Jahresbilanz : Infineon muss nacharbeiten

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KommentarJahresbilanz : Infineon muss nacharbeiten

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Auch die Fachleute haben mit einem kräftigen Gewinnzuwachs gerechnet.

von Matthias Kamp

Vor gut einem Jahr hat der Vorstandsvorsitzende Reinhard Ploss von seinem Vorgänger Peter Bauer einen erfolgreich umgebauten Konzern übernommen. Jetzt muss der Chef wieder Weichen stellen.

Silbrig im unteren Teil der Karosserie, schwarz im oberen, glänzt der BMW i3 im Scheinwerferlicht. Infineon-Chef Reinhard Ploss hat das Elektroauto anlässlich der Präsentation der Jahresbilanz im Foyer der Konzernzentrale aufstellen lassen. Ploss will ein Zeichen setzen. Schließlich will der Technologiekonzern aus Neubiberg bei München in Zukunft kräftig vom Ausbau der Elektromobilität profitieren. Das Geschäft ist attraktiv; ein Hybrid- oder Elektroauto braucht doppelt so viele Halbleiter wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

Die Elektromobilität ist nur ein Geschäftsfeld, mit dem Ploss in den kommenden Jahren punkten will. Vor einem Jahr war sein Vorgänger Peter Bauer abgetreten. Der hatte den krisengeschüttelten Hersteller von Speicherchips für den Massenmarkt zum erfolgreichen Anbieter von Spezial-Halbleitern umgebaut und Ploss damit ein sauber bestelltes Feld hinterlassen. Doch jetzt muss der Infineon-Chef zeigen, wie er das Unternehmen in die Zukunft führen will, denn an manchen Stellen hakt es, auch wenn sich im vierten Quartal die Geschäfte erholt haben.

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Infineon-Chef Ploss "Wir brauchen keine neue Abwrackprämie"

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Infineon-Chef Reinhard Ploss: "Die Elektromobilität muss erst über die Schlucht der Adaption gehievt werden." Quelle: Dieter Mayr für WirtschaftsWoche

Eine Marge von 15 strebt Ploss an, doch davon ist Infineon ein gutes Stück entfernt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag sie bei 9,8 Prozent. „Wir bleiben dort dran“, macht Ploss den Investoren Mut, „das ist erklärter Wille.“ Für das Umsatzziel von fünf Milliarden Euro nennt Ploss inzwischen keinen Zeitpunkt mehr. Im zurückliegenden Geschäftsjahr lagen die Erlöse bei 3,84 Milliarden Euro, ein Rückgang um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Bekanntgabe der Jahresbilanz verlor die Infineon-Aktie bis zum Mittag 3,9 Prozent.

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In Zukunft will Infineon das traditionell stark zyklische Geschäft nicht mehr nur mit seinen Produkten, etwa für die Autoindustrie, ausbauen, sondern wie Ploss es nennt, „Systeme“ anbieten. Die Kunden sollen beim Design ihrer Produkte unterstützt werden; gemeinsam mit den Kunden will Infineon innovative Konzepte entwickeln, mit denen sie ihre Kosten reduzieren können. Ploss; Es gehe „vom Produkt zum System“. Dazu kommt: Der Chiphersteller ist intensiv auf der Suche nach Übernahmekandidaten. Mit zwei Milliarden Euro ist die Kriegskasse gut gefüllt.

Doch Ploss ruft auch nach dem Staat: Für Aufwendungen für Forschung und Entwicklung fordert der Konzernchef eine steuerliche Absetzbarkeit. Außerdem müsse die Politik den Anstieg der Energiepreise bremsen und weist auf die deutlich niedrigeren Kosten in Österreich und Malaysia hin, wo Infineon Fabriken betreibt.

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