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Kabelnetzbetreiber: Gebotsfrist für Primacom verlängert

Quelle: Handelsblatt Online

Der geplante Verkauf des Kabelnetzbetreibers Primacom verzögert sich offenbar noch. Die Gebotsfrist für den Kabelnetzbetreiber Primacom wurde angeblich verlängert. Eigentlich sollte die Frist am 31.Juli enden.

Die Eigner des Kabelnetzbetreibers Primacom treiben den Verkauf des Unternehmens voran. Quelle: picture-alliance
Die Eigner des Kabelnetzbetreibers Primacom treiben den Verkauf des Unternehmens voran. Quelle: picture-alliance

Frankfurt/HamburgDie Gebotsfrist für den zum Verkauf stehenden Kabelnetzbetreiber Primacom ist Kreisen zufolge um rund zwei Monate verlängert worden. Die Verzögerung deutet auf Probleme der Bieter mit ihren Geboten hin. Es werde erwartet, dass die Deutsche Telekom, Pepcom, Unitymedia KabelBW, sowie zwei Infrastrukturfonds zu den Bietern gehören würden, sagte der Insider.

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Unitymedia-KabelBW-Chef Lutz Schüler wollte nicht auf die Frage antworten, ob er eine Offerte abgegeben habe. In Aachen und Wiesbaden habe Unitymedia KabelBW bereits Geschäfte von Primacom übernommen. Sein Unternehmen werde Primacom im Blick behalten, die Aktivitäten lägen aber nicht wirklich im eigenen Absatzgebiet. Primacom wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Unterdessen berichtet die „Financial Times Deutschland“, dass die Deutsche Telekom an der Übernahme des Kabelnetzbetreibers Primacom interessiert ist. Der Dax-Konzern gehöre zu mindestens vier Interessenten, die Ende Juli Gebote für den Betreiber Primacom abgegeben hätten, berichtet die Zeitung (Dienstag) unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Telekom wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Der deutsche Kabelnetzbetreiber gehört laut Zeitung über die luxemburgischen Gesellschaften Medford und Perseus den Hedge-Fonds Alcentra Europe, Avenue Capital und Tennenbaum Capital Partners sowie der Bank ING. Die ehemaligen Gläubiger hätten das Unternehmen nach einem Machtkampf mit den damaligen Besitzern im Jahr 2010 übernommen. „Wir sind dabei, mit verschiedenen Parteien zu diskutieren“, sagte Wolf Waschkuhn, Geschäftsführer der Holdings Medford und Perseus, der Zeitung.

Dem Bericht zufolge hat die Telekom zwischen 250 und 280 Millionen Euro geboten. Dies sei einer der höchsten Preise. Die letzten öffentlichen Daten von Primacom stammten aus dem Jahr 2010. Damals habe das Unternehmen bei einem Jahresumsatz von 108 Millionen Euro ein konsolidiertes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von knapp 28 Millionen Euro erwirtschaftet. Derzeit liege diese Marke im „mittleren 30-Millionen-Bereich“, so ein informierter Manager.

Die Primacom-Eigner betrachteten die Runde keineswegs nur als Markttest, sondern wollten verkaufen, sollten die Gebote hoch genug ausfallen. „Das ist mehr, als nur die Füße ins Wasser zu halten“, sagte Gesellschaftervertreter Waschkuhn.

Primacom versorgt eine Million Haushalte mit Fernsehen - vor allem in Ostdeutschland - und ist der fünftgrößte Kabelbetreiber im Land. Das Unternehmen erzielte 2010 bei 78 Millionen Euro Umsatz einen operativen Gewinn (Ebitda) von 28 Millionen Euro. Mit dem Verkauf geht die Neuordnung der deutschen Kabelbranche auf die Zielgerade. Ende vergangenen Jahres hatte die in Nordrhein-Westfalen und Hessen vertretene Unitymedia, eine Tochter des US-Kabelriesen Liberty Global, für gut drei Milliarden Euro den Rivalen Kabel BW geschluckt.

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