Koenzens Netzauge: Digitale Souveränität, olé!

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kolumneKoenzens Netzauge: Digitale Souveränität, olé!

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DSL-Anschluss an einem Router

Kolumne von Ralf Koenzen

Die Bundesregierung ist bereit, den Netzgesellschaften zu untersagen, Internet-Nutzern bestimmte Router vorzuschreiben. Das ist gut für die digitale Souveränität der Kunden und für unsere gesamte Volkswirtschaft.

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten aus Berlin. Noch in diesem Jahr möchte das Bundeswirtschaftsministerium eine Klarstellung in das Telekommunikationsgesetz (TKG) und das Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationseinrichtungen (FTEG) aufnehmen. Auf diese Weise soll endgültig  verhindert werden, dass Internet-Nutzer von einem Netzbetreiber gezwungen werden können, dessen Technik einzusetzen. Konkret geht es dabei um die Wahlfreiheit beim Router, also jener Technik, die den Nutzer ins Internet führt und seine Datenströme steuert.

Diese Klarstellung ist nicht nur für private Nutzer eine sehr, sehr gute Nachricht! Gerade auch für Geschäftskunden ist es von elementarer Bedeutung, über ihre Infrastruktur selbst bestimmen zu können und souverän in ihren Entscheidungen zu sein. Und: Die Klarstellung soll auch für Internet-Anschlüsse gelten, die  das Kabelnetz betreffen. Das hilft allen  Kabelkunden, die es bislang gewohnt waren, dass sie schlicht und einfach keine Alternativen zum Provider-Modem hatten.

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Wie viele Festnetzanschlüsse es noch gibt

  • Afrika

    JahrAnzahl der Telefonanschlüsse
    im Festnetz in Millionen
    200912,6
    201012,1
    201111,9
    201211,5
    201311,3
    2014*11,5


    *Schätzung


    Quelle: Statista / International Telecommunication Union

  • Arabische Staaten

    JahrAnzahl der Telefonanschlüsse
    im Festnetz in Millionen
    200934,3
    201034,7
    201134,6
    201234,4
    201332,6
    2014*32,7

    *Schätzung

  • Asien/Pazifik

    JahrAnzahl der Telefonanschlüsse
    im Festnetz in Millionen
    2009571,3
    2010553,1
    2011536,5
    2012528,1
    2013517,5
    2014*512,1

    *Schätzung

  • Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)

    Jahr

    Anzahl der Telefonanschlüsse

    im Festnetz in Millionen

    200973,2
    201073,7
    201173,5
    201272,3
    201370,5
    2014*70,2

    *Schätzung

    (Nachfolgestaaten der Sowjetunion)

  • Nord- und Lateinamerika

    Jahr

    Anzahl der Telefonanschlüsse

    im Festnetz in Millionen

    2009277
    2010273,7
    2011268,3
    2012264
    2013260,7
    2014*256,5

    *Schätzung

  • Europa (inkl. Deutschland)

    Jahr

    Anzahl der Telefonanschlüsse

    im Festnetz in Millionen

    2009267,5
    2010263,5
    2011257,6
    2012250,4
    2013247,1
    2014*245,1

    *Schätzung

  • Nur Deutschland

    JahrAnzahl der Telefonanschlüsse
    im Festnetz
    200938,5
    201038,31
    201137,89
    201237,48
    201337,16
    2014-

Die Klarstellung ist überfällig. Zwar kann in Deutschland prinzipiell jeder sein Endgerät frei wählen. Das gilt fürs Telefon ebenso wie für Computer oder Fax. Doch die Formulierung der aktuellen Gesetze ist so schwammig, dass die Wahlfreiheit bei Routern rechtlich nicht durchgesetzt werden kann. Damit drohten die Endgerätefreiheit eingeschränkt und die Errungenschaft der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes ad absurdum geführt zu werden.

Wahlfreiheit lässt sich nicht besiegen

Was das heißt, wissen die über 40-Jährigen unter uns noch genau. Das Modell mit der Wählscheibe in beige oder mit Tasten in moosgrün oder bordeauxrot?  Vor solchen Entscheidungen stand Anfang der 1990er Jahre jemand, der ein neues Telefongerät kaufen wollte. Funktionsvielfalt? Innovation? All das suchte man vergeblich.

Die großen deutschen Kabelnetzbetreiber

  • Kabel Deutschland

    Firmensitz: München
    Umsatz (2012/13): 1,83 Milliarden Euro

    Gewinn (2012/13): 247 Millionen Euro

    Kunden: 8,5 Millionen

  • Unitymedia KabelBW

    Firmensitz: Köln

    Umsatz (2012): 1,8 Milliarden Euro

    Gewinn (2012): 260 Millionen Euro

    Kunden: 7 Millionen

  • Tele Columbus

    Firmensitz: Berlin

    Umsatz (2012): 237 Millionen Euro

    Gewinn (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen): 94 Millionen Euro

    Kunden: 2,1 Millionen

Dann kamen die Öffnung des Telekommunikationsmarktes und mit ihr die Liberalisierung des Endgerätemarktes. Und wir bekamen das, was in Ländern ohne staatliche Telefonmonopole schon bekannt war: Wettbewerb. Dieser Wettbewerb eröffnete uns neue Welten. Nicht nur die Preise für Verbindungsentgelte begannen zu purzeln. Plötzlich gab es Telefone auch nicht mehr nur bei der damaligen Post, der Vorgängerin der Deutschen Telekom, sondern im freien Handel. Und neben den beigen, moosgrünen oder dunkelroten Modellen gab es bald Geräte mit unterschiedlichen Funktionen.

Markt für Telekommunikation weiter entwickelt

Es zeigte sich, dass der Wettbewerb um das beste Gerät zum Innovationstreiber wurde. Indem Kunden aktiv nach innovativen Produkten mit dem von ihnen gewünschten Funktionsumfang fragten, entwickelten sie den gesamten Markt für Telekommunikation weiter. Besonders deutlich wird dies beim Mobilfunk. Hier hat Apple mit seinem iPhone eine ganze Welt revolutioniert und das gute alte Mobiltelefon in die Mottenkiste verbannt - und  ganz nebenbei zwei bisher getrennte Welten verschmolzen: die Mobiltelefonie und das Internet.

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