Kabelkonzern: Unitymedia gibt Verschlüsselung auf

Kabelkonzern: Unitymedia gibt Verschlüsselung auf

, aktualisiert 02. November 2011, 18:46 Uhr
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Im Kampf um die Milliardenübernahme von Kabel BW kommt der Kabelkonzern Unitymedia dem Kartellamt entgegen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Konzern macht dem Kartellamt für die Übernahme von Kabel BW weitgehende Zugeständnisse. So sollen unter anderem die digitalen privaten Fernsehprogramme für den Endkunden nicht mehr verschlüsselt werden.

DüsseldorfIm Kampf um die Milliardenübernahme von Kabel BW kommt der Kabelkonzern Unitymedia dem Kartellamt entgegen. Die Tochter des weltweit zweitgrößten Kabelkonzerns Liberty Global will künftig ihre digitalen privaten Fernsehprogramme für den Endkunden nicht mehr verschlüsseln. Dadurch wird es Konkurrenten wie der Deutschen Telekom ermöglicht, ihr Angebot mit dem Fernsehprogramm des Kabelnetzbetreibers zu kombinieren. „Das ist eine einmalige Chance“, sagt ein Unitymedia-Insider dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). Unitymedia selbst wollte sich nicht äußern und verwies auf die kurzfristig anberaumte Pressekonferenz am Donnerstag.

Der Verzicht auf die Verschlüsselung ist einmalig im weit verzweigten Kabelimperium von Liberty Global. Doch der in Denver im US-Bundesstaat Colorado ansässigen Holding wurde offenbar schnell klar, dass sie das Milliardengeschäft in Deutschland nur mit weitreichenden Zugeständnissen an die Bonner Wettbewerbsbehörden noch retten kann. „Das war nicht einfach, die Liberty-Leute von diesem Kompromiss zu überzeugen“, sagte ein Beteiligter.

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Das Kartellamt prüft noch bis zum 15. Dezember, ob Unitymedia Kabel BW für 3,16 Milliarden Euro vom schwedischen Finanzinvestor EQT übernahmen darf. Im ersten Anlauf ist die Kabeltochter des Medien-Tycoons John Malone gescheitert. Unitymedia ist nun entschlossen, die letzte Chance zu nutzen, um die Bedenken der Bonner Beamten zu zerstreuen. Der Konzern ist neben dem Verzicht auf die Verschlüsselung zu weiteren Zugeständnissen bereit. Wie Insider berichten, will Unitymedia auch die sogenannte Exklusivitätsklausel aufgeben. Bislang bestand der Kabelkonzern darauf, dass ausschließlich sein Kabel für den Fernsehempfang in den Haushalten genutzt werden kann. Fällt die Exklusivitätsklausel weg, ist es beispielsweise auch möglich, dass die Deutsche Telekom ihr Glasfaserkabel in den Kabelhaushalt legen kann.

Ein weiterer Kompromissvorschlag von Unitymedia ist, dass nach dem Ende der Mindestvertragslaufzeit die Leitung in den Besitz der Wohnungsgesellschaft übergeht. Damit haben dann die Immobilienbesitzer die Kontrolle über die Infrastruktur.
Die 7. Beschlusskammer des Kartellamts hatte gewarnt, dass durch die Übernahme von Kabel BW, der Nummer drei im deutschen Kabelmarkt, ein „marktbeherrschendes Oligopol“ bei der Versorgung von Mietshäusern mit Fernsehen verstärkt werden würde. Wie Beteiligte berichten, hat vor allem die Telekom starke Einwände gegen die Unitymedia-Pläne. Für den Bonner Konzern sind die Kabelkonzerne die schärfsten Wettbewerber. Auch nach einer Übernahme von Kabel BW bleibt Unitymedia die Nummer zwei unter den Kabelkonzernen in Deutschland. Marktführer ist Kabel Deutschland (KDG).

Quelle:  Handelsblatt Online
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