Karrierenetzwerk: Xing will offline wachsen

Karrierenetzwerk: Xing will offline wachsen

, aktualisiert 06. November 2017, 15:00 Uhr
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Das Karrierenetzwerk wächst weiter.

von Johannes StegerQuelle:Handelsblatt Online

Erneut präsentiert das Karrierenetzwerk Xing Rekordzahlen. Damit das in Zukunft auch so bleibt, setzt die Burda-Tochter auch auf Offline-Aktivitäten. Chef Thomas Vollmoeller setzt zudem auf den Zeitgeist.

DüsseldorfWieder einmal liefert das Karrierenetzwerk Xing: In den ersten neun Monaten haben sich 1,5 Millionen neue Mitglieder auf der Plattform angemeldet – so viel wie noch nie in diesem Zeitraum. Damit steigt die Nutzerbasis der Burda-Tochter auf 12,9 Millionen. Im deutschsprachigen Raum ist Xing deutlich vor dem US-Konkurrenten LinkedIn, der zuletzt zehn Millionen Nutzer in der Region verkündete. Auch die Geschäftszahlen weisen erneutes Wachstum aus: Der Gesamtumsatz wuchs um 24 Prozent in den ersten neun Monaten auf 134,5 Millionen Euro – im Vorjahr waren es noch 108,3 Millionen Euro.

Stärker Umsatztreiber ist der B2C-Geschäftsbereich, also die Einnahmen der Bezahlangebote für Endkunden: Die Erlöse steigen hier um 14 Prozent auf rund 65 Millionen Euro. Das stärkste Wachstum lag allerdings wieder einmal im Segment E-Recruiting, das der Konzern zuletzt auch mit dem Zukauf von Prescreen für 17 Millionen Euro stärkte.

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Das Wiener Start-up gehört zu den am schnellsten wachsenden europäischen Anbietern von sogenannten „Applicant Tracking Systemen“ (ATS). Hinter dem Begriff stehen Managementsysteme, mit denen Unternehmen den gesamten Bewerbungs- und Einstellungsprozess auf Basis einer Software steuern können.

Obwohl die Marke unter eigenem Namen bestehen bleibt, will Xing zur Personalmesse „Zukunft Personal“ im kommenden Jahr eine integrierte Lösung auf der Karriereplattform anbieten, so Xing-Chef Thomas Vollmoeller im Handelsblatt-Gespräch. Die digitale Personalsuche ist ein Zukunftsthema: In den ersten drei Quartalen 2017 stieg der Umsatz hier um 41 Prozent auf 55,2 Millionen Euro. Vollmoeller sieht da weiteres Wachstumspotenzial: „Die digitale Suche nach geeignetem Personal in Zeiten von Fachkräftemangel wird weiter zunehmen – und wir wachsen mit.“

Das dritte Quartal habe die Erwartungen erfüllt und erneut den Erfolg sowie die gute Positionierung im Bereich digitale Rekrutierung von Arbeitskräften belegt, kommentierte dann auch Analyst Jochen Reichert von Warburg Research die Zahlen. Auch Commerzbank-Analystin Heike Pauls hob das starke Wachstum der Plattform aus eigener Kraft hervor.

Zudem sollen auch die Offline-Aktivitäten des Netzwerks weiter ausgebaut werden: Im Sommer übernahm Xing die Burda-Tochter das internationale Netzwerk InterNations für zehn Millionen Euro – und mit ihr 2,7 Millionen Mitglieder in rund 390 Städten weltweit. InterNations richtet sich an die sogenannten Expats, also Arbeitnehmer, die von ihrem Unternehmen für eine gewisse Zeit ins Ausland geschickt werden. Xing wolle von der Plattform lernen, so Vollmoeller: „Wir wollen offline besser werden, denn wir sind überzeugt davon, dass Xing auch abseits des Digitalen als Marke funktioniert.“ Das sei ein großes Ziel für 2018.

Zudem setzt das Netzwerk auf die Positionierung als Experte im Bereich neue Arbeitswelt im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung, so Vollmoeller: „Die Veränderung des Arbeitslebens bleibt das Thema der Zukunft: Wir werden deshalb auch keine Wachstumsschwäche in Zukunft erleben“, glaubt Vollmoeller.

Die soziodemographischen und digitalen Veränderung gäben diesem Thema den nötigen Rückenwind, meint der Chef: „Wenn wir keine Fehler machen, werden wir von dem derzeitigen Zeitgeist weiter profitieren und von den Berufstätigen sowie den Unternehmen im deutschsprachigen Raum als Experte on- und offline wahrgenommen werden.“

Im September wandelte sich die XING AG zu einer Europäischen Gesellschaft (SE) vollzogen. Damit wolle man der zunehmend europäischen Ausrichtung des Unternehmens Rechnung zu tragen, teilte das Unternehmen mit. Neben der Zentrale in Hamburg betreibt Xing auch Büros in Barcelona, Porto oder Zürich.

Quelle:  Handelsblatt Online
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