandel weg vom Personal  Computer gefunden hat.

Weitere Artikel

Der Befund ist übrigens beileibe nicht neu: Schon unter Whitman-Vorvorgänger Mark Hurd gab es intern lautes Rumoren, weil der vor allem als Kostenkiller bekannt war und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung drastisch zurückgefahren hatte. „Zu wenig Innovationen“, überschrieb die WirtschaftsWoche eine HP-Geschichte Mitte 2010, als Hurd über einen Sexskandal stolperte und entlassen wurde. Es scheint fraglich, ob das Unternehmen mit einem reinen Kostensenkungsprogramm zurück zur früheren Innovationskultur kehren kann.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%