Kommunikationsindustrie: Notruf der Telekom

Kommunikationsindustrie: Notruf der Telekom

von Jürgen Berke

Was ist das beste Wettbewerbsmodell für den deutschen und europäischen Telekommunikationsmarkt? Was haben 15 Jahre Liberalisierung wirklich gebracht? Die Debatte über die Zukunft von Telekom & Co. geht in die entscheidende Phase.

Exklusiv hatte die WirtschaftsWoche vor zwei Wochen über ein internes Positionspapier berichtet, das der künftige Telekom-Chef Timotheus Höttges persönlich an Kanzlerin Angela Merkel und andere wichtige Entscheidungsträger in Berlin und Brüssel verschickt hat. Das Positionspapier trägt den Namen „Strategie zur Stärkung der europäischen Telekommunikationsindustrie“. Aber in Wirklichkeit ist ein Notruf. Das mit vielen Vergleichszahlen gespickte Dokument zeigt, wie schlecht es der europäischen Internet- und Kommunikationsindustrie gestellt und wie groß die Gefahr eines weiteren Ausverkaufs in Richtung USA und Asien ist. Seitdem schlägt das Telekom-Papier hohe Wellen in Politik und Wirtschaft und führte unter anderem auch dazu, dass CDU/CSU und SPD in ihren Koalitionsverhandlungen über die Zukunft des Internets debattierten.

Der Notruf aus der Bonner Telekom-Zentrale ist nur der Auftakt für eine Grundsatzdiskussion, die nun auch bei den Wettbewerbern heftig geführt wird. In den kommenden Wochen treffen sich der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdienten (VATM), der Bundesband Glasfaseranschluss (Buglas) und der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko), um mit ihren Mitgliedern zu diskutieren, wie es mit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes in Deutschland weitergehen soll.

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Ist wirklich Größe, wie der künftige Telekom-Chef Höttges postuliert, das Gebot der Stunde? Was bringt eine Abkehr von der bisher auf Preissenkungen fixierten Politik der Regulierungsbehörden? Wie müssten die Rahmenbedingungen aussehen, damit Wettbewerber und Deutsche Telekom gleichermaßen genügend Anreize bekommen, um mehr in den Ausbau von Glasfasernetzen zu investieren und den Rückstand gegenüber den USA und Asien aufzuholen?

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Droht wirklich ein Ausverkauf der europäischen Telekommunikationsindustrie, der die Abhängigkeit von US-Internetriesen weiter vergrößert? Droht Deutschland und Europa gar der Verlust der technologischen Souveränität, wenn das gesamte Internet von Anbietern aus den USA dominiert wird, die eng mit den amerikanischen Geheimdiensten zusammenarbeiten und sensible Daten abzapfen?

Die Diskussion darüber ist eröffnet und wird bis zur Verabschiedung der von EU-Kommissarin Neelie Kroes vorgelegten Reformpläne im kommenden Jahr die Branche in Atem halten. Auf dem Trendkongress des Branchendachverbandes Bitkom am kommenden Mittwoch will Höttges seine Thesen persönlich vortragen und sich den Fragen der Wettbewerber stellen. Aus gegebenem Anlass hat sich die WirtschaftsWoche deshalb entschlossen, das gesamte Telekom-Papier mit all seinen zum Teil provokanten Thesen und Anlagen zu veröffentlichen.

Hier finden Sie die Dokumente zum Download:

Download: Europe’s Digital Economy at Risk
Download: Strategie zur Stärkung der europäischen Telekommunikationsindustrie
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