Kabel BW: Kartellamt vor Genehmigung der Übernahme

Kabel BW: Kartellamt vor Genehmigung der Übernahme

, aktualisiert 13. Dezember 2011, 17:37 Uhr
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Das Kartellamt genehmigt wohl die Übernahme von Kabel BW.

Quelle:Handelsblatt Online

Das Kartellamt wird den Kauf von Kabel BW durch Liberty Global voraussichtlich genehmigen. In einem Brief zeigte sich das Kartellamt mit den Zugeständnissen von Liberty Global zufrieden.

FrankfurtDas Bundeskartellamt will die umstrittene Milliarden-Übernahme des Kabelnetzbetreibers Kabel BW durch den US-Konzern Liberty Global nach Reuters-Informationen voraussichtlich genehmigen. Lange Zeit sah es anders, doch überzeugten Liberty Global und seine deutsche Tochter Unitymedia die Wettbewerbshüter mit einer Reihe von Zugeständnissen. Aufgrund der finalen Zusagen von Liberty Global könne das Fusionsvorhaben unter Auflagen freigeben werden, hieß es in einem Brief des Kartellamts, der Reuters am Dienstag vorlag. Wettbewerber könnten nun noch eine Stellungnahme abgeben.

Das Kartellamt selbst erklärte, dass noch keine Entscheidung vorliege. Die Untersuchung werde noch bis Donnerstag andauern.

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Die Genehmigung für das gut drei Milliarden Euro schwere Übernahmevorhaben ist eine faustdicke Überraschung. Nach monatelanger Prüfung hatten die Kartellwächter Anfang November noch damit gedroht, die Transaktion zu kippen. Als problematisch wurde seinerzeit gewertet, dass die großen Kabelfirmen sich de facto die Republik aufgeteilt haben und sich kaum Konkurrenz machen. Unitymedia würde mit dem Kauf des baden-württembergischen Kabelanbieters seine Position als Markt-Zweiter noch ausbauen und damit das „marktbeherrschende Oligopol“ bei der Versorgung von Mietshäusern mit Fernsehen noch verstärken, hatte es geheißen.

Unitymedia lenkte daraufhin ein und machte eine Reihe von Zugeständnissen. Mit ihnen sollen es Wettbewerber leichter haben, große Mietshäuser mit Fernsehen zu versorgen - bislang die Domäne von Unitymedia. Die Argumentation zog offenbar bei der Bonner Behörde. Die „erreichten strukturellen Wettbewerbsöffnungen“ ergäben Verbesserungen, die die bisher „geäußerten Bedenken beseitigten“, schrieb die 7. Beschlussabteilung des Kartellamts in dem Brief.

Liberty Global will Kabel BW vom Finanzinvestor EQT übernehmen. Der Kauf wurde im März vereinbart. Liberty Global will mit dem Schachzug seine Position als zweitgrößter Kabelnetzbetreiber in Deutschland ausbauen. Zusammen mit seinem in Nordrhein-Westfalen und Hessen aktiven Ableger Unitymedia würde der Konzern aus Denver dann rund sieben Millionen Haushalte mit Kabelfernsehen versorgen. Größer ist nur Kabel Deutschland mit 8,8 Millionen Kunden.

Die Kabelnetzbetreiber wirbeln seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts den vormals von der Deutschen Telekom und DSL-Wiederverkäufern wie United Internet kontrollierten Markt für schnelle Daten-Verbindungen auf. Kabel Deutschland und Co rüsteten mit Milliarden-Aufwand ihre ursprünglich noch von der Bundespost für den TV-Empfang gebauten Netze für das Internet auf. Deutlichster Beweis der Machtverschiebung: In puncto Übertragungsgeschwindigkeit kann die Telekom nicht mehr mithalten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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